Frau Reuters-Praxistest – Juli 2019

Text: Thomas Kryschan  |   Bilder: Tobias Kircher
Frau Reuters-Praxistest – Juli 2019 Frau Reuters-Praxistest – Juli 2019 Frau Reuters-Praxistest – Juli 2019 Frau Reuters-Praxistest – Juli 2019 Frau Reuters-Praxistest – Juli 2019 Frau Reuters-Praxistest – Juli 2019 Frau Reuters-Praxistest – Juli 2019
Frau Reuters-Praxistest – Juli 2019
Alle Bilder »
Eines vorweg: Mein letztmaliges Gemecker über den Rostlöser von JMC sei hiermit etwas entschärft. Man legte mir nahe, ich solle statt dessen das Multifunktionsspray von JMC anwenden, das sei nicht flüchtig. Okay, denke ich mir, dann soll JMC seinen Rostlöser doch in die Tonne treten, der löst nämlich auch nicht besser Rost als das Multifunktionsspray. Hab ich jetzt ausprobiert. Punkt.
Eines vorweg: Mein letztmaliges Gemecker über den Rostlöser von JMC sei hiermit etwas entschärft. Man legte mir nahe, ich solle statt dessen das Multifunktionsspray von JMC anwenden, das sei nicht flüchtig. Okay, denke ich mir, dann soll JMC seinen Rostlöser doch in die Tonne treten, der löst nämlich auch nicht besser Rost als das Multifunktionsspray. Hab ich jetzt ausprobiert. Punkt.

Lesertipp
Dann habe ich von unserem Leser Oliver eine flotte blaue Dose zugesandt bekommen, mit deren Inhalt ich meine alten Herdplatten wieder sauber bekomme. Danke, Oliver! Aber Oliver ist ja nicht blöd: Er hat das Produkt mal an seinem Motorrad ausprobiert und war ganz angetan von der Wirkung. Mit dem Rowex Herdputz kann man nämlich astrein Stahl und Edelstahl reinigen. Chrom ginge nicht. Da kann ich aber beruhigend einschreiten, lieber Oliver, Chrom geht SUPER!

Der Tipp kam von unserem Leser Oliver – und er war sehr gut: Mit dem Rowex Herdputz geht es dem Rost erfolgreich an den Kragen

Die von mir gerade in Angriff genommene SR 500 stand ungelogen zehn Jahre im Regen. Entsprechend scheiße sah der Lenker aus. Ich hab mir natürlich gleich einen neuen gebrauchten gekauft. Ich Idiot! Wie ihr auf dem Foto seht, haben sechzig Sekunden Geputze mit Rowex Herdputz den ganzen Rostdreck vom alten Lenker gewienert. Ich hab so einen durchschlagenden Putzerfolg noch nie gesehen. Das Zeug ist wirklich der Hammer. Es riecht wie abgestandene Katzenpisse, ist auch sicherlich nicht gerade dermatologisch unbedenklich, ruft bei mir aber keine Hautirritationen hervor. Ganz ehrlich und von Herzen kommend: Probiert das Zeugs mal aus. Stahl, Chrom und Edelstahl lassen sich damit astrein putzen. Probiert vorher an einer unauffälligen Stelle aus, ob euer Chrom hart genug ist oder vom Gewiener matt wird! Yamaha hat guten Chrom verwendet. Damals. Alu geht auch, lässt sich aber mit anderen Mitteln besser auf Hochglanz bringen. Sehr geiles Zeugs! Die 375-ml-Dose kostet bei Rohm und Werner rund 8,50 Euro. Rohm und Werner gibt es seit 1935 und stellt seitdem wirkungsvolle Reinigungsmittel her. Mit dem Herdputz haben sie einen echten Volltreffer gelandet. Schaut mal unter www.rohm-und-werner.de


Lesestoff
Kulturell hat sich auch was getan: Die einst von mir hoch gelobten Bücher von Carl Hertweck »Besser Machen« und »Der Kupferwurm« gehören nach wie vor ins Regal eines jeden Motorradschraubers, der noch mit Speichenrädern und Kontaktzündung unterwegs ist. Ob Zwei- oder Viertakter, auch heute noch sind diese beiden Bücher direkt neben der Bibel und Lemmy Kilmisters Autobiografie anzusiedeln. Nun hat der Motorbuch-Verlag diese beiden Bände zu einem Sonderband zusammengelegt. Für 40 Euro erfahrt ihr hier ALLES, was man wissen muss, wenn man motorenverrückt ist. Zudem ist der Schreibstil von Hertweck außerordentlich kurzweilig, sodass man die Bücher kaum aus der Hand legen mag. Ihr seid selbst schuld, wenn ihr die nicht gelesen habt und nicht regelmäßig mal reinschaut. Die Hercules Prima meines Sohnes läuft wegen dieser Bücher stramme 35  – ohne frisiert zu sein. Lesen bildet nicht nur, es kann auch schneller machen.

