Technik – Kontaktzündung an Evo- und Shovelmotoren einstellen

Text: Stephan Simon  |   Bilder: Stephan Simon
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Technik – Kontaktzündung an Evo- und Shovelmotoren einstellen
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Auch auf die Gefahr hin, dass die meisten von euch Bikes mit elektronischer Zündung fahren, wollen wir euch in einem Anfall von hemmungloser Nostalgie erklären, wie ihr bei eurer Evo- oder Shovelhead-Harley die Kontaktzündung kontrolliert und einstellt. Klappt in der Werkstatt oder auf dem Seitenstreifen, here we go
Stephan Simon ist Biker und Schrauber alter Schule, ganz klar. In seinem eigenen Customshop »Simon's Custom« in Viernheim baut er Motorräder, vorwiegend Harleys.
Und er hat Bock drauf, euch zu erklären, wie die Dinge funktionieren. So haben wir uns entschieden, dem Stephan in loser Reihenfolge immer mal wieder bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Heute erklärt er uns, wie ihr die Kontaktzündung an eurer alten Harley einstellt.

Stephan Simon ist Customizer mit eigener Werkstatt und Schrauber der alten Schule. In unregelmäßigen Abständen wird er euch hin und wieder mit Techniktipps aus seinem Alltag versorgen

Zunächst braucht ihr das richtige Werkzeug. Welcher Schraubendreher der richtige für den Einstelljob ist, finden wir auf die traditionelle Art und Weise heraus, nämlich durch probieren. Cool ist es, wenn ihr eine Hebebühne habt, notfalls gehts aber auch auf am Boden, mit dem Bike auf dem Seitenständer. Als Erstes müssen die Zündkerzen rausgeschraubt werden. Und wo ihr schon mal dabei seid, kontrolliert die Kerzen auch direkt auf Abnutzung und einen Elektrodenabstand von 0,7 mm. Eventuell müsst ihr die Zündkerzen erneuern, die Gewinde dabei mit Kupferpaste einschmieren kann nicht schaden. 

Danach gehts mit dem Einstellen erst richtig los: Zuerst muss das Pointcover runter. Da ihr auch den Fliehkraftregler checken solltet, nehmt am besten auch die Kontaktplatte raus. Dazu die Befestigungsschraube vorsichtig mit einer 9/16-Nuss lösen.

Dann entnehmt ihr den Verstellmechanismus und prüft ihn auf Abnutzungserscheinungen. Das bedeutet, ihr achtet auf ausgeschlagene Bohrungen und erlahmte Federn. Wenn das Teil rumhängt wie ein Schluck Wasser in der Kurve … tauscht es bitte aus. Anschließend zieht ihr die Zündnocke. Und wieder wird geprüft, diesmal auf Abnutzungen wie Einlauf, Pitting oder Rost. Sollte dabei alles in Ordung sein, einfach mit Bremsenreiniger aussprühen, trockenblasen und mit Sprühöl behandeln. Achtet beim Wiedereinsetzen der Nocke darauf, dass sie richtig sitzt und ganz aufliegt. Also schön mit Gefühl einbauen, das Ganze in der richtigen Position auf dem Nockenspalt.

Anschließend die Schraube wieder reindrehen und noch gefühlvoller festziehen. Zur Prüfung dreht ihr die Nocke gegen den Uhrzeigersinn auf und stellt sicher, dass die Gewichte problemlos zurückfedern. Damit wäre das Thema Fliehkraftregler erledigt.

Jetzt schauen wir uns den Kontakt genau an. Einbrand, Abbruch oder sonstige schadhafte Stellen? Dann bitte alles einmal neu – und wechselt auch gleich den Kondensator mit aus. Ihr könnt nun den neuen Kontakt einbauen und den Schließwinkel beziehungsweise den Kontakt­abstand neu einstellen. Dazu lockert ihr die Halte­schraube. Stellt die Kontaktplatte in mittlere Stellung.

Dann bringt ihr den Motor mit Kickstarter oder aufgebockt mit eingelegtem hohen Gang am Hinterrad in Drehung, bis der Kontaktschleifer auf dem hohen Nocken für den vorderen Zylinder steht. Nun könnt ihr den Abstand 0,40 mm mit dem Schraubendreher an den Einstellnoppen festlegen. Der Abstand muss genau stimmen, also stellt ihn sorgfältig ein, so dass die Lehre saugend durch den Kontakt geschoben werden kann.

Zur Kontrolle dreht ihr den Motor auf die breite Nocke, die für den hinteren Zylinder zuständig ist. Auch hier solltet ihr mit der Fühlerlehre prüfen. Sollte das Spiel abweichen, bedeutet dies, dass der Nocken eiert. Keine Panik, mit einem gezielten Schlägchen mit Durchschlag und Hammer auf die Nockenschraube in die richtige Richtung kann dieses Problem behoben werden. Dann solltet ihr allerdings die komplette Einstellung wiederholen. Ist das alles erledigt, könnt ihr nun den Zündzeitpunkt festlegen.

Dafür öffnet ihr das »Timing Hole« auf der linken Motorseite. Um den Arbeitstakt am vorderen Zylinder zu finden, drückt ihr den Daumen auf das vordere Kerzenloch und betätigt den Kickstarter, oder ein Kumpel dreht das Hinterrad. Und zwar so lange, bis ihr den Kompressionsdruck merkt. Dann schaut ihr in das Timing Hole und dreht vorsichtig weiter, bis die Frühzündungsmarkierung – meist ein Strich – auftaucht.

Dann die Prüflampe am Kabelanschluss anklemmen und auf Masse legen. Am besten klemmt ihr die Prüflampe an die Ölpumpe. Nun Zündung einschalten und die Kontaktplatte so verdrehen, dass die Prüflampe bei voller Früh­zündung, also bei gegen den Uhrzeigersinn auf Anschlag gedrehtem Nocken (full advance) gerade so aufleuchtet. Zum Verdrehen verwendet ihr am besten eine abgewinkelte Spitzzange.

Damit wäre fast alles erledigt. Fettet die Nocken noch etwas ein, schraubt das Timing Hole zu, montiert die Kerzen und setzt euer Pointcover wieder auf … Brummm, Abfahrt.

Info:
www.simonscustom.de
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Stand:17 December 2018 21:35:06/technik/technik+-+kontaktzuendung+an+evo-+und+shovelmotoren+einstellen_18214.html