Yamaha Yard Built – Aufbau Teil 2

Text: Christian Heim  |   Bilder: Christian Heim, Dominik Klein
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Yamaha Yard Built – Aufbau Teil 2
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Der Yard Built steckt in der heißen Phase. Nach zwei Konzeptänderungen und viel verlorener Zeit steigt der Druck. Wird das Team um Yamaha-Händler Dominik Klein mit dem Umbau der XSR 700 noch rechtzeitig fertig?
CUSTOMBIKE: Ihr zeigt immer wieder technisch aufwendig umgebaute Motorräder. Ist der Yard Built 2018 eure erste Teilnahme?
Dominik Klein: Nein, wir haben schon 2015 am Händlerwettbewerb im Rahmen des Yard Built teilgenommen und gewonnen, mit unserer umgebauten roten XJR 1300. 2016 gab es auch einen Händlerwettbewerb, doch im letzten Jahr wurde der Yard Built so gestaltet, dass Yamaha in verschiedenen teilnehmenden Ländern jeweils einen Motorradhändler beziehungsweise Customizer für die Teilnahme ausgewählt hat. Das war 2017 Marcus Walz, und dieses Jahr fiel die Wahl auf uns. Der Yard Built ist für uns also keine ganz neue Sache.

Habt ihr euch für den Yard Built beworben oder kam Yamaha auf euch zu?
Nein, Yamaha hat uns von sich aus angesprochen. Yamaha hat von uns schon öfter umgebaute Motorräder bekommen, unter anderem für die CUSTOMBIKE-SHOW. Eigentlich jedes Jahr, insofern ist bekannt, dass wir des öfteren Motorräder umbauen.

Die Anfrage kam relativ spät. Die Zeitspanne bis zur Fertigstellung beträgt lediglich etwas mehr als zwölf Wochen. Ziemlich knapp, wenn man bedenkt, dass manche Umbauten sehr aufwendig sind. Wie kommt ihr mit dem Druck zurecht?
Das ist schon schwierig. Die Motorradsaison hat dieses Jahr sehr spät begonnen, dafür umso heftiger. Und für uns als Motorradhändler bedeutet das, dass der Umbau irgendwie in der freien Zeit gemacht werden muss. Das ist ein Riesenproblem. Wie gesagt, durch den späten Saisonstart haben wir schon einen ganz schönen Druck im normalen Tagesgeschäft, wie selten. Und jetzt kommt noch der Yard Built dazu, aber das Motorrad muss fertig werden. Jammern nutzt also nichts.

Wie leicht lässt sich eine XSR 700, die Yamaha als Umbaubasis zur Verfügung gestellt hat, umbauen?
Es ist wie so oft. Kleinere Umbauten sind, genau wie bei anderen Motorrädern auch, relativ einfach. Bei umfangreicheren Sachen bestimmt auch wieder die Linie des Motorrads, in welche Richtung der Umbau geht, und vor allem, wie aufwendig man das gerne hätte. Es gibt Motorräder, da bekommt man durch den Tausch einiger simpler Teile wie Lenker oder Höcker eine völlig neue Optik. Das ist bei der XSR 700 nicht so einfach – durch die sehr markante Form des Tanks. Durch den Rahmen, der diese seitlichen Ausleger nach unten hat, ist es sehr schwierig, da etwas zu ändern. Bei einem Motorrad mit Zentralrohrrahmen, wie zum Beispiel der XJR 1300, kann ich relativ einfach einen anderen Tank draufstecken, aber bei dem XSR-Rahmen ist es äußerst problematisch.

Das heißt, mit etwas mehr Zeit wäre mehr möglich gewesen?
Definitiv, aber die Frage ist dann wieder: Bleibt es im Budget und ist es das, was auch Yamaha möchte? Generell soll der Yard Built ja auch eine Anregung für die Kunden sein, ihr Motorrad umzubauen. Und so eine Geschichte mit einer kompletten Tankänderung, das ist nichts, was man im Hobbykeller machen kann. Schon gar nicht für dieses Modell.

Dominik Klein vor der Herausforderung namens XSR 700. Die Yamaha ist nicht einfach umzubauen

Vom Entwurf bis zur Umsetzung ist es ein langer Weg. Wie ist der erste Abschnitt gelaufen?
Wir hatten schon darüber gesprochen, dass die Planung inzwischen zweimal umgeworfen wurde, denn ursprünglich war es anders gedacht, verschiedene Sachen dazu schon vorbereitet, wie der Umbau auf Stereo-Stoßdämpfer. Alleine dadurch sind minimum vier Wochen vergangen, die für das jetzige Endprodukt verloren waren. Weil plötzlich auch die Räder für den ursprünglichen Umbau nicht mehr lieferbar waren, mussten wir das Konzept daher komplett ändern und haben jetzt wegen dem Tank schon zum zweiten Mal umgestellt. Im Prinzip wächst also die Planung mit dem Aufbau. Das kriegt wie immer eine Eigendynamik und am Schluss wird es anders sein, als es vorgesehen war.

Gab es Probleme, alle Ideen entsprechend anzugehen und entsprechend umzusetzen?
Es ist eine Katastrophe, bedingt durch den Zeitrahmen. Technisch wäre das alles möglich gewesen, und vielleicht mache ich das auch noch. Möglicherweise nächsten Winter, wenn ich mehr Zeit habe. Und möglicherweise möchte Yamaha Deutschland so einen Umbau separat für eine andere Veranstaltung haben. Dann würde ich das ursprünglich favorisierte Konzept schon gerne realisieren.

Niemand geht bei einem Umbau gerne Kompromisse ein. Welche musstet ihr hinnehmen?
Der größte Kompromiss ist eigentlich der Tank oder besser gesagt, die Form des Tanks. Dass das in der kürze der Zeit nicht realisierbar war, ist der größte Kompromiss, etwas, was wir gerne geändert hätten. Doch vielleicht ist es im Nachhinein für das Ergebnis gar nicht so dramatisch. Jetzt wird es halt wieder sehr sportlich, aber das ist sowieso unsere Richtung, auch wenn es etwas klassischer hätte werden sollen.

Wird die XSR 700 rechtzeitig zum Wheels- and-Waves-Festival fertig?
Klar doch. Es muss und ich bin guter Dinge. Die Sachen, die wir noch kurzfristig ändern mussten, sind am Laufen. Der Lackierer weiß Bescheid, legt sich ins Zeug, ein Kollege holt das geänderte Joch für die Gabelbrücke ab, die Auspuffanlage sollte auch rechtzeitig eintreffen. Doch es ist noch viel zusammenzubauen, Halter anzufertigen, die Schutzbleche, die Lampenhalter, das Cockpit, die Elektrik muss noch angepasst werden – aber das ist am Ende alles Fleißarbeit. Dann muss auch samstags, sonntags oder mal am Feiertag hingelangt werden. Aber es wird fertig.
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Stand:22 September 2018 12:59:19/technik/yamaha+yard+built+-+aufbau+teil+2_18618.html