Kawasaki W650 Scrambler – Motortasche

Text: Dirk Mangartz  |   Bilder: Volker Rost
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Kawasaki W650 Scrambler – Motortasche
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Ein Scrambler sollte es werden und ein wenig erinnern an die Vorkriegskräder der Schweizer Marke Motosacoche. Rückblick auf den Umbau einer ungewöhnlichen Kawasaki W650
Nicht erst, seit Ducati seine neue »Vintage-Heritage-Urban-Enduro« präsentiert hat, sind Scrambler ein großes Thema. Straßenmotorräder mit Geländeanleihen versprechen uneingeschränkten Fahrspaß auf Asphalt bei traditioneller Sechzigerjahre-Geländeoptik.
Klar, dass sich zum Umbau in einen authentischen Scrambler vor allem Retrobikes anbieten, denn Rundscheinwerfer, Stereofederbeine und Luftkühlung des Motors sollten schon sein.

Stollenreifen, Geländelenker, schmaler Tank: So eine W-Kawasaki ist einfach ein feines Motorrad und macht auch als Scrambler eine gute Figur

Bei Zweiradtechnik Lambert in Maxdorf hatte man schnell ein geeignetes Basisbike ausgemacht: Eine Kawasaki W650 von 2002 schrie förmlich nach einer gründlichen Umgestaltung. Michael Lambert wollte jedoch nicht nur einen »einfachen« Scrambler bauen, sondern eine außergewöhnliche Idee umsetzen. Stilistisches Vorbild sollten die Motorräder des Schweizer Herstellers Motosacoche sein. Motosacoche (zu Deutsch Motortasche) erhielt seinen Namen, weil der erste 215-ccm-Viertakter samt Tank und Aggregaten wie eine Tasche an jeden Fahrradrahmen gehängt werden konnte.

Bis zum Zweiten Weltkrieg war die heute fast vergessene Marke unter dem Label MAG (Motosacoche Acacias Geneve) der größte Hersteller von Einbaumotoren in Europa. Auffälliges Merkmal aller Motorräder von Motosacoche war die Farbgebung in Khaki mit braunen oder roten Applikationen. Und genau so wollte der Pfälzer Motorradhändler seine W 650 aussehen lassen. Um eine möglichst schmale Linie zu erreichen, schweißte er einen Yamaha-DT-400-Tank aus dem Jahr 1972 um. So kann der Fahrer auch von oben den sehenswerten 650 ccm-Königswellentwin betrachten.



An der originalen Gabelbrücke wurde die Zündschlossaufnahme entfernt und ein Koso-Tachometer in die Grundform der Gabelbrücke eingepasst. LSL lieferte den passenden Lenker, in den eine Kontrollleuchteneinheit von motogadget integriert wurde. Der E-geprüfte Scheinwerfer und das Rücklicht stammen von Paaschburg und Wunderlich, die originale Airbox wurde durch eine individuell gefertigte Aufnahmebox für Batterie Elektrik ersetzt. 

Nachdem das Rahmenheck mit neuen Haltern versehen worden war, konnten die aus einem Stahlblech-GfK-Verbund gefertigte Sitzbank sowie die Aluminium-Schutzbleche montiert werden. Einen Elektrostarter hielten die Maxdorfer bei einem Scrambler für entbehrlich, zumal sich durch das Weglassen sämtlicher Starterkomponenten einiges an Gewicht einsparen lässt. Auch die mit Durchbrüchen versehene Ritzelabdeckung spart Masse und sieht dazu unverschämt gut aus. Am Ende stand ein konsequent umgesetztes Farbkonzept.



Weil Chrom und Hochglanz weder an einem Scrambler noch an einer antiken Motosacoche in Mengen vorkommen, ließ Lambert die Felgen schwarz pulverbeschichten und die Motordeckel perlstrahlen. Matte und witterungsbeständige Oberflächen bieten sich für einen traditionsbewussten Scrambler schließlich an. Also wurde auch der verchromte Originalauspuff gesandstrahlt, im hinteren Bereich mattschwarz lackiert und partiell mit Hitzeschutzfolie umwickelt. Michael Schönen von »Lackmuss« übernahm die Lackierung im Stil der alten Motosacoche-Motorräder. Er erledigte den Zwanzigerjahre-Farbauftrag in Khaki mit Bravour und hat damit einen wesentlichen Anteil am Gesamtkonzept einer ungewöhnlichen Scrambler-W650.

Am Gasgriff
Motor und Fahrwerk brauchten für diesen Umbau nicht groß modifiziert zu werden. Weil aber K&N-Luftfilter montiert wurden, hat die Lambert-Crew die Vergaser neu abgestimmt. Der 50-PS-Twin dankt es mit sauberer Gasannahme und bestmöglicher Leistungsentfaltung
 

Technik
Kawasaki W 650 | Bj. 2002

Motor
Zweizylinder-Viertakt, ohc-Vierventiler, 
676 ccm (Bohrung/Hub 72 x 83 mm)
Luftfilter: K&N
Auspuff: Serie, modifiziert
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 50 PS bei 7000 /min
Drehmoment: 56 Nm bei 5500 /min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h

Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen
Gabel: Tele 39 mm, Gabelbrücke modifiziert
Räder: vorne 100/90-19, hinten 130/80-18
Bremsen: vorn Scheibe, hinten Trommel 

Zubehör
Tank: Yamaha DT 400, modifiziert
Schutzbleche: Zweiradtechnik Lambert
Lenker: LSL
Scheinwerfer: P&W
Rücklicht: P&W
Instrumente: Koso-Tacho, Motogadget-Kontrollleuchten
Sitzbank: Atelier Dana Bohländer

Metrie
Leergewicht: 215 kg
Radstand: 1465 mm

Info
www.motorrad-lambert.de
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Stand:22 November 2018 12:40:13/motorrad/kawasaki+w650+scrambler+-+motortasche_18711.html