Technik Beleuchtung – Der blinkende Wegweiser

Text: Lothar Steinmetz  |   Bilder: Lothar Steinmetz
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Technik Beleuchtung – Der blinkende Wegweiser
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Blinker zeigen an, in welche Richtung die Reise gehen soll. Dabei ist ihr Anbau aber streng reglementiert. Wir zeigen euch die recht­lichen Möglichkeiten in Sachen Fahrtrichtungsanzeiger
Am Anfang war nicht das Licht, sondern die Hand, die einen möglichen Richtungswechsel mit dem Motorrad anzeigen sollte. Wegen der sehr übersichtlichen Zahl der Verkehrsteilnehmer schien dahingehend auch keine andere Notwendigkeit zu bestehen. Am 1. Januar 1962 führte der Gesetzgeber jedoch die Blinkerpflicht offiziell ein. Bis 1970 hatte man noch die Wahl zwischen rotem und gelbem Licht, seitdem ist nur noch letzteres zulässig. Zunächst war es natürlich hip, die neue Technik zur Schau zu stellen. Von der Größe her können die damaligen Blinker lässig mit heutigen Mini-Scheinwerfern konkurrieren. Durch den Chopperboom in den Achtzigern wurden die Rufe nach kleineren Alternativen allerdings immer lauter. Anfangs fanden die oft ungeprüften Bulletblinker aus den USA oder die wesentlich kleineren Honda-Serienblinker Verwendung.

Leuchtmittel im Laufe der Zeit    
Die anfänglich einfache Funktionsweise von einer klaren Birne hinter gelbem Glas wurde durch die Autoindustrie in neue Bahnen gelenkt. Man drehte das Prinzip einfach um: eine gelbe Birne hinter klarem Glas. Da es bei den Vierrädrigen klappte, stand auch der Verwendung für Motorräder nichts im Wege. Die nach außen neutrale Farbgebung passte sich wesentlich harmonischer ins Gesamtbild des Fahrzeuges ein. Halogenlampen waren der nächste Schritt in der Leuchtmittelentwicklung.

Honda-Blinker waren für Serienblinker wahnsinnig klein und somit beim Customizing beliebt

Durch das namensgebende Gas wird der Glühdraht wesentlich widerstandsfähiger und kann somit deutlich stärker belastet werden, dadurch steigen Lebensdauer und Lichtausbeute. Der Vorteil bestand darin, dass die Blinkergröße stark reduziert werden konnte. Der Nachteil war, dass wieder gelbe Gläser Verwendung fanden. Aber auch hier leisteten die Entwickler wieder ganze Arbeit, indem sie einfach ein klares oder geschwärztes Glas vor das gelbe setzten um eine bessere Optik zu erzielen.

Technik Beleuchtung – Fahrtrichtungsanzeiger

Der aktuelle Stand der Technik sind die LEDs, also Leuchtdioden. Mittlerweile ist damit eine so hohe Helligkeit möglich, dass eine einzige LED pro Blinker ausreicht, um den staatlichen Auflagen Genüge zu tun. Auch das Versteckspiel mittels schwarzer oder weißer Gläser ist ohne Weiteres mit Behördensegen möglich. Ein fast schon theoretischer Nachteil bei der wesentlich höheren Lebenserwartung ist, dass man eine LED nicht wie eine Birne einfach austauschen kann. Normalerweise steht im Schadensfall immer der komplette Austausch des Blinkers auf dem Plan.

Blinkometrie
Beim Anbau ist das Prüfzeichen allein aber noch nicht alles, was dem Prüfer zur Glückseligkeit fehlt. So gilt es zum Beispiel auch Mindestabstände der Blinker zueinander oder zum Scheinwerfer einzuhalten. Letztere bei den EG-Fahrzeugen sogar unterschiedlich weit, entsprechend der Leuchtkraft. Das geht von gar nicht (Kennzeichnung 11c) bis zu 75 Millimeter (Kennzeichnung 11), minimal aber schon mal mit 24-Zentimeter-Abstand zwischen den Fahrtrichtungsanzeigern. Die StVZOler hingegen haben da 34 Zentimeter und pauschal zehn Zentimeter Abstand zum Hauptscheinwerfer zu wahren. Zur Vereinfachung haben wir euch diese und die restlichen Maße in den Zeichnungen zusammengefasst.

