25% Günstiger im Printabo!
Wir feiern 25 Jahre TätowierMagazin und alle profitieren
Verlängert
bis 31.07.19
€71,-
€53,-

35 Jahre USM

Text: Horst Heiler  |   Bilder: USM
35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM 35 Jahre USM
35 Jahre USM
Alle Bilder »
Deutschland, deine Customizer: Vom Zubehörshop der Gründerjahre aufgestiegen zu einem der größten Kataloganbieter – heute als namhafter Bikebuilder mit exzellenter Geschäftsidee geachtet: Die Firma USM in Langenhagen feiert ihr 35-Jähriges
Ja, es gab sie schon immer, diese deutsche Chopperszene. Auch wenn Chopperfahrer in den Anfängerjahren in ihrer Gesamtheit kaum ins Gewicht fielen, und Harley-Davidson-Besitzer noch viel weniger. Und trotzdem, schon in den Siebzigern entstanden an verschiedenen Fronten wenige kleine Chop-Shops. Die taten ihr Bestes, willigen Käufern nötige Anbauteile für ihre Bikes zu besorgen. Es war eine Zeit des »kalten Krieges« – in der Weltpolitik wie auch in unserem Mikrokosmos, und wir trugen ihn mit TÜV und Polizei aus.

Gegen Ende der 1970er mussten schließlich auch die Graukittel zunehmend einsehen, dass sie die Besitzer von Custombikes nicht einfach mit einem Kopfschütteln wieder davonjagen konnten. Schließlich hatten nun ja auch alle großen japanischen Motorradfirmen »Custom«-Modelle im Angebot. Die sogenannten Softchopper galten allerdings als halbherzig und – verglichen mit den Harleys – als nicht zu Ende gedacht. Das Original aus Milwaukee stand auf der Wunschliste der Chopperjünger ganz, ganz vorn. Schon 1973 hatte in Köln ein »Harley-Davidson Riders Club« von sich Reden gemacht, der sich schnell deutschlandweit ausbreitete. Fühlte sich anfangs Eysel-Motor-Sport im hessischen Langenselbold für den Import von Harley-Davidsons nach Deutschland zuständig, dauerte es noch eine ganze Weile, bis es eine offizielle deutsche Harley-Niederlassung gab. Noch wurden keine hundert Neumaschinen pro Jahr in Deutschland verkauft. Doch durch den Import gebrauchter Maschinen stieg die Zahl der Harley-Davidson-Besitzer trotzdem zusehends.

Die Firma USM in Langenhagen feiert ihr 35-Jähriges

Partner und Freunde
Claus Günther und Ronald Thoke bewiesen in dieser Zeit Weitblick: 1981 gründeten die beiden in Hannover-Stöcken die Firma »US Motorcycle Store«, um in ihrem Shop Ersatz- und Zubehörteile für Motorräder der Marke Harley-Davidson zu verkaufen. Weil aber Ronald Thoke schon ein Jahr später wieder ausstieg, nahm Harley-Enthusiast Dietmar Speck die Gelegenheit wahr, den Aussteiger zu ersetzen. Nennen wir sie getrost ein Dreamteam; hatten doch Claus und Dietmar ihr beider Hobby zum Beruf gemacht.

Und sie lebten ihre Berufung, beobachteten natürlich auch ganz genau, was drüben in den USA so vor sich ging. Dort gab’s ja längst eine gefestigte Customszene. Deren Protagonisten, Customizer wie Barry Cooney, Smith Brothers & Fetrow, Dave Perewitz und allen voran Arlen Ness, fanden sich mit ihren zweirädrigen Kreationen in jedem Chopper- und Custommagazin. Für deren jeweils neuesten Teile wurden Anzeigen in Magazinen geschaltet, Anbauteile über eigene Kataloge verkauft. Der Weg war aufgezeigt, die Weichen gestellt: Die amerikanischen Customizer – zunächst noch Vorbilder – wurden Geschäftspartner und Freunde.

1986 importierte die USM-Crew containerweise alte Police-Harleys aus Südkorea, zeigte zu diesem Zeitpunkt sogar schon TV-Präsenz. Werbung wurde in Fachzeitschriften geschaltet, USM-Kunden bestellten die Teile über Kataloge oder kauften direkt an der Theke. Dadurch, dass Dietmar und Claus solche Kataloge drucken ließen, konnten sie bald erfolgreich Ersatz- und Zubehörteile in ganz Europa verkaufen. »Wir hatten zu dieser Zeit noch kein Internet, das Handy wurde gerade erfunden …«, Claus Günther erinnert sich gut an diese Zeit, als der neue Evo-Motor das Negativimage der Harleys als unzuverlässige Schrauberböcke langsam ins Vergessen geraten ließ. »Wir hatten stets ausschließlich bei namhaften Herstellern in den USA eingekauft«, gibt rückblickend ein Geschäftsführer zu denken, der immer auf die Qualität der Waren achtete. USM galt zu diesem Zeitpunkt als einer der großen Kataloganbieter im Groß- und Einzelhandel in Europa. Die Firma genoss internationale Anerkennung im Custombike-Bau, schuf Customharleys, die im Vergleich jetzt auch mit US-Kreationen von Arlen Ness, Dave Perewitz oder den Sands-Brüdern von Performance Machine standhielten. Im europäischen Raum sahen sich die Langenhagener auf einer Stufe mit Top-Customizern wie Bertrand Dubet in Frankreich oder Battistinis in England.



