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INHALT 3/2016



CUSTOMBIKE 3-2016

BIKES

Harley Shovel: Ein mutiges Stück mit Herz und Verstand
BMW R 100 RS: Porsche-Turbo für den Retroracer
Yamaha DT 50: Keine Angst vorm Mokick-Custom
Triumph T 100: Kompressor und Highpipes für den Oldschooler
Yamaha XV 950: Design und Fahrbarkeit in Harmonie
Harley-Davidson Panhead: Mit Musik, Bier und gutem Geschmack zum Classic-Chopper
Yamaha SR 500: Eigenbau-Klassiker für wenig Kohle
Harley JD Racer: Vorkriegsbike mit Rennsport-Attitude
Honda CB 250: Wenn ein Schrauber vom großen Abenteuer träumt
Harley Street 750: Aus einem Außenseiter wird ein Superstar

TECHNIK
Made in Germany: Wie Qualitätsteile in Deutschland entstehen und warum sie mehr als Ware aus Fernost kosten
Schutzblech: Wir bauen uns einen Fender - Schritt für Schritt zum Einzelstück
Frau Reuter testet: Hippie, Köppke und Reuter kuscheln diesmal am Gasofen und wechseln Blinkgeber

SZENE
Show Me Your Garage: Ein Traum von Werkstatt in der Hand einer wilden Bande - zu Gast bei »Pretty Rude« in Regensburg
Verona Bike Expo: Gute Motorräder und jede Menge Spaß, Verona hat Laune gemacht
Abstecher nach New York: In Brooklyn schlägt das Zweiradherz des Big Apple - die nächste Werkstatt ist nur einen Häuserblock entfernt

BUILD DA FUKKER
Startschuss zur nächsten Runde

HEIMAT
Editorial: Ist schnell wichtig?
Motormoment: Messemenschen
Anlasser: Guzzi, Harley, Indian und Co.
Termine: Messen, Shows und Partys
Abo: Custombike frei Haus
Leserbriefe: Eure Seiten
Kleinanzeigen: Gesucht-gefunden
Anzeigenindex: Kurz und fündig
Schaufenster: Yamaha XV 1000
Motormensch: Der Künstler
 

Editorial 3/2016

Pretty Fast, Pretty Cool
Wie Schnelligkeit die Motorradszene bestimmt und ob das für uns überhaupt Sinn macht


Es ist fast 50 Jahre her, da erhielt Kawasakis Mach III von der Motorradszene den unschönen Namen »Witwenmacher« ver-passt. Der Dreizylinder-Zweitakter mit 500 Kubik und 60 PS war in seiner Beschleunigung damals einfach unschlagbar. Leider waren Fahrwerk und Bremsen dieser Kraft nicht wirklich gewachsen, was zum Spitznamen führte. Heute nur noch eine Erinnerung und einen Schmunzler wert. Und wenn ich überlege, dass eine gerade neu präsentierte Indian Scout Sixty – der kleinste Spross des Herstellers – dieselben Leistungsdaten aufweist wie anno 1972 das Monster Kawsaki Z 900, dann wird klar, wie schnell die Motorradwelt so ganz nebenbei geworden ist. Natürlich heute mit angepass-ten Fahrwerken, die das ohne Probleme wegstecken. Trotzdem gibt es mittlerweile Serienbikes à la Ninja ZX-10R, die scheinen eher für die Rennstrecke konzipiert als für die Straße – denn ob man mit einem Motorrad, das schon 240 km/h auf der Uhr hat nochmal mehr beschleunigen können muss, ist eine schöne Frage für eine philosophische Werkstattrunde.

Nun war die Customwelt schon immer anders als der Rest der Branche und deshalb berühren uns die nackten Leistungsdaten eines Motorrades eher am Rande. Was nicht heißt, dass Geschwindigkeit uns völlig egal ist. Unser Ansatz ist nur ein anderer. Wir übertragen Geschwindigkeit gern auf Äußerlichkeiten und Design und nehmen dazu Anleihen aus der Renngeschichte. Es ist zum Beispiel erstaunlich, auf wie vielen Custombikes aktuell Slicks aufgezogen sind oder wie viele nach Vorbildern historischer Boardtracker oder Dragracer konzipiert werden. Ganze Ausstellungen und Umbauwettbewerbe werden unter das Motto »Speed and Style« gestellt. So nehmen auch wir uns unser Kuchenstück vom Faster Living, drehen es aber in eine ganz andere Richtung als die Entwicklungsingenieure von Kawa und Co. Ein paar Beispiele wie solche renninspirierten Bikes mit jeweils völlig unterschiedlichem Ansatz aussehen können, haben wir euch in diese Ausgabe gepackt. So baute Dirk Oehlerking seinen BMW-Zweiventiler mit Turboaufladung zum Beispiel ganz klar für den Rennstre-ckeneinsatz (Seite 24), unser Coverbike glänzt mit der ungewöhnlichen Mixtur aus altem Shovel und hochwertigen Racingparts (Seite 18) und einer wie Privatschrauber Tim träumt von seinem Start bei der Speedweek in Bonneville – mit einer Honda CB 250, die am Ende keine 1.000 Euro gekostet hat (Seite 116). Ihr seht, Geschwindigkeit hat viele Facetten, und die haben am Ende manchmal so gar nichts mit PS und Newtonmetern zu tun.

Schnell ist relativ, meint Katharina Weber
im Namen des CUSTOMBIKE-Teams
Topseller im Shop
Stand:19 November 2019 18:26:51/heft-abo/ausgabenarchiv/content-21506_40-21505_60.html?s=4