Technik Beleuchtung – Fahrtrichtungsanzeiger

Das reicht jetzt eigentlich schon an Zahlenjongliererei, wenn da nicht noch die geometrische Sichtbarkeit wäre. Hier ist festgelegt, in welchem Winkel die Blinker sichtbar sein müssen. Nicht nur, dass sie in den Lenkerenden cus-tommäßigen Minimalismus fördern, auch die Mindestsichtbarkeit ist recht sparsam ausgelegt. In Fahrtrichtung betragen die Winkelvorgaben 10 Grad nach innen und 45 Grad nach außen. Rückwärtig müssen für die Erkennung 5 Grad nach innen und 60 Grad nach außen reichen. Frei nach dem Motto „je mehr Blinker, desto größere Winkel“ erhöhen sich die Gradzahlen bei separaten Blinkern vorn und hinten auf 45 Grad nach innen und 80 Grad nach außen.

Nach oben und unten genügen 15 Grad, wobei der untere Wert auf 5 Grad sinkt, wenn die Blinker unter 75 Zentimeter Höhe (bei Lenkerendenblinkern gilt das sogar bis 115 Zentimeter) angebracht sind. Na, dann kramt mal euer altes Geodreieck raus. Die EG-Verordnungen orientieren sich bezüglich der senkrechten Abstrahlgrößen an denselben Maßen. Horizontal reichen für die Sichtbarkeit nach innen 20 Grad, entgegengesetzt wird aber auf 80 Grad erhöht. Bezüglich der Beweglichkeit bleiben hier keine Fragen offen. Es heißt klar und deutlich: »Vordere Blinker dürfen die Lenkbewegung mitmachen.« Separate Blinkerpaare an Front und Heck sind ebenso vorgeschrieben. Auch diese Angabe seht ihr noch mal übersichtlicher in den Zeichnungen, wobei wir auf die vertikalen Angaben verzichtet haben.

Am Ende ist der Blinker
Neben den vorgeschriebenen Anbringungsorten steht noch immer die Frage im Raum, bis wann man Lenkerendenblinker alleine am Bike betreiben darf. Hat man ein Fahrzeug mit EG-Zulassung, braucht man nicht darüber nachzudenken, die dürfen es eindeutig gar nicht. Bei den StVZO zugelassenen hängt es hingegen vom Datum der Erstzulassung ab. Hierbei schwebt das Datum 1. Januar 1987 im Raum, das angeblich den Schlusspunkt setzen soll. Es heißt, dass Fahrtrichtungsanzeiger an beweglichen Teilen nicht mehr zulässig sind, auf die alleinige Verwendung von seitlichen Blinkern wird aber weiterhin verwiesen.

Die Auslegungsvorschriften definieren es wie folgt: »Bewegliche Fahrzeugteile im Sinne dieses Merkblattes sind jene Aufbau-, Karosserie- und andere Fahrzeugteile, deren Lage durch klappen, drehen oder verschieben verändert werden kann.« Der RWTÜV informiert die Prüfstellen mit der Anweisung vom 06.03.1998 sogar darüber, dass nichts gegen die alleinige Verwendung von Lenkerendenblinkern spricht, solange sie für vorn und hinten geprüft sind. Erkennbar ist das an den Prüfziffern 11 (vorn) und 12 (hinten). Sind beide Zahlen vermerkt, besteht also keine Einschränkung. Wie ihr unserem Infokasten entnehmen könnt, ist am 17. Juni 2003 auf jeden Fall endgültig Schluss mit der Möglichkeit eines zentralen Blinkerpaares.

