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Inhalt 3/2019



CUSTOMBIKE 3-2019
INHALT


BIKES
Harley Shovel
Der etwas andere Oldschool

Suzuki Katana
Vom Klassiker zum Cafe Racer

Triumph T 110
Drop-Seat-Chopper aus der Scheune

Buell-Eigenbau
Neuer Rahmen für den Sport-Twin

Harley Sportster
Bobberumbau mit schmalem Budget

Rau-Honda
Fireblade unter Kompression


SZENE
Show me your Garage
Zu Gast bei Richard Pollock in San Diego

Porträt
20 Jahre Customizer: Das Berliner Original Volker Löhning

Motorcycle Cannonball
Die klassischste Rallye der Welt


TECHNIK
Aufbaustory, teil 1
Von der Serientriumph zum Trackster

Linienführung    
Was die Optik eines Motorrades beeinflusst

Frau Reuter testet
Kneifzangen, Schraubstöcke und die Mutter von Keith Richards


HEIMAT
Editorial
Stay True

Motormoment
Zwei Amigos

Anlasser
Dragsterlook für Harley FXDR

Recht und Info
Scheinwerfer im Fokus

Termine
Messen, Shows und Partys

Detailverliebt
Arlen Ness’ Thin Twin

ABO
Custombike frei Haus

Schaufenster
Neue Moped-Produkte

Kleinanzeigen
Gesucht-gefunden

Anzeigenindex
Kurz und fündig

Motormensch
Der Kollege

Vorschau | Impressum
Infos rund ums Heft

Editorial 3/2019

Die Menschen sind ganz schön flexibel geworden, weil ja auch alle sagen, wir müssen flexibel sein. Die Arbeitswelt fordert das, die Politik fordert das, das Internet fordert das auch. Selbst bei Motorrädern sollen wir flexibler sein, uns mit ABS und Umwelt und Elektro und all dem Kram auseinandersetzen, wo das doch für uns tatsächlich gar nicht notwendig ist. Diese ganze Flexibilität hat unter anderem dazu geführt, dass wir heute sein können, was wir wollen, auf Knopfdruck sozusagen. Wir wechseln unsere Szenezugehörigkeit wie unsere Facebook-Freunde, »Choppers for Life« gilt da nur noch für einen Bruchteil derer, die sich heutzutage der Customszene zugehörig fühlen.

Früher, da war die Sache klar: Lässige Motorradevents gab es quasi nur bei den Rockerclubs, die Karren mussten schwarz und böse sein, die Fighterjungs sind Fighter gefahren, die Chopperjungs Starrrahmen und lange Gabel – gemeinsam hatten sie nur nur einen geliebten Feind, den TÜV. Sonst jeder wie er mag. Und heute? Heute macht jeder alles, Trends bestimmen bei nicht wenigen die Wahl des Motorrades. Cafe Racer werden zum Schaulaufobjekt gehypt, also meint jeder, er müsse jetzt Zweiventil-BMWs umbauen und Achtelmeilesprints fahren. Save the Choppers wird zum Leitspruch einer eingeschworenen Gemeinschaft, also bauen auch Leute plötzlich Chopper, die sich die unfahrbaren Dinger mit ihrer bekackten Geometrie vor zehn Jahren noch in die Wüste gewünscht haben. 

Und dann die Klamotten, über die sich der ein oder andere Szenegänger definiert. Dieser selbstauferlegte Dresscode hat mich schon öfter zum Schmunzeln gebracht. Früher, da trugen die Leute ’ne Jeanskutte oder Lederjacke, ’ne abgefuckte Hose, Bundeswehrstiefel und irgendeinen Helm. Heute habe ich den Eindruck, dass so mancher sich mehr Gedanken um sein Outfit als um sein Bike macht. Aber entweder du bist ein leidenschaftlicher Ton-up-Boy, Fighterjunge oder Choppertyp oder du bist es halt nicht. Gekaufter Style funktioniert nur begrenzt, in jeder Szene. Was übrigens nicht heißt, dass nicht jeder, der Bock drauf hat, ein Custombike fahren oder am ihm schrauben soll. Aber bitte nicht nach dem ersten eigenen Umbau schon so tun, als hätte man Öl und Benzin schon mit der Muttermilch aufgesogen. 

Zumal es eben jene Lebensgeschichten gibt, die zeigen, dass Beständigkeit in einer schnellen Welt durchaus ihren Reiz hat. Denn es gibt sie noch, jene »alten« Customizer, die mit dem ganzen Kram überhaupt erst angefangen haben und auch den jungen Kerlen viele Wege ebneten. Die stabil und geradeaus seit Jahren ihre Bikes bauen, mit denselben Eigenheiten, denselben Klamotten und denselben gradlinigen Vorstellungen wie schon vor zwanzig Jahren. Und auch, wenn diese Männer mittlerweile um die fünfzig und vielleicht hier und da etwas ruhiger geworden sind, so prophezeie ich ihnen, dass sie immer noch da sein werden, wenn so mancher heutige Szenegänger schon wieder dem nächsten Trend hinterherrennt. »Ich will ein Customizer für die kleinen Leute sein«, sagte mir Volker Löhning während der Arbeit am Porträt über ihn und seine Firma (ab S. 60). Ich finde das so symphatisch, bodenständig und echt, dass es die Seiten, die wir in dieser und in zukünftigen Ausgaben für die alte Garde der deutschen Customizer einplanen werden, mehr als rechtfertigt. Wir hoffen, ihr seht das genauso.


Mit Vorfreude auf die Saison grüßt,
Katharina Weber 
im Namen des CUSTOMBIKE-Teams
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Stand:23 May 2019 09:22:50/heft-abo/ausgabenarchiv/content-28421_40-28419_60.html