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Inhalt 9/2019



Inhaltsverzeichnis
CUSTOMBIKE 9-2019


BIKES

Harley Panhead
Bobber vom Thunderbike-Chef

Honda CB Sevenfifty
Feine Racer in Kleinserie

Yamaha XSR 700
Cooler Dirttracker aus England

Harley Shovelhead
Böser Hardcore-Chopper

Honda VT 600
Erster Umbau vom Nachwuchs

BMW K 100
Renaissance fürs BMWs Vierzylinder

Harley FL
Oldschool, aber zuverlässig


TECHNIK

Recht und Info
Wenn der Zoll Ärger macht

Alles über Scheibenbremsen
Frau Reuter Testet
Motorständer, Aufkleber
Ab und ein bisschen Fernsehen gucken


SZENE

Show me your Garage
Schrauberbude auf dem Land

Custombike Summer Days
Unsere Sommersause in Bildern

Road Trip and Party
Neun Jungs auf dem Weg zum
Punta Bagna in Frankreich

HEIMAT

Editorial
Fahrmaschinen

Motormoment
Lenkerblick

Anlasser
Moto-Guzzi-Racer

Termine
Messen, Shows und Partys

Detailverliebt
Guilty to be White

ABO
Custombike frei Haus

Schaufenster
Neue Moped-Produkte

Kleinanzeigen
Gesucht-gefunden

Anzeigenindex
Kurz und fündig

Motormensch
Der Bewahrer

Vorschau | Impressum
Infos rund ums Heft

Editorial 9/2019

Zuweilen hat man es nicht leicht als Chefredakteurin eines Umbaumagazins. Man muss sich gegen Vorurteile wehren, soll immer den richtigen Ton treffen und manchmal, da wird man einfach nur von fremden Menschen angekackt.

Letzteres passierte mir neulich, als mich ein Typ privat übers Internet anschrieb und ziemlich über unser Heft beziehungsweise die Motorräder darin herzog. Er erklärte mir, dass er mit seinen Umbauten 1200 Kilometer in drei Tagen fahren würde, anschließend noch Runden auf der Rennstrecke, immer das Knie am Boden. Sehr schön, aber was wollte er mir damit nun eigentlich sagen? Nach einigem Hin- und Hergeschreibe kam er dann endlich auf den Punkt, er wünscht sich ein Customheft mit echten Fahrmaschinen und kein – Zitat – Witzblatt, wie wir es publizieren.

Zusammenfassend taugt ein umgebautes Motorrad in seinen Augen also nur was, wenn du damit tausend Kilometer plus einige heftige Runden auf der Rennstrecke fahren
kannst, aha … Nun ist naturgemäß meine Definition einer Fahrmaschine eine ganz andere. In meinen Augen sollte ein umgebautes Motorrad durchaus auch fahren können, im Zweifelsfall auch weiter als nur fünfzig Kilometer. Mehr Ansprüche liegen aber im Auge des jeweiligen Besitzers, Kunden oder Erbauers. Es gibt Leute, denen reicht es, wenn ein Motorrad sie täglich sicher zur Arbeit bringt. Das sind womöglich jeden Tag nur zwanzig Kilometer, läppert sich aber. Laut unserem obigen Herrn trotzdem keine Fahrmaschine. Andere fahren mit dem Starrrahmen über die Alpen und nehmen sich eine Woche dafür Zeit … mööp, auch keine Fahrmaschine. Und wieder anderen reicht es, wenn sie mit ihrem Fullcustom ein paar Treffen oder Bikeshows im Jahr anfahren, schon gar keine Fahrmaschine. Ihr seht, ihr habt es schwer gegen das Rennstreckenargument, denn nur da wird laut unseres Motzers die Spreu vom Weizen getrennt.

Tatsächlich aber kann er froh sein, dass er sich nicht in den späten neunziger oder zweitausender Jahren auf Bikeshows und in Custommagazinen umgesehen hat, denn zu
dieser Zeit bestimmten weitaus mehr reine Showbikes unsere Szene. Wenn heute dagegen ein Kunde in den Laden eines beliebigen Schraubers kommt, sind ihm für den
eigenen Umbau vor allem zwei Dinge wichtig: Legalität und Fahrbarkeit – das wissen wir aus zahllosen Gesprächen mit Customizern in ganz Deutschland.

So sind Custombikes heute tatsächlich meist Motorräder, die gut fahrbar sind – ein paar Ausnahmen gibt es zwar immer, das liegt allerdings in der Natur von umgebauten Karren. Und natürlich tut dir der Rücken schneller weh, wenn du einen starren Chopper über die Straßen treibst, lässt der Apehanger dir zuweilen die Arme einschlafen, reicht ein kleiner Tank nur siebzig Kilometer oder ist die geduckte Sitzposition auf dem Cafe Racer nichts für Männer über einsachtzig – den Custombikes in unserem Magazin und da draußen die Fahrbarkeit allerdings abzusprechen, halte ich doch für reichlich arrogant.

Das finden sicher auch unsere Freunde der Schraubergemeinschaft »Customizers East«, die sich Ende Juni auf den Weg nach Frankreich machten. Mit ihren neun Bikes waren
sie 2500 Kilometer unterwegs und nahmen die engen Serpentinen in den Alpen souverän. Abgesehen von kleinen Reparaturen lief die Tour absolut reibungslos und entspannt, nachzulesen ab Seite 108 in dieser Ausgabe.

Aber hey, sie waren ja nicht auf der Rennstrecke, von daher kann das gar
nicht so schön gewesen sein, wie sie sagen – Zwinkersmiley.
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Stand:09 December 2019 13:59:15/heft-abo/ausgabenarchiv/content-29401_40-29402_60.html?s=