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Harley-Davidson Salt Flat Special

Text: Dirk Mangartz  |   Fotos: Volker Rost
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Harley-Davidson Salt Flat Special
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Racing Bikes für Gras- und Brettbahnen gaben den Ausschlag zum Stylo-Umbau einer Harley-Davidson Heritage Softail. CUSTOMBIKE klärt, wie sich die Harley-Davidson abseits von Salzsee und Rundstrecke bewährt
Irgendwie kann ich es noch immer nicht glauben. Es will einfach nicht in mein Kleinhirn, dass sich dieses Bike wie ein ganz normaler Cruiser bewegen lässt. Immer wieder stampfe ich auf das eigentlich leichtgängige Getriebe, zerre viel zu fest an der butterweichen Kupplung. Scheinbar gaukelt mir die altertümliche Optik ein ganz anderes Fahrverhalten vor.

Brooks-Ledersattel, gelochte Haltebleche, Startnummerntafel, fehlendes Frontschutzblech: so etwas muss doch einfach schwerfällig beschleunigen, mächtig rütteln, miserabel bremsen, hohe Bedienkräfte fordern. Sagt der Kopf. Doch nichts dergleichen. In Wahrheit fährt sich dieses Bike genau so leicht, kraftschonend, durchzugsstark und fahrstabil, wie es eine 2006er Einspritz-Softail eben tut. 

Harley-Davidson Salt Flat Special

Ist die anfängliche Verwirrung erst einmal überwunden, lässt es die Harley recht flott angehen. Der 1450er Twin Cam zieht ohne Murren aus niedrigsten Drehzahlen an. Interpretiert man Startnummern und sportliche Lochung nicht als Aufforderung zu fröhlicher Raserei, so genügen die gebotenen 64 PS für den normalen Straßenalltag allemal.

Oldtimer-Fahrer empfinden das Augleichswellen beruhigte Vibrationsaufkommen jedoch möglicherweise gar als langweilig. Da durch die Umbaumaßnahmen das Gewicht der ehemaligen Heritage Softail deutlich reduziert wurde, erfreut das Bike mit ordentlichem Handling und einer ausreichenden (serienmäßigen Harley-) Einscheiben-Bremse mit Vierkolbenzange im Vorderrad. Lediglich die altertümlichen, knautschigen Avon Speedmaster/ Mk2-Reifen verhindern extreme Schräglagen. Allerdings sind die 19- und 16-Zoll großen Gummis elementar wichtig für den authentischen Look des Retro-Klassikers.

Harley-Davidson Salt Flat Special

Und wem haben wir diesen gelungenen Old School-Umbau nun zu verdanken? „Wir nennen uns KD Motorbike Trading and Coaching Company und arbeiten in Arnsberg“, erklärt Ingo Figgen die Herkunft der Salt Flat Special. „Gemeinsam mit einem Netzwerk aus Lieferanten, Designern und Schraubern können wir preiswerte Harleys und Custombikes anbieten, die wir aus verschiedenen Ländern wie dem Iran, Dubai, Großbritannien oder den USA importieren.“

So arbeitet KDM etwa eng mit Marschall Bike Service aus Hann. Münden oder auch mit Shaw Speed & Custom im englischen Holmes Hill zusammen. Die Briten waren es dann auch, die maßgeblich an den Umbauten der Heritage beteiligt waren. „Nachdem wir die 2006er Heritage mit dem unbeliebten silbernen Aluminiummotorblock vor uns stehen hatten, überlegten wir,“ Ingo grinst ein wenig, „wie wir aus der bescheiden aussehenden Heritage ein attraktives Custombike bauen könnten.“

Trotz Startnummern ist die Heritage kein Racebike. Doch die eingesparten 30 Kilo verhelfen ihr zu verbesserter Beschleunigung und Kurvenwilligkeit

Das Bike wurde komplett zerlegt, alle Schweißnähte und Metallteile verschliffen, danach Schwinge, Rahmen, Gabel, Primärgehäuse, Fußrasten und andere Kleinteile  pulverbeschichtet. „Als Farbe haben wir uns dann nach vielen Überlegungen für ein Classic Clay Braun entschieden. Zum einen, weil es bestens zu dem silbernen Motorblock passte, und zum anderen weil wir Farben lieben. Uns ist jede Farbe recht, solange es kein Schwarz ist“, erklärt der Sauerländer. Als Spritbehälter wählte Ingo einen Sportster-Tank, verziert mit einem antik goldenem 1934er Harley-Davidson Logo.

Ein schlankes Eigenbau-Blech aus VA ersetzte anschließend den fülligen Heritage-Kotflügel. Vorn konnte auf einen Fender gar ganz verzichtet werden. Auch wenn der verbaute Brooks Fahrrad-Sattel klein und somit unbequem aussieht, so sorgt eine aufwändige Konstruktion mit einer Multi-Layer Blattfeder für ausreichenden Komfort. Shaw Speed & Custom steuerten noch einen Edelstahl-Öltank bei, ausgestattet mit Kupferleitungen und Messing-Anschlüssen. Den serienmäßig belassenen Motor verfeinerten die Engländer mit einem Roland Sands Engine Cover Kit und einem interessanten Brooklands-Auspuff. „Alle notwendigen TÜV-Abnahmen wiederum übernehmen wir hier in Deutschland“, versichert der Arnsberger.

Harley-Davidson Salt Flat Special

Dank dieser Maßnahmen steht die Salt Flat Special als stimmiger Umbau da, im Detail interessant, schnell und alltagstauglich. Ich schalte unterbewusst mit Zwischengas, reiße energisch am Bremshebel  – und schlage mir lachend mit der flachen Hand auf den Helm. Ja, ich weiß jetzt, warum das Bike so einfach und problemlos fährt. Aber glauben, glauben kann ich es noch immer nicht.

Fazit
Auch wenn‘s echte Oldie-Fahrer anders sehen: Antike Optik, aktuelle Technik – ein Rezept, das immer wieder begeistert

Technische Daten
Techno
Harley-Davidson Heritage Softail FLSTI | BJ. 2010

Motor
45° V-Zweizylinder-Viertakt, ohv-Zweiventiler, 
1449 ccm (Bohrung/Hub 95.3 x 101.6 mm)

Gemischaufbereitung: elektronische Kraftstoffeinspritzung
Luftfilter: Shaw Speed & Custom
Auspuff: Brooklands H-D-Krümmer „wrapped“
Gehäuse: Roland-Sands-Engine-Cover-Kit
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Zahnriemen
Leistung: 64 PS bei 5400 /min
Drehmoment: 102 Nm bei 3500 /min
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen
Gabel: H-D Tele
Räder: vorn 3.25-19, hinten 5.00-16
Bremsen: vorn H-D Scheibe schwimmend, hinten H-D Scheibe schwimmend

Zubehör
Tank: Sportster
Öltank: VA Shaw Speed & Custom
Lenker: Streetfighter Handlebars
Fußrasten: Trittbretter
Sitