Show Me Your Garage – Zu Besuch in Lampertheim

09.01.2018  |  Text: Katharina Weber  |   Bilder: Benjamin Grna
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Show Me Your Garage – Zu Besuch in Lampertheim
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Groß ist es nicht, das Zuhause der »Suicidal Choppers« aus Lampertheim, aber bis unters Dach vollgepackt mit guten Menschen, Motorrädern und Geschichten
Wenn du einmal durch die blaue Tür getreten bist, ist es schwer, wieder den Absprung zu finden. Von der Türschwelle zur selbstgezimmerten Bar sind es nur zwei Schritte, sofort hast du ein Bier in der Hand – oder wahlweise einen Eierlikör, handgemacht, unsere Frau Reuter hätte ihre Freude hier. Hoch die Tassen, wir stoßen an mit Gosche, dem Blechpatscher, Starrgabler, McGyver und dem Worschde Bernd. Jeder Spitzname erzählt eine Geschichte, auch von den vielen Kilometern, die sie zusammen abgerissen haben. Gardasee, Cannes, Tschechien, Mallorca – immer auf den Bikes, zum großen Teil knallharte und getunte Umbauten. Die »Suicidal Choppers« sind echt, keine Blender, keine Showbiker.

Show Me Your Garage in Lambertheim bei Suicidal Choppers

Im kleinen Raum verteilt stehen eine Werkbank und ein paar Motorräder, Harleys hauptsächlich. Ein weiterer winziger Raum beherbergt Werkzeuge, Material und die Drehbank. An den Wänden hängen die gerahmten Bike-Veröffentlichungen aus Motorradmagazinen und viele Bilder und Zeichnungen. »Irgendwann hat unser Bernd angefangen zu malen, einfach so«, erzählt Atze, einer aus der Gründungscrew der Suicidals. Im Jahr 2004 war das mit der Gründung, ein genaues Datum wissen sie hier nicht mehr. Freunde waren sie seinerzeit schon. Zusammen aufgewachsen, zusammen geschraubt, gefahren und »das ein oder andere Mal richtig Scheiße gebaut«, sagt Atze.

Damals traf man sich im Eiscafé in Lampertheim, später in der Garage von Atzes Schwiegereltern in spe. Irgendwann die Trennung von der Freundin und der Verlust des Refugiums. Mittlerweile war Frank zu den Suicidals gestoßen und hat für den passenden Raum gesorgt. Im Industriegebiet der Kleinstadt hat er seine Firma, auf dem Gelände ist noch der kleine Raum im Nebengebäude frei. Dort wird Platz geschaff. Die Jungs können einziehen, etwa sechs Jahre ist das her. Knapp zwanzig Leute sind sie mittlerweile, und eine erstaunlich gut funktionierende Truppe. »Es klappt, weil keiner etwas muss«, sind sie sicher. Die einzige Verpflichtung besteht darin, jeden Monat den Mitgliedsbeitrag zu bezahlen, der Miet- und Unterhaltungskosten deckt. »Pflichtfahrten, Regeln, Rituale – die herrschen woanders, nicht bei uns«, zwinkern uns die Jungs mit Seitenhieb auf andere Strukturen der Motorradszene zu.

Viel Platz zum Schrauben ist bei den »Suicidal Choppers« nicht, viele Motorräder bauen sie trotzdem. Die meisten davon auf Harley-Basis und mit ordentlich Bumms zwischen den Rädern

Geschraubt wird nicht ausschließlich hinter der blauen Tür, einfach, weil der Raum zu klein ist. »Und manchmal«, sagt Frank, »musst du dich einfach konzentrieren. Da ist es nicht förderlich, wenn zehn Mann dabeistehen und Kommentare ablassen. Da bleibst du doch lieber in deiner eigenen Garage.« Trotzdem, jeder hier fährt ein umgebautes Motorrad, eine gewisse Harleylastigkeit hat sich in den letzten Jahren ergeben, aber auch BSA, Triumph und Intruder kamen hier schon unters Messer, »wir trauen uns an jeden Umbau ran.«

Meist ist der Stil der Bikes rennoptimiert, die Motoren sowieso. Weil die Bande die Karren eben nicht nur über Landstraße und Autobahn, sondern auch gerne über die Viertelmeile prügelt. Fahrt mal zu den Race Days oder den Nitrolympx nach Hockenheim oder zu den Starr Wars am Glemseck. Dann werdet ihr die Jungs aus Lampertheim sicher treffen. Alternativ kann es euch passieren, dass sie auf der A6 an euch vorbeirasen.

»Wenn dieser Moment gekommen ist, wo ein kurzer Blickkontakt mit dem Nebenfahrer ausreicht, damit die Hähne für einen Autobahnabschnitt mal kurz auf Anschlag gedreht werden«, wie Atze erzählt. Der Name »Suicidals« kommt nicht von ungefähr. Bekannt sind sie mittlerweile in ihrem Ort. Viel ist hier nicht mehr los, Lampertheim ist eine Art Vorstadt ohne Stadt, ein paar Spargeläcker und ein Badesee, mehr nicht.

Show Me Your Garage in Lambertheim bei Suicidal Choppers

Seit 2012 veranstaltet die Truppe ihr Vatertagsfest, die halbe Stadt kommt vorbei, hier ist noch was los und das Bier günstig. Da kann es schon vorkommen, dass sich im Schatten der blauen Tür 1000 Menschen drängen. Vom Erlös der Vatertagssause und kleineren Events finanzieren die Jungs ihre Touren.

Ob man Mitglied der eingeschworenen Truppe werden kann? »Es muss passen«, sagen sie. Jeder ist willkommen, aber nicht jeder kann einfach mitmischen. Sowas kristallisiert sich mit der Zeit heraus. »Aber wisst ihr, was wirklich schön war«, sagt Atze, »als neulich der Jochen zu mir kam. Er ist unser neuestes Mitglied und hat mir erzählt, wie stolz er darauf ist, ein Suicidler zu sein.«

www.suicidal-choppers.de
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