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Schicksalhafter Umbau – Yamaha XS 650

Text: Katharina Weber  |   Fotos: Volker Rost
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Schicksalhafter Umbau – Yamaha XS 650
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Diese Yamaha XS 650 ist nicht der erste Umbau des Christian Voss – aber mit Sicherheit sein emotionalster
Vosen, wie seine Freunde ihn nennen, ist ein richtig erfahrener  und begabter Schrauber. Seine Kumpels loben seine Arbeit, vor allem in Sachen Metall, in den höchsten Tönen. Und last not least ist Vosen Mitglied der Custom Cycle Crew – und die fällt seit Jahren durch hervorragende Umbauten aus dem Serienschema.
In der Werkstatt der Crew hat jedes Mitglied seine Ecke, und als Vosen eines Abends in seiner stand und den Blick über die Habseligkeiten schweifen ließ, fiel ein alter, gedrehter AME-Z-Lenker ins Auge. Er hatte ihn mal auf einem Teilemarkt erstanden und »die Zeit war reif, ihn in ein Bike zu verbauen«. Natürlich nicht im ursprünglichen Zustand, sondern zum Frisco-Lenker umgeschweißt. Als Cycle Crew-Buddy Mölle erzählte, dass im Internet ein Triumph-Rahmen zur Auktion bereitstand, zögerte Vosen nicht lange.

Ich hatte einen alten Z-Lenker rumliegen, im Frisco-style umgebaut, drumherum wollte ich schließlich ein Bike basteln

Einen Tag später hatte er das gute Stück bereits auf der Werkbank. Das neue Projekt startete unverzüglich. Der für den Einbau vorgesehene XS-Motor glänzte in einer scharfen Version. Schmiedekolben, feingewuchtete Kurbelwelle, große Ventile und Mikuni-Flachschieber-Vergaser erhöhen den Hubraum auf ordentliche 750 Kubik. Keine Seltenheit übrigens, die XS-Modelle taugten schon immer zum Motortuning. In den 80er Jahren schafften es findige Bastler locker auf über 800, manche sogar auf bis zu 1000 Kubik. Vosens 750er-Kit ist da also nix Wildes.

Yamaha XS 650 im Triumph-Starrrahhmen

Dass er das Motorgehäuse glasperlstrahlen ließ, schon eher. Um die Aufnahme des Yamaha-Zweizylinders ins starre Projekt zu gewährleisten, waren Änderungen am Rahmen unumgänglich. Mit der Anpassung der Unterzüge und Motorhalterungen fielen sie aber vergleichsweise gering aus. 16-Zoll-Räder hinten und 19-Zöller vorne sind klassich schmale Radgrößen für einen filigranen Chopper. Beim Bodywork glänzt ein Mix aus New-Oldschool-Parts von Bates, Kustom Tech oder motogadget. Und ein Sportster-Tank passt optisch sowieso auf fast jedes Motorrad. Die Arbeiten an der Elektrik übernahm gerne Cycle Crew-Freund Udo Sacher. Bei Teilen wie Sitzbank, Fußrasten und Lenker durfte sich Vosen aber selbst austoben.

Feine Messingoptik zieht sich wie ein roter Faden durch den Aufbau, ob am Schaltgestänge oder der selbstgebauten Trumpet-Auspuffanlage

Es hätte eigentlich alles gut sein können mit Vosens Umbau, wenn nicht ein Schicksalsschlag maßgeblich in die Arbeiten eingegriffen hätte. »Es war mitten in der Bauphase, ich stand gerade an der Bohrmaschine, um eine Motorhalterung zu bohren«, erzählt der Bastler, »da bekam ich einen Anruf, dass mein Vater im Sterben liegt. Ich ließ alles stehen und liegen und fuhr zu ihm. Noch am selben Tag verstarb er.« Ein harter Moment. Als Vosen am Tag danach in die Halle kam, steckte der Bohrer noch in der Motorhalterung. »Um diese Bohrung herum ließ ich das Wort »Dad« lasern. Eine Erinnerung der besonderen Art. Als Vosens Bike fertig war, ließ er sich bei der Zulassungsstelle ein Kennzeichen mit den Initialen und dem Geburtsjahr seines Vaters reservieren.

ch ließ mir das Kennzeichen mit den Initialen und dem Geburtsdatum meines Vaters reservieren

Das Bike hatte seinen Namen bekommen, es ist Vosens »Dad-Bike«. Ein Motorrad nach Maß – nur den vorgesehenen Lenker, der der Ausgangspunkt des Projektes war, den hatte er am Ende nicht verbaut.

Am Gasgriff
Bei der Custom Cycle Crew gehört Fahren dazu. Also richtiges Fahren, echte Touren, nicht nur umme Ecke. Auf Bequemlichkeit legen die Member trotzdem keinen Wert, fühlen sie sich doch vielmehr der Optik verpflichtet

Technische Daten
Triumph-Yamaha XS 650
Bj. 1980
Erbauer: Christian Voss

Motor
V-Zweizylinder-Viertakt, ohv-Zweiventiler, 
750 ccm (Bohrung/Hub 80 x 75 mm)

Kolben: Schmiedekolben
Kurbelwelle: dynamisch, feingewuchtet
Vergaser: Mikuni TM34-Flachschieber
Luftfilter: K&N
Auspuff: Eigenbau-Krümmer
Sekundärantrieb: Kette
Getriebe: Fünfgang
Leistung: 65 PS bei 6800 /min
Drehmoment: 68 Nm bei 5000 /min
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h

Fahrwerk
Triumph-Stahlrohr-Starrrahmen

Gabel: Kawasaki W650
Räder: vorn 1,85 x 19“ mit 2.75-19, hiinten 2,5 x 16“ mit 5.00-16  
Bremsen: vorn: Braking-Scheibe, hinten Trommel 

Zubehör
Tank: H-D Sportster, modifiziert
Lenker: Eigenbau
Sitzbank: Eigenbau
Armaturen: Kustom Tech
Instrumente: Motogadget
Lampe: Bates
Rücklicht: Bates
Elektrik: Udo Sacher/U.S. Custombikes
Fußrasten: Eigenbau
Lackierung: Lukas Krafczyk

Metrie
Leergewicht: 178 kg
Radstand: 1450 mm 
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Stand:23 May 2019 09:42:01/bikes/schicksalhafter+umbau+-+yamaha+xs+650_17918.html