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INHALT 12/2015

CUSTOMBIKE 12/2015

CUSTOMBIKE 12/2015

BIKES

Harley Sportster: Roher Oldschool-Stil für den modernen Evo
BMW R45: Leicht und legal zum Boxerscrambler
Honda VT 600: Akribische Bobberinterpretation des kleinen Cruisers
Harley-Davidson: Alltagskrad auf den Kölner Ringen
Honda CB 750: Wenn der Vierzylinder auf Kompressor läuft
Suzuki GS 450: Mit Herz und Stil zum Lowbudget-Chopper
Hogkiller: Eine Harley ULH, die den Unterkiefer runterklappen lässt
Buell Blast: Wenn ein Custombike zum Kunstobjekt wird    

VW-BOXER
VW-Boxer: Als Volkswagen-Motorräder ein Highlight waren
VW-Boxer: Der Greenwood-Beemer
VW-Boxer: Was Von Dutch 1966 baute

TECHNIK
Technik: Harley-Zündung einstellen leicht gemacht
Design: Was ist denn eigentlich ein Gooseneck-Rahmen?
Frau Reuter Testet: Tankversiegelung und Männerpflaster

SZENE
Mannheim Happy Birthday Veterama
SMYG: Ein ganz besonderes Garagenprojekt
Abstecher: Auf der Suche nach der nackten Wahrheit

RUBRIKEN
Editorial: Nackt ist heiß
Motormoment: Staub aufwirbeln
Anlasser: Neue Triumph-Modelle
Termine: Messen, Shows und Partys
ABO: Custombike frei Haus
Leserbriefe: In eigener Sache
Kleinanzeigen: Gesucht-gefunden
Anzeigenindex: Kurz und fündig
Schaufenster: R nineT im Streetstyle
Motormensch: Der Mopedsammler

Editorial 12/2015

Nackt ist das neue Schwarz

Lasst euch nicht nur durch coole Outfits blenden,
sondern schaut ab und an auch mal, was darunter steckt


Ich erinnere mich gut, als ich angefangen habe, über umgebaute Motorräder zu schreiben. Es war Ende der 90er-Jahre, die Bikes waren meistens tief, breitbereift und … schwarz. Ich hatte manchmal Probleme, noch passende Überschriften für meine Bikeporträts zu finden, nachdem ich von »Black Beauty« bis hin zu »Die kleine Schwarze« alles durchgelutscht hatte. Zum Glück kam irgendwann der Oldschool und damit gewaltig Farbe ins Spiel. Die Bikes wurden wieder bunter, es wurde geflaked, vollgeglittert, gepinstriped was die Pinsel hergaben. Und gerade erleben wir in Teilen der Szene gar eine Rückbesinnung auf alte Airbrush-Kultur. Da ist der AME-Tank aus den 80ern mit trashiger »Red Sonja«-Attitude obendrauf auf einmal das größte Objekt der Begierde. Lackierungen sind ein wesentlicher Teil eines Bikes, da sind wir uns sicher einig. Nicht umsonst werden auf Bikeshows immer auch »Paintjob«-Pokale vergeben. Und trotzdem, Lackierungen verstecken auch viel von der Seele eines umgebauten Motorrades. Vielleicht ist das der Grund, warum wir neben all dem Bunt auch immer mehr nackte Motorräder sehen.
Eine Lackierung kann vieles besser machen. Eine zu dicke Schweißnaht, eine schlechte Oberflächenbehandlung, eine nicht ganz so gute Metallarbeit. Es ist eigentlich wie bei uns. Gut gewählte Klamotten kaschieren so einiges – ich bin eine Frau, ich weiß sowas. Gerade Customizer, die stolz auf ihr Handwerk sind, gehen daher immer öfter dazu über, ihre Arbeit nicht zu übertünchen. Es macht sicher keinen Sinn, ein rein aus Katalogteilen zusammengeschraubtes Bike nicht zu lackieren. Aber wenn einer 200 Stunden Handarbeit in einen Tank mit perfekter Form gesteckt hat, dann sei es ihm gestattet, diese Arbeit auch zu zeigen. Das dachte sich auch der bekannte Motorradfotograf Michael Lichter, als er seine Ausstellung »The Naked Truth« iniziierte. Wir waren bei seinem Event dabei und baten Michael zum Interview. Er erzählte uns einiges über die rohe Kunst, Motorräder zu bauen. Und nicht zuletzt zeigen wir euch anhand eines Bikes, warum das kleine Schwarze nicht immer die erste Wahl sein muss, um ganz viel Begeisterung zu wecken.
Aber am Ende sind sowieso wir die Glücklichen. Da wir unser Magazin als Sammelbecken aller Customverrückten sehen, dürfen wir auch in Zukunft eine bunte Mischung aus Lackierungen, Glimmer, Flake, Airbrush, rohen Bastarden und … ja … auch ein bisschen Schwarz zeigen.

Innere Werte zählen, meint Katharina Weber
im Namen des CUSTOMBIKE-Teams
Topseller im Shop
Stand:20 November 2019 08:25:24/heft-abo/ausgabenarchiv/content-20982_40-20983_60.html?s=4