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Triumph-Eigenbau-Bobber

Text: Christian Heim  |   Bilder: Christian Heim
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Triumph-Eigenbau-Bobber
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Träume sind oft der Anfang einer langen Reise mit ungewissem Ausgang. Dieser Triumph-Bobber hat den Übergang in unsere Realität geschafft
Am Anfang steht immer ein Traum, eine Idee oder einfach ein Gedanke. Es liegt bis zu einem gewissen Grad immer an uns selbst, ob wir Träume Wirklichkeit werden lassen, unsere Ideen umsetzen und unsere Gedanken dreidimensional werden lassen. Daniel Laufka hat seinen Traum nie aufgegeben, obwohl nicht klar war, dass er sein Ziel jemals erreichen würde. Doch manchmal ebnet uns das Leben den Weg. Wenn wir beharrlich bleiben, ergeben sich auch Möglichkeiten. Bei Daniel war es die Gründung der eigenen Firma. Zusammen mit Bruder Markus gründet er die »BikeBrothers«, was der Start in die Selbständigkeit ist. Fortan widmen sie sich dem Auf- und Umbau sowie der Wartung und Reparatur von Motorrädern.

Verdienter Lohn für all die Arbeit und Mühen: Auf der CUSTOMBIKE-Show 2016 räumt Daniels Starrrahmen-Triumph den Jury-Preis als »Best Bobber« ab. Doch die größte Belohnung dürfte wohl die Straßenzulassung sein

Für Daniel endlich die Chance einen Schritt in Richtung Starrrahmenumbau zu machen. Er besorgt sich als Spenderfahrzeug eine Triumph America, die als Vorführer bei einem Vertragshändler steht. Der Kontakt zu Raimund von Gietl-Bikes schiebt das ganze Projekt dann erst richtig an, denn der gestandene Customizer aus der Oberpfalz hat Erfahrung mit Triumph-Motoren und Starrrahmen und passt Daniels Zodiac-Rahmen für die Motoraufnahme an.

Da für ihn nur ein Neuaufbau im Oldschool-Stil in Frage kommt, sind einige Hürden zu überwinden. Zulassungsrechtlich wird sein Triumph-Bobber das Baujahr 2016 tragen. Somit ist auch klar, dass für die Gemischaufbereitung eine Einspritzanlage untergebracht und die Euro-3-Norm eingehalten werden muss. Schon der Tank wird zur Herausforderung, denn er soll die komplette Pumpenplatte der »America« aufnehmen, so dass keine Pumpen oder Druckregler außerhalb am Rahmen zu sehen sind. Außerdem sollen die Halterungen des Peanuttanks und das Sekundärluftventil ebenfalls aus dem Blickfeld verschwinden.

Triumph-Eigenbau-Bobber

Da das Bike ohne weitere Abdeckungen auskommt, muss die Elektrik ebenfalls unauffällig verlegt werden. Teile davon packt Daniel in einen Pseudo-Öltank, der sich unterhalb des Sitzes befindet. Wer sich nun über das knallrote Handrad wundert, es hat tatsächlich eine Funktion und ist kein Zierrat. »Mit dem Handrad werden die Auspuffklappen der MCJ-Anlage verstellt. Die originale Klappenmechanik war mir zu   simpel.« Mit viel Eigenleistung und einem vorgegebenen Budget zieht Daniel sein Projekt durch. Parallel zu seinem eigenen Aufbau entsteht ein weiterer Starrrahmen mit Triumph-Motor für einen Kumpel. Und da der TÜV von Anfang an involviert ist und über alle Umbauschritte informiert wird, ist die Endabnahme eine reine Formsache. Der Starrrahmen-Bobber bekommt die Zulassung.

Und wie fährt sich so ein Starrrahmen mit modernem Motor? Erstaunlich gut, um es kurz zu sagen. Zwar hat Daniel den Bobber auf seine Körpergröße maßgeschneidert, in Bezug auf Fußrasten, Sitzposition und Lenker, doch das passt, da wir beide ungefähr gleich groß sind. Der Sitz ist saubequem, die Sitzposition lässig, aber trotzdem fahraktiv. Zwar gehören Shinko-Reifen nicht zu den Performance-Wundern, doch sie funktionieren erstaunlich gut, zumindest im Trockenen. Klar, der Federungskomfort, falls man davon sprechen kann, beruht lediglich auf der Eigendämpfung des Reifens, doch einen Teil der Stöße fangen auch die Federn des Sattels ab. Das Cruisen ist dafür der totale Genuss. Der Twin bollert und erzeugt diesen charakteristischen Sound, für den die Briten-Zweizylinder so geliebt werden. Und bei jedem Gaswegnehmen feuert das Teil aus beiden Rohren, dass es einem die Härchen stellt.

Mit dem rot lackierten Handrad eines Wasserabsperrhahns werden die Klappen der MCJ-Auspuffanlage verstellt. Der Klang ist charakteristisch für den Paralleltwin.

»Muzzle Flashes« – Mündungsfeuer nennen es die Engländer. Daher auch der passende Name für Daniels Custombike: Muzzle Flasher. Nomen est omen, der Bobber macht verdammt viel Spaß, wenn man ihn so nimmt, wie er ist. Easy going, mit einer gesunden Dosis Lifestyle. Es lohnt sich eben doch, an seinem Traum festzuhalten.

Technische Daten
Triumph Eigenbau Bobber
Bj. 2016
Erbauer und Besitzer: daniel Laufka

Motor
Zweizylinder-Viertaktmotor,
dohc-Vierventiler,
865 ccm (Bohrung/Hub 90,0 x 68,0 mm)

Zylinder: OEM
Luftfilter: K&N
Gemischaufbereitung: Einspritzung
Auspuff: MCJ modifziert
Getriebe: Fünfgang
Kupplung: OEM
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 61 PS bei 6800 /min
Drehmoment: 72 Nm bei 3300 /min

Fahrwerk
Zodiac-Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen,
starr, von Gietl-Bikes modifiziert

Gabel: Zodiac-Springer
Räder: Custom Chrome, vorn 3,5 x 16“, hinten 3,5 x 16“
Reifen: Shinko E270, vo. 5,00 x 16“, hi. 5,00 x 16“
Bremsen: vo. Brembo-Scheibenbremse, hi. Nissin-Scheibenbremse

Zubehör
Tank: Sportster, modifiziert
Sitz: BikeBrothers
Lenker: BikeBrothers
Heckfender: Zubehör
Heckfenderaufnahme: BikeBrothers
Fußrastenaufnahme: BikeBrothers
Elektrik: Triumph, Motogadget m-Unit
Scheinwerfer: 7-Zoll, Zubehör
Scheinwerferhalterung: BikeBrothers
Rücklicht: Rizoma Club S
Tacho: Motogadget Tiny
Armaturen: Kustom Tech
Lackierung: Idee Daniel Laufka, Umsetzung Lackmuss

Metrie
Leergewicht: k. A.
Radstand: k. A.

Info
BikeBrothers
www.bikebrothers.de


Custombike Kurzwertung

+ klassisches und zeitloses Design
+ druckvoller Motor mit knorrigem und dumpfem Sound
+ gute Ergonomie und angenehme Sitzposition
+ gute Bremsleistung dank Scheibenbremsen

– die Shinkos sind zwar besser als ihr Ruf, schränken aber die Performance zugunsten der Optik ein
– bauartbedingt eingeschränkte Schräglagenfreiheit
– der Starrrahmen verlangt dem Fahrer auf längeren Strecken etwas Leidensfähigkeit ab
 
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Stand:23 May 2019 09:34:33/bikes/triumph-eigenbau-bobber_176.html