Dank der EG-Richtlinie reichen hinten 18 cm Abstand, die Blinker können also direkt neben dem Kennzeichen rausragen und sind somit schön versteckt
 

Einer für alle
Für den alleinigen Einsatz am Bike reichen die Lenkerendenblinker neueren Datums bauartbedingt nicht mehr aus, da sie sich meistens nur mit der Prüfziffer 11 begnügen. Wer also einen Alleinunterhalter möchte, muss auf die großen Ochsenaugen, Bull’s Eye, Snake Eye oder die Hot-Doc-Flash-Grips zurückgreifen. Da die Blinker dank LED-Technik minimalistisch klein geworden sind, lassen sie sich hinten wie vorn wunderbar verstecken. Vom Sicherheitsaspekt her ist ein separates hinteres Blinkerpaar natürlich auch wesentlich besser zu erkennen. Wobei es hier auch seit 2009 einen Zusammenschluss der Funktionen gibt.

Harley-Davidson hatte als Erster geprüfte Doppelfunktions-Blinker

Harley-Davidson brachte damals als erstes bei der Sporty Rücklicht-Brems-Blinker-Kombinationen auf den Markt, serienherstellermäßig natürlich in gewohntem XXL. Kellermann zog kurz danach in bekannter Minimalausführung nach. Mittlerweile sind diverse Hersteller mit auf diesen Zug aufgesprungen und man hat die Auswahl und letztlich auch die Qual der Wahl, welches Teil man denn jetzt nehmen soll. Ganz klar sollte es zum restlichen Fahrzeug passen, was natürlich immer vom eigenen Schönheitsideal abhängig ist. Auch für vorn gibt es Kombinationen, die Begrenzungsleuchte und Blinker vereinen. Normalerweise bilden diese multifunktionalen Beleuchtungen ein Problem für alle nach StVZO zugelassenen Fahrzeuge, denn die dürfen nur ein Bremslicht bzw. eine Begrenzungsleuchte haben.

Wie wir aber bereits in der CUSTOMBIKE-Ausgabe 1/2016 berichteten, gibt es da eine Hintertür. Die StVZO bietet in §30 die Möglichkeit, Einzelrichtlinien der EG anzuwenden, somit sind auch die Doppelfunktions-Blinker nach der Richtlinie 2009/67/EG möglich. Wie schon gesagt muss diese Richtlinie dann aber auch vollständig angewendet werden. Wobei da normalerweise nur ein paar Kleinigkeiten wirklich anders sind, so müsst ihr zum Beispiel Kontrollleuchten und eine Positionsleuchte haben. Was da neben den Blinkerkonditionen genau auf euch zukommt, konntet ihr ja in der Januar-Ausgabe lesen. Viel Spaß also beim Wälzen der Zubehör-Kataloge, wir sind schon gespannt, was ihr uns diese Saison so präsentiert.

Verordnungen im Laufe der Zeit:
1. April 1957 (§ 22 a Abs. 1 Nr. 17)
Bauartgenehmigung für Blinker wird Pflicht
(Wellen- oder heutiges E-Prüfzeichen).

1. Januar 1962 (§ 54)
Fahrtrichtungsanzeiger sind an Krafträdern
vorgeschrieben.

1. Januar 1970 (§ 54 Abs. 3)
Alleinherrschaft für gelbes Licht, rote Blinker
sind nur noch an davor zugelassenen Fahrzeugen zulässig.

1. April 1974 (§ 54 Abs. 3)
Das Aus für alle Wurstblinker: Winker für gelbes Blinklicht oder Pendelwinker für gelbes Dauerlicht gehören der Vergangenheit an.

