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INHALT 6/2016

CUSTOMBIKE 6-2016

CUSTOMBIKE 6-2016

BIKES

Harley Magnum: Seltener Motor im starren Fahrwerk
Kawasaki W 650: Der Aufstand der Mofarocker
Honda Shadow: Cruiser aus Chirurgenhand
Harley Panhead: Der real Deal für Oldschool-Racer
Yamaha XV 950: Wenn der Harley-Schrauber ein Verhältnis mit dem Japanhocker eingeht
Breakable: Aus Glas und Metall entstand eines der schrägsten Bikes der letzten Monate
Honda CX 500: Keine Angst vor der Rushhour gibts mit diesem Low-Budget-Umbau
Yamaha XV 750: Vom Softie zum Choppermacho
Ducati Scrambler: Edles Finish für den Bestseller aus Bologna
Harley Sportster 883: Milwaukees Kleinste wird zum gewagten Custombike

DESIGN
Altes Handwerk – Die Kunst am Metall

TECHNIK
O-Ringe: Neues Leben für Rasten und Griffe
Frau Reuter Testet: Reuter isst die beste Bratwurst seines Lebens und wir sind dabei

SZENE
Show Me Your Garage: In Frankreichs Chopper-District gibt Fred de Bourges den Ton an
Abstecher: »21 Days under the Sky« oder der Traum von Freiheit auf der großen Leinwand

HEIMAT
Editorial: Frei sein
Motormoment: Irgendwo in Iowa
Anlasser: Harley Roadster und andere News
Termine: Messen, Shows und Partys
ABO: Custombike frei Haus
Leserbriefe: Euer Ding
Kleinanzeigen: Gesucht-gefunden
Anzeigenindex: Kurz und fündig
Schaufenster: Choppers World
Motormensch: Die Autorin
 

Editorial 6/2016


Ziemlich strapaziert ist er, der Begriff »Freiheit« in Zusammenhang mit Motorrädern.
Und das soll er auch bleiben


Neulich war ich auf der Party eines befreundeten Motorradschraubers und traf dort unseren Redaktionskumpel Arno, der im hohen Norden nahe Rostock eine Customwerkstatt betreibt. Arno war mit seinem Langgabel-Chopper angereist, 750 Kilometer einfach, auf dem Tank seiner Karre klebte ein DIN-A4-Zettel mit der Anfahrtsbeschreibung – Oldschoolnavi nennt man das unter Mopedfahrern gern. Arno hatte sich die Freiheit genommen, diese Ochsentour zu fahren – für eine Party, die gerade mal ein paar Stunden dauerte. Nun werden gleich die ganz Schlauen um die Ecke kommen und sagen, Freiheit schön und gut, aber auch die dauert nunmal nur bis zur nächsten Polizeikontrolle oder dem TÜV-Termin. Gelten lassen will ich das nicht, denn ehrlich, am Anfang des Abenteuers steht immer noch das Risiko.
Fürs Schrauben zählen in meinen Augen übrigens ähnliche Freiheitsbegriffe wie fürs Fahren. Man muss sich einfach trauen und manchmal mehr auf den Bauch als auf die vielen schlauen Sprüche der Kumpel hören. Ich habe schon viele Motorräder gesehen, an denen der jeweilige Erbauer alles richtig machen wollte – mit fatalem Ergebnis. Denn zu gut ist manchmal auch wieder schlecht. Schöne Beispiele sind Leute, die einfach jedes gerade angesagte Teil an ihren Bock verbauen und am Ende stolz eine zehn Meter lange Teileliste präsentieren. Manch einer verliert dabei den Überblick über Form und Design eines Motorrades und am Ende will so gar nichts mehr zusammenpassen. Dabei hat uns doch die alte Chopperschule gelehrt, dass Weg-lassen oft mehr Sinn macht als Dranschrauben. Nehmt euch deshalb auch beim Bauen die Freiheit, euch ein bisschen leiten zu lassen, vom Bike, eurem Gefühl und den Materialien. Viele außergewöhnliche Motorräder sind entstanden, weil ihr Erbauer keinen klaren Plan hatte oder die ganzen vorher mühsam im Kopf erdachten Details einfach an irgendeinem Punkt in die Tonne gekloppt hat. Natürlich sind Profi-Customizer begrenzt, weil sie eben auch nach Kundenwünschen arbeiten müssen. Dazu kommt, dass wir alle innerhalb von Regeln schrauben müssen, wollen wir unsere Bikes auf die Straße bringen – und trotzdem gibt es genug Beispiele, wie sich Regelwerk und Liberté vereinbaren lassen.
Zwei Geschichten im Zusammenhang mit dem Begriff Freiheit liegen mir neben all den anderen wunderbaren Storys in dieser CUSTOMBIKE-Ausgabe besonders am Herzen. Zum einen besuchten wir Matthias Bloßfeld in seinem Atelier. Der eigentliche Tätowierer denkt gerade um, beschäftigt sich mit einem traditionellen Handwerk der Customkultur, dem Gravieren. Sich die Freiheit zu nehmen, seine Kunst auf ein neues Betätigungsfeld zu erweitern, dafür ist er ein schönes Beispiel (Seite 72). Zum anderen ist es ein Film, der zurzeit in aller Munde ist und den Freiheitsbegriff auf Zelluloid gebannt hat. Für »21 Days under the Sky« waren vier Jungs mit ihren Choppern in den USA unterwegs, mit allen Abenteuern und Pannen, von denen einen solche Reise erzählt. Exklusiv zeigen wir euch die schönsten Bilder aus einer Dokumentation, die beweist, dass ein Zipfel Freiheit auch in einer reglementierten Welt möglich ist (Seite 106). Dass ihr dazu nicht unbedingt in die USA reisen müsst, hat unser Freund Arno ja eindrucksvoll bewiesen.

Bleibt frei, wild und wunderbar, wünscht sich Katharina Weber
im Namen des CUSTOMBIKE-Teams
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Stand:19 November 2019 19:14:48/heft-abo/ausgabenarchiv/content-21959_40-21958_60.html?s=4