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Inhalt 5/2019



CUSTOMBIKE 5-2019
INHALT


BIKES
Harley Panhead
Schlanker Langgabler aus Mannheim

Triumph Street Scrambler 900
Flat-Tracker der Bike Brothers

Honda CB 400
Youngtimer im Racing-Look

Harley Knuckle
Oldschooler mit Liebe zum Detail

Suzuki GS 450
Aluminium und Handarbeit
    
Yamaha TR1
Cafe Racer auf Stollen



SZENE
The Twins
Motorradverrückte Familie mit Garage

History
50 Jahre Easy Rider: Mythos, Legende, Kulturgut



TECHNIK
Elektrik
Von Kabeln, Steckern & Co.

Frau Reuter testet
Helme und Taschenlampen



HEIMAT
Editorial
Urknall der Chopperszene

Motormoment
Der König ist gegangen

Anlasser
Radikale Honda CB 1000 R

Recht und Info
Bußgeld und Ordnungswidrigkeit

Termine
Messen, Shows, Partys

Detailverliebt
Thunderbike Open Mind

ABO
Custombike frei Haus

Schaufenster
Neue Moped-Produkte

Kleinanzeigen
Gesucht-gefunden

Anzeigenindex
Kurz und fündig

Motormensch
Easy-Rider-Kollektion

Vorschau | Impressum
Infos rund ums Heft

Editorial 5/2019

Vorweg ich halte »Easy Rider«, rein filmisch gesehen, für ein schlechtes Werk. Und jeder, der es über die Friedhofszene hinaus geschafft hat, sich den Streifen anzuschauen – womöglich gar bis zum Ende – hat meinen vollsten Respekt. Ich gehöre nämlich nicht in diesen erlauchten Kreis, obwohl ich es mehrmals, mit und ohne Joint, probiert habe. Damit wäre mein Coming Out in dieser Sache erledigt und ich kann euch berichten, warum dieser Film uns trotz seiner Ambivalenz so wichtig ist, dass wir den 50. Geburtstag des Kultwerkes in dieser besonderen Ausgabe feiern (Seite 96).

Zurück ins Jahr 1969 – in Deutschland sind Motorräder kaum noch gefragt. Von den einst großen deutschen Motorradherstellern ist einzig BMW noch übrig. Der Rest ist aus dem Geschäft, fertigt nur noch zweitaktende Motorräder bis 250 Kubik oder hält sich durch die Fabrikation von Autos und Mopeds über Wasser. Kerle, die Motorrad fahren, sind keine Zielgruppe. Chopperfahrer gibt es vereinzelt schon, allerdings sind sie eine absolute Minderheit. Sie sind Individualisten, Außenseiter, Underdogs, Outlaws. Und dann kommt da dieser Film, der genau ihnen ein Denkmal setzt, der zum Kult wird und das Lebensgefühl einer verlorenen Generation spiegelt. »Easy Rider« darf getrost als Geburtsstunde des Customkultes gelten – und ist damit wichtiger und elementarer Grundstein unserer Arbeit, bis heute.

Es ist daher kaum verwunderlich, dass Motorradmagazine weltweit in diesen Tagen die Geschichte des Films aufarbeiten und dem Urchopper »Captain America« sowie dem »Billy Bike« die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient haben. Da nehmen wir uns nicht aus, wollten aber, wie es unsere Art ist, tiefer gehen und euch die ganze Story erzählen. Viele Dinge dieser Geschichte wurden schon tausendmal geschrieben und die meisten der damaligen Protagonisten leben nicht mehr, umso schwieriger ist es, neue Aspekte zu finden. Ohne die nötige Recherche und guten Kontakte hätte unser Chopper-Chronist Horst Heiler diese Aufgabe nicht bewältigen können. Und so ist es an dieser Stelle mehr als recht, Danke zu sagen.

Posthum überraschte uns der Erbauer der Easy-Rider-Bikes, Cliff Vaughs, mit seinem Account bei Facebook. Hier fanden sich Posts von Paul d’Orléans, dem Autor von »Chopper, die ganze Wahrheit«, er half uns bei unserer Recherche. Horst machte außerdem Jim Leonard, den Erbauer und Vorbesitzer der »Captain America« im Neckarsulmer Zweiradmuseum ausfindig. Mit ihm war quasi eine lebende Easy-Rider-Enzyklopädie gefunden. Joe Teresi vom amerikanischen Magazin »Easyriders« machte uns mit Mil Blair von Jammer’s bekannt. Dieser gab sich als Manager des damaligen Projektes mit Jim Leonard aus. Sein Stellvertreter hatte 1991 den Verkauf von Leonards dritter Captain-America-Replika mit »Pauki«, einem deutschen Harley-Händler, ausgehandelt, der es für das Zweiradmuseum in Neckarsulm besorgte. Dazu gilt unser Dank dem Fotografen Michael Lichter, der uns mit Bildern von Easy-Rider-Replika-Bikes versorgte und natürlich unserem Horst selbst, der sich tief in die Materie einarbeitete. Last, but not least, danken wir Peter Fonda, der uns durch einen Mittelsmann telefonisch Auskunft gab.
Nur ein Ding sollten wir nicht auf die Reihe bekommen, unsere Interviewanfrage an die Band Steppenwolf wurde mit einem deutlichen Nein beantwortet. Die Qual dieses einen Songs, den eine Band nie wieder los wird und mit dem sie untrennbar verbunden ist, treibt die bis heute bestehende Truppe, deren Sänger niemals auch nur eine Meile Motorrad gefahren ist, augenscheinlich um. Trotzdem oder gerade deswegen schmettern wir heute und für alle Tage ein aufrichtiges »Born to be Wild« in die Runde!

Katharina Weber,
im Namen des Custombike-Teams


Im März begannen wir mit unserer Arbeit am großen Porträt über einen der, wenn nicht den größten Customizer aller Zeiten. Zu Arlen Ness’ 80. Geburtstag im Juli wollten wir es veröffentlichen. Kurz vor Druckschluss dieser Ausgabe erreichte uns die traurige Nachricht, dass Arlen Ness nicht mehr unter uns ist. Er verstarb am 22. März im Kreise seiner Familie.
Unsere Szene hat ihren König verloren, wir ehren Arlen Ness in der nächsten CUSTOMBIKE-Ausgabe 06-19 mit einer umfangreichen Retrospektive seines Lebenswerkes.
Topseller im Shop
Stand:27 May 2019 13:55:23/heft-abo/ausgabenarchiv/content-28711_40-28713_60.html