Sex sells – shit happens
Auch wenn klar war, dass für eine Präsentation von USM-Bikes eigentlich kein schmückendes Beiwerk nötig war: Was in den USA taugte, die Aufmerksamkeit von Neueinsteigern zu erregen, funktionierte auch bei uns. Schönheiten wie Nadine Tschanz, Jana Wutzler, die heutige Schauspielerin Bettina Zimmermann und auch der damalige Erotikstar Teresa Orlowski dekorierten die Bikes von USM und somit die Titelseiten der Custommagazine. USM sah Bedarf, sich im neuen Industriegebiet in Langenhagen-Godshorn zu vergrößern. Der Neubau mit großer Lagerhalle, geräumiger Werkstatt, einem Showroom und Büros wurde 1998 bezogen.

»Unsere riesigen Mengen an Ersatz- und Zubehörteilen, die wir mittlerweile aus den USA importierten, machte die Firma Custom Chrome Inc. aus Kalifornien auf USM aufmerksam. In den 1990er Jahren statteten sie uns in Langenhagen einen Besuch ab, um zu sehen, woher der neue Goldrausch kam. Wir gehörten zu den Auserkorenen, die für eine Europa-Filiale von CCI infrage kamen«, denkt Claus wehmütig an eine verpasste Chance zurück. Er und Dietmar saßen zu dieser Zeit sehr fest im Sattel. Sie hatten gerade den Katalog Nr. 7 gedruckt, das Lager war voll, die IFMA in Köln stand vor der Tür und … USM lehnte dieses – wie sich später herausstellte – einmalige Angebot ab. Einer der Mitbewerber nahm die Offerte von CCI an, gründete Custom Chrome Europe und USM wurde damit wortwörtlich die Butter vom Brot genommen. Den Kampf, den sie dem neuen Konkurrenten angesagt hatten, verloren die beiden Enthusiasten. Sie mussten ihre Halle wieder verkaufen und zogen abermals um, in einen nahe gelegenen Neubau, der extra für USM und die neuen Aufgaben gebaut wurde.



Durch die Geschichte mit dem neuen übermächtigen Mitbewerber war es schnell eng um USM geworden. Der Zahn der Zeit hatte genagt, verlangte nach Veränderung, vom Teileversandhändler zum Customizer. Die Veredelung von Harleys war in vorherigen Jahren nur Nebengeschäft und eigentlich aus Spaß an der Freude geschehen. Jetzt sollte Customizing zum neuen Hauptaufgabengebiet von USM werden.

Survivors back to the road
Die Umorientierung brachte eine geräumigere Werkstatt. Die neue Ausstellungsfläche umfasste nun das Dreifache des alten Showrooms. Das Lager hingegen konnte schrumpfen. Im Jahre 2005 verstarb Dietmar unerwartet. Die ganze Last lag nun auf den Schultern von Claus Günther … und dem kam eine geniale Idee: Schrott wird flott – Unfallfahrzeuge als Basis für eine Custom-Harley. Du kaufst ein verunfalltes Motorrad, benutzt dieses als Grundstein für einen neuen Aufbau und musst kein neues oder fahrtüchtiges Motorrad dafür zerstören. Es war für USM die richtige Entscheidung, denn durch die Euro-3-Abgasbestimmungen war es immer schwieriger geworden, Custombikes zu produzieren, geschweige denn eine Straßenzulassung dafür zu bekommen. Auf Basis von originalen Harley-Davidson-Fahrzeugen hingegen lassen sich – auf absolut legalem Wege – sehr werthaltige Bikes aufbauen und veredeln.



Zehn Jahre zogen ins Land. USM hat heute die angemietete Immobilie in der Nürnberger Straße verlassen, wirkt wieder in einer eigenen Halle, nur ein Grundstück weiter. Die Räumlichkeiten wurden den jeweiligen Bedürfnissen erneut angepasst. Zusätzlich fand ein kleines Museum unter dem Dach der Halle Platz: Hier sind die zweirädrigen Glanzlichter der letzten 35 Jahre zu finden und auch jede Menge Zeitschriftenseiten mit USM-Bikes haben ihren Platz an den Wänden gefunden.

Die Geschäftsidee der Crashbike-Veredelung ist bei USM heute aktueller denn je. In Langenhagen entstehen hochwertige Harley-Davidson-Fahrzeuge auf Basis von Unfallmotorrädern. Heinz Lorey, Mitarbeiter seit 25 Jahren und neben Claus Günther eine der Säulen von USM meint abschließend: »Wir leisten Top-Arbeit. Jeder der sein Bike zu USM bringt – oder sich von uns ein neues bauen lässt – kann nur gewinnen. See you on the Road!«

Info
www.usm-motorcycles.de
  Teilen
Topseller im Shop
Stand:20 July 2019 17:47:50/szene/35+jahre+usm_163.html Warning: fopen(cache/3ffa2066b7ba9a3b600bd254c96796ac.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163