1. Januar 1987 (§ 54 Abs. 1a)
Fahrtrichtungsanzeiger an beweglichen Teilen sind nicht mehr zulässig.

17. Juni 2003 (§ 54 Abs. 4 Nr. 2)
Ab diesem Zeitpunkt sind paarweise Blinker an
Vorder- und Rückseite zwingend erforderlich.

Verordnungen nach StVZO:

Blinkfrequenz:
90 Impulse/Minute ± 30 Impulse/Minute.

Anordnung:
Der Mindestabstand zwischen den leuchtenden Flächen der vorderen Blinker muss min.
340 mm betragen, zusätzlich zum Scheinwerfer mindestens 100 mm.

Der Abstand der inneren Ränder der leuchtenden Flächen hinten muss mindestens 240 mm
betragen.

Bei Lenkerendenblinkern gilt es, mindestens
560 mm Zwischenraum einzuhalten.

Die Grenze der leuchtende Fläche soll maximal 400 mm vom äußeren Rand des Motorrades betragen.
Blinkeranbringung in einer Höhe von mindestens 350 mm, höchstens aber 1500 mm über dem Boden.

Es gelten folgende Abstrahlwinkel: Horizontal 45° nach innen und 80° nach außen.
Sofern nur seitliche Fahrtrichtungsanzeiger angebracht werden müssen gilt für diese:
10° nach vorn innen, 45° nach vorn außen; 10° nach hinten innen und 60° nach hinten außen, bei Anbringung an Krad 5° nach hinten innen. Vertikal 15° nach oben und unten, der Winkel nach unten darf auf 5° verringert werden, wenn die Anbauhöhe der Leuchte weniger als 750 mm beträgt.

Ein Mindestabstrahlwinkel nach unten muss bei Verwendung von Lenkerendenblinkern bei einer Einsatzhöhe unter 1150 mm nicht eingehalten werden.

Funktionskontrolle: keine

Verordnung nach EG(EWG)/ECE:

Anzahl der Blinker:
Auf jeder Seite zwei

Anbauschema:
Zwei Fahrtrichtungsanzeiger vorn und zwei Fahrtrichtungsanzeiger hinten.

Blinkfrequenz:
90 Impulse/Minute ± 30 Impulse/Minute

Anordnung: Vordere Blinker dürfen die Lenkbewegung mitmachen. Der Mindestabstand zwischen den leuchtenden Flächen der vorderen Blinker muss mindestens 240 mm betragen.

Zwischen den leuchtenden Flächen der Fahrtrichtungsanzeiger und dem nächstgelegenen Scheinwerfer für Abblendlicht muss folgender Mindestabstand eingehalten werden:

75 mm, wenn die Mindeststärke des Anzeigers 90 cd beträgt (Kennzeichnung 11).

40 mm, wenn die Mindeststärke des Anzeigers 175 cd beträgt (Kennzeichnung 11a).

20 mm, wenn die Mindeststärke des Anzeigers 250 cd beträgt (Kennzeichnung 11b).

0 mm, wenn die Mindeststärke des Anzeigers 400 cd beträgt (Kennzeichnung 11c).

Bei den hinteren Fahrtrichtungsanzeigern muss der Abstand zwischen den Innenrändern der leuchtenden Flächen mindestens 180 mm betragen

Die Fahrtrichtungsanzeiger dürfen maximal 300 mm vom hintersten Punkt des Fahrzeugs entfernt sein (Richtung Fahrzeugmitte).

Blinkeranbringung in einer Höhe von mindestens 350 mm, höchstens aber 1200 mm über dem Boden.


Es gelten folgende Abstrahlwinkel:

Horizontal 20° nach innen und 80° nach außen.

Vertikal 15° nach oben und unten, der Winkel nach unten darf auf 5° verringert werden, wenn die Anbauhöhe der Leuchte weniger als 750 mm beträgt;

Funktionskontrolle: optisch und/oder akustisch
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Stand:17 December 2018 20:41:20/technik/technik+beleuchtung+-+der+wegweiser_18104.html