Yamaha XS 650 von Madeira Drive

Text: Christian Heim  |   Bilder: Frank Luger
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Yamaha XS 650 von Madeira Drive
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Two Souls - Stell dir vor, du bist auf der Suche nach einer Motorradhose, und am Ende stehst du mit deinem Traumbike da. Gibt’s nicht? Klar doch, auch wenn der Weg dahin langwierig und beschwerlich ist. Life is not always a bitch …

Holger war nur auf der Suche nach einer Motorradhose, als er bei Hagen Jödeckes Firma »Madeira Drive« in Düsseldorf auf eine alte Yamaha XS650 Heritage Special stößt. In Teile zerlegt und in der Werkstatt eingelagert wartet sie auf eine Art Erweckung oder besser gesagt Wiederbelebung. Schicksal, Zufall oder was auch immer, bei Holger springt der Funke über, die Motorradhose ist schnell vergessen. 



Der Racer, der sonst nur schnelle Motorräder wie Kawas kultige Z900 oder die modernere 1100er Zephyr fährt, zögert keinen Moment, da er »schon immer mal einen Oldschool-Chopper« bauen wollte, wie er freimütig zugibt. Mainstream à la Harley-Davidson kommt ihm dabei nicht in den Sinn, der kleine japanische Paralleltwin dafür umso mehr. Auch beim Rahmen ist amerikanische Rohrbiegekunst außen vor. Holger setzt auf britisches Eisen und besorgt sich einen Starrrahmen von Triumph. 



Den Aufbau zieht Holger zusammen mit Hagen in dessen Werkstatt durch, der ihm dort ein Plätzchen freiräumt. Wann immer es das Tagesgeschäft von Madeira Drive zulässt, kann Holger auch eine Hebebühne benutzen … ansonsten sitzt er auch mal am Boden und schraubt dort weiter.

Es ist die Leidenschaft, die ihn vorantreibt, der Wille, das Bike so auf die Räder zu stellen, wie er es sich vorstellt. Das alles nur in seiner Freizeit. Selbst die Urlaubstage gehen dafür drauf. Trotzdem wird es gute vier Jahre dauern, bis die Triumph-Yamaha ihren Roll-out hat. Das liegt vor allem an der Detailversessenheit der beiden Männer.



So lässt Holger viele Teile aus Messing herstellen, fertigt Zeichnungen an, misst penibel bis alles passt und lässt die Parts von seinen Kollegen Nils und Volker drehen und fräsen. Der Motor wird komplett überholt und in den Rahmen eingepasst. Ärger bereiten jedoch die Mikuni-Vergaser vom Typ BS34. Sie waren ursprünglich für den nordamerikanischen Markt vorgesehen. Aufgrund der dortigen Abgasnormen sind die Gemischregulierungsschrauben verplombt.

Yamaha XS 650 von Madeira Drive

Holger muss sie herausbohren und das Innenleben der Mikunis mit Bauteilen für den europäischen Markt ausstatten.  Auch das gelingt. Ebenso wie der Einbau der Springergabel, die ein absolutes Muss war.

Für etwas Komfort sorgt der Ledersattel, den Michael Hamburg anfertigt. Auf eine Lackierung wird gleich ganz verzichtet. Holger pflegt das rohe Metall einmal in der Woche mit einem Lappen und WD-40.  Minimalistisch eben. Wie das ganze Bike.
 

Technische Daten

Triumph/Yamaha XS 650, Baujahr: 2015
Erbauer: Holger Fleer, Hagen Jödecke/Madeira Drive

Motor
Zweizylinder-Viertakt, ohc-Zweiventiler, 
653ccm (Bohrung/Hub 75 x 74 mm)

Vergaser: Mikuni BS34 
Luftfilter: K&N Oval
Auspuff: Eigenbaukrümmer, Trumpets
Getriebe: Fünfgang 
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 51 PS bei 6940 /min
Drehmoment: 54 Nm bei 6000 /min
Höchstgeschwindigkeit: k.A.

Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, starr

Gabel: DNA-Springer
Räder: vorn Sportster 21-Zoll-Speichenrad, hinten 16-Zoll-Speichenrad
Bremsen: vorn H-D-Scheibenbremse, hinten Yamaha-Trommelbremse

Zubehör
Tank: Mustang-Tank 
Tankdeckel: Eigenbau 
Lenker: Biltwell
Sitz: Michael Hamburg 
Heckfender: Eigenbau
Motordeckel: links, Eigenbau, graviert
Rücklicht: Eigenbau aus Tropföler
Scheinwerfergehäuse: Eigenbau
Fußrastenanlage: Eigenbau
Elektrik: Eigenbau, Madeira Drive

Metrie
Leergewicht: 194 kg
Radstand: 1535 mm

Info
www.madeiradrive.de
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Stand:17 December 2018 21:18:11/bikes/yamaha+xs+650_166.html