NitrOlympX 2015

Text: Christian Heim  |   Bilder: Christian Heim
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NitrOlympX 2015
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Top Fueler sind die Königsklasse des Drag Racing. Sowohl bei den Vierrädern als auch bei den Bikes. CUSTOMBIKE hat dem Top-Fuel-Fahrer Ian King und seinem Team während der NitrOlympX in Hockenheim über die Schulter geschaut
Es klingt so einfach. Eine Viertelmeile geradeaus fahren und das so schnell wie möglich. Was nach einer leicht zu bewältigenden Aufgabe aussieht, ist eine komplexe und fordernde Motorsportart. Drag Racing ist mehr, als nur umgerechnet 402,33 Meter schnellstmöglich hinter sich zu bringen. Es ist eine Materialschlacht, ein Kampf zwischen Mensch und Maschine, immer an der Grenze der physikalischen Gesetze operierend und zusätzlich dem Diktat der gnadenlos tickenden Uhr unterworfen.

Bei der Jagd nach Tausendstelsekunden können Helden geboren und Rekorde eingestampft werden. Es kann aber auch alles im Fiasko enden und sich förmlich in Rauch auflösen. Drag Racing ist die schnellste Motorsportart zu Lande und es ist vor allem für die Zuschauer ein unvergleichliches Spektakel, das sich kaum in Worte fassen lässt.

Der Top-Fuel-Dragster wird von einem 1,6-Liter-Puma-Motor befeuert und leistet um die 1500 PS. Der Dreiventil-Vierzylinder wird mittels Kompressor unter Druck gesetzt

Seit genau dreißig Jahren brennen sich die NitrOlympX in Hockenheim wenigstens einmal im Jahr ins Gedächtnis der Motorsportfans, hinterlassen nie erlebte Eindrücke, wenn am Start die Hölle losbricht und die Schallwellen der PS-Monster förmlich durch den Körper wandern. Die Königsklasse bildet dabei sowohl bei den vier- als auch den zweirädrigen Rennfahrzeugen die sogenannte Top-Fuel-Klasse. Ihre Motoren erzeugen dank Aufladung und des besonderen Treibstoffs Nitromethan abartige Leis-tungen. Über 1500 PS drückt ein Drag-Bike ans Hinterrad, mehr als 1000 Newtonmeter zerren am Material. Der Sprint über die Viertelmeile ist in weniger als sechs Sekunden erledigt – wenn alles optimal läuft.

Konzentrationsphase vor dem Start. Der Routinier bleibt ruhig, der Puls im normalen Bereich

Es ist der erste Freitag im August und ich treffe Ian King und sein Team im Fahrerlager. In der Boxengasse haben sie für die kommenden drei Tage ihr Domizil aufgeschlagen und werden versuchen, wichtige Punkte im Kampf um die FIM-Europameisterschaft im Drag Racing zu sammeln. Ian King ist achtfacher Europameister, der neunte Titel soll dieses Jahr folgen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, trotz der wahnwitzigen Temperaturen eines der heißesten Wochenenden des Jahres. Der Routinier, der eine Doppelfunktion als Fahrer und Teambesitzer ausübt, kann auf ein motiviertes und erfahrenes Team zurückgreifen, das das Dragster-Bike für jeden Lauf vorbereitet.

Und sie sind gut, sehr gut sogar. Während das Material der Konkurrenz in der Gluthitze des Motodroms reihenweise den Geist aufgibt, hat die Gulf-Mannschaft nicht einen einzigen Defekt zu verzeichnen. Lediglich Öl und Zündkerzen werden nach jedem Lauf gewechselt, dazu die gesammelten Daten der Blackbox ausgelesen. Was so simpel klingt, bedarf in Wirklichkeit einer organisierten Vorbereitung und natürlich besten Materials. Die Engländer fahren ihre eigenen Motoren. Vor ein paar Jahren hat Ian King die Gelegenheit genutzt und zusammen mit einem Mitstreiter die Motorenschmiede Puma Engineering übernommen. Seitdem fahren und entwickeln sie die 1,6 Liter großen Reihenvierzylindermotoren stetig weiter und verkaufen sie auch an andere Teams. Es ist ihr Beitrag, die doch fragile Drag-Racing-Szene mit am Leben zu halten.

Ian King beim Burnout. Das Anwärmen der Reifen ist extrem wichtig, um beim Start sofort Grip aufbauen zu können. Der mächtige Hinterreifen wird mit minimalem Luftdruck gefahren. Das vergrößert die Aufstandsfläche

Am Mittag dann wird es ernst. Die Qualifikation des neun Teilnehmer starken Feldes steht an. Das britische Team wirkt gelassen und konzentriert, schiebt den Top Fueler in die Burnout-Zone. Reifenanwärmen, kurze Gasstöße und auf die grüne Ampel warten. Dann katapultiert die brutale Kraft des Motors das 450 Kilogramm Geschoss über die Bahn. Nach 1,1 Sekunden sind 160 km/h erreicht. Nach 6,143 Sekunden die 400 Meter überwunden. Im Ziel muss Ian den Dragster aus über 300 km/h herunterbremsen, der erste  von drei Qualifikationsläufen ist geschafft. Er wird sie alle gewinnen. Auch in der Elimination kann keiner der anderen Teilnehmer seinen Einzug ins Finale am Sonntag verhindern. Zwar wird Ian King die Topzeit aus der Qualifikation nicht mehr erreichen, doch im Kampf um den Sieg von Hockenheim lässt er den Schweden Rikard Gustaffson eiskalt stehen und brennt noch einmal eine schnelle 6,372 in den heißen Asphalt von Hockenheim. Der Europatitel ist in greifbare Nähe gerückt.
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Stand:14 November 2019 20:19:21/szene/nitrolympx_1510.html Warning: fopen(cache/8ffcaf3fd6490bdf4d27a392e8242e98.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163