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INHALT 9/2015



CUSTOMBIKE 9/2015

BIKES

Yamaha XS 650: Lang und flach in der Amsterdamer Szenehood
Harley Panhead: Knochenharter Oldschool von Independent Choppers
Norton Commando: Italo-Road-Racer mit Stil
Sportster 48: Wunderkind-Umbau im Fahrtest
Triumph 6T: Wenn man abseits von Regeln schraubt
Dreimal Harley: Die Schrauberjungs unterm Förderturm
Yamaha SR 500: Alltagskrad fürs Azubibudget
Ducati ST: Vom Sporttourer zum schlanken Renner
Kreidler Florett: Jugendträume auf dem neuesten Stand
Harley-Davidson: Zwei Brüder, zwei Chopper, eine Story

CUSTOMBIKE-Wettbewerb 2015
Wählt die schärfsten Leserbikes des Jahres ab Seite 74

TECHNIK
Motorraddesign der Zukunft: Experten melden sich zu Wort
Aufgesattelt: Herstellung und Montage eines Schwingsattels
Frau Reuter Testet: Pannenspray, Montierhilfe und Neues aus dem Ein-Euro-Shop

SZENE
England: Dirtquake geht in Runde vier
Show me your Garage: Der Amadeüs Speed Shop mitten in Köln
Momentaufnahmen: Wie ein Fotoprojekt Szenemenschen porträtiert

RUBRIKEN
Editorial: Einfahrt verboten
Motormoment: Rekord mit Minibike
Anlasser: Infos kompakt
Termine: Messen, Shows und Partys
ABO: Custombike frei Haus
Leserbriefe: In eigener Sache
Kleinanzeigen: Gesucht-gefunden
Anzeigenindex: Kurz und fündig
Schaufenster: Der Bayern-Bagger
Motormensch: Fotograf »Wild Rico«

Editorial 9/2015

EINTRITT VERBOTEN!
Alte Motorräder verpesten die Innenstädte. Und was sonst so alles schiefläuft

Es gibt Meldungen, die machen mich sprachlos. Bereits im Frühjahr flatterte eine dieser Nachrichten herein, die zu jener Sorte zählt. Da war die Rede davon, dass nach einem Beschluss des Pariser Stadtrats ab Juli 2016 nur noch Motorräder mit Erstzulassung neuer als 2000 in den Citybereich der französischen Hauptstadt einfahren dürfen. Hauptargument für das Fahrverbot sei die Verbesserung der Luftqualität. Betroffene Bewohner der Pariser Innenstadt sollen mit einem Jahresticket für die Métro entschädigt werden. Vielen Dank auch.
Nun, wenige Monate später, wollen andere Städte in Europa gleichziehen, der Weg zum Aussperren älterer Motorräder soll im Zuge der Euro-4-Norm europaweit geebnet werden. Man stelle sich also vor, Pariser Pendler müssten ihre geliebte Strich-6-BMW, die selbst im übelsten Stop-and-go weniger als fünf Liter verbraucht, stilllegen. Einwohner von Neapel dürfen ihre Blechvespen nicht einmal mehr ankicken. Durchreisende müssten sich den Abstecher zur Sagrada Familia mit ihrer Evolution-Harley verkneifen oder ihre »Stinker« auf einem trostlosen Park-and-Ride-Platz vor den Toren von Barcelona zurücklassen. Und Camper bräuchten in Kopenhagen, Porto, Warschau ihre XT 500 gar nicht erst vom Heckträger zu wuchten. Einfahrt verboten! Vielleicht nimmt sie ja der Platznachbar mit seinem Cayenne mit in die Stadt …
Mal ganz abgesehen davon, wie sehr unzählige von Motorradfahrern in ihrem täglichen Leben beeinträchtigt würden, der umweltpolitische Nutzen des Cityverbots ist – sagen wir mal – zweifelhaft. Natürlich stoßen neue Einspritzer-Bikes weniger schädliche Abgase durch ihren geregelten Katalysator. Doch auch viele alte Motorräder gehen sparsam mit dem Brennstoff um. Und längst nicht jeder Besitzer einer älteren Maschine wird sich ein fabrikneues Zweirad anschaffen. Viele werden aufs Auto umsteigen. Und jedes noch so aktuelle Auto verpestet die Luft auf der ewigen Suche nach einem Parkplatz deutlich stärker als ein wendiges Motorrad. Ach ja: Und wer sein Bike nicht nach 15 Jahren in die Tonne tritt, für den muss auch kein neues gebaut werden. Denn das kostet viel Energie und macht jede Menge Schmutz – allerdings meistens ein paar Kilometer weiter, außerhalb der Stadt.
Es bleibt die Frage, ob der Einfluss mehr als 15 Jahre alter Motorräder auf das Schadstoffaufkommen in Städten überhaupt messbar ist – im Vergleich zu Fabriken, Heizungen, Schiffen, Dieselloks, Baumaschinen oder Flugzeugen, die in und über den Umweltzonen abrußen. Genau da liegt meine Hoffnung. Denn das europäische Parlament hat die europäische Kommission verpflichtet, in Forschungsprojekten zu überprüfen, ob das Cityverbot für ältere Motorräder und Roller tatsächlich bei der Verminderung der Luftverschmutzung hilfreich sein kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Forschungsgruppe zu anderen Ergebnissen kommt als der gesunde Menschenverstand.

Ein Jahresticket für die Métro …
Dirk Mangartz
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Stand:20 July 2019 18:07:32/heft-abo/ausgabenarchiv/content-20643_40-20644_60.html?s=4