Gehört in jedes Schrauberregal, gleich neben die Lemmy-Biografie: Die Bücher »Besser machen« und »Kupferwurm« gibt es jetzt gar geballt in einem Sonderband


Zündung einstellen
Und damit sind wir zu einem meiner Lieblingsthemen gekommen: Zündung. Himmel, was hab ich da als junger Bursche schon mit gekämpft. Der Witz bei Zündungen ist: Wenn man es einmal begriffen hat, weiß man es für immer. Zündungsgeschichten können fies, hinterlistig und unbarmherzig sein. Wie Frauen. Moderne Motorräder kennen sowas nicht. Wenn da was mit der Zündung ist, bleiben die einfach stehen. Man ruft den ADAC und ab damit. Die alten Bückel jedoch ließen und lassen sich noch am Straßenrand reparieren. Ich hab zwar an meiner steinalten Shovel auch ’ne moderne Dyna-S-Zündung, aber in meiner Wachsjackentasche ist immer noch ein Tütchen mit der kompletten Kontaktplatte für Kontaktzündung. Wenn mir die Dyna-S mal in Sibirien platzt, kann ich in zwei Minuten auf Kontaktzündung umstellen und Arschlecken. Ein erhebendes Gefühl. Es ist sogar ein Strich auf der Platte und im Motorgehäuse, sodass ich den Scheiß ohne Einstellung einbauen kann, wenn ich das sauber strichdeckend montiere. Funktioniert, könnt ihr ruhig glauben.

Dennoch: Irgendwann muss eine Zündung mal eingestellt werden. Bei den alten Shovels geht das nur mit Prüfglühlampe, bei mir mit der Dyna-S nur mit »Zündfunkenhörtest«. Bei laufendem Motor geht das kaum, weil die Zündmarkierungen links auf der Kurbelwange sind. Da muss man eine Inspektionsschraube rausschrauben und dann kann man die Markierungen irgendwann sehen. Wenn man dann den Motor anmacht, kommt das Motoröl aus dem Inspektionsloch geschossen und rotzt dem, der davor sitzt, voll in die Fresse. Geht also NUR bei stehendem Motor. Irgendein Sackgesicht hat sich aber mal oberschlau eine Plexischraube ausgedacht, durch die man durchschauen kann, wenn der Motor läuft. Dann kommt ja kein Öl mehr rausgerotzt. Und dann könnte man mit der Zündzeitpunktpistole arbeiten. Und anscheinend wird dieser Artikel auch gekauft. Warum auch immer: Sobald der Motor läuft, ist die bekackte Plexischraube natürlich von innen voll mit schwarzem Motoröl. Da sieht man rein gar nix durch. Dieser Artikel ist also komplett von Idioten für Idioten gemacht. Man kaufe diesen Artikel nicht.

Zündzeitpunktpistole ist kein schönes Wort, aber ein schönes Gerät. Für die Einstellung von Motoren unerlässlich, sollte es in keiner Werkstatt fehlenZündzeitpunktpistole ist kein schönes Wort, aber ein schönes Gerät. Für die Einstellung von Motoren unerlässlich, sollte es in keiner Werkstatt fehlen

Was aber großartig für alle Motoren ist, die im laufenden Betrieb eingestellt werden: Die gerade erwähnte Zündzeitpunktpistole oder besser gesagt: Das Zündzeitpunkt-Einstellgerät. Meines ist von Optilux (heute Hella) und hält seit 35 Jahren. Es gibt auch billige Ausführungen aus Fernost, von denen höre ich aber immer wieder, dass sie wenig robust seien und gerne einfach mal eben tot sind. Das liegt sicher an der Qualität der eingebauten Blitzlampe. Früher hatte sowas jeder Autoschrauber im Regal, heute ist es schon richtig schwierig, so eine Lampe im Fachgeschäft zu bekommen. Selbst Onkel Matthies konnte mir nicht weiterhelfen, als ich mal eine verschenken wollte.

Die einzig wahre Pistole ist der »Zündzeitpunkt-Einstellstab mit Stroboskop« von Hella. Produktnummer 8PD004835-001. Sowas kostet rund 60 Euro und macht das Leben erheblich leichter. Die Lampe ist baugleich mit meiner alten Optilux.
Über die Funktion muss ich hier hoffentlich nix sagen, das kann jeder. Das Gerät ist für 12 Volt ausgelegt. Wenn ich ’ne alte XT oder Kallis Hercules einstelle, klemme ich einfach meine externe 12-Volt-Batterie an die Lampe und schon kann man auch 6-Volt-Motoren einstellen – Zündfunke ist schließlich Zündfunke. Dies ist tatsächlich mein erstes selbstgekauftes Prüfgerät. Damals wog ich noch 75 Kilo und wollte Kim Novak heiraten. Heute würde ich lieber 75 Prüfgeräte heiraten. Die schmutzen weniger.

Und nun muss ich mich um meine Leber kümmern, da ist irgendwas nicht richtig eingestellt. Aber ich hab da ja eine leckere Prüfpistole von Astra …

Fahrt schön vorsichtig, Euer Martin


  Teilen
Topseller im Shop
Stand:23 September 2019 02:48:09/technik/frau+reuters-praxistest+-+juli+2019_19618.html Warning: fopen(cache/7796fdcfb53c713da77ede96acd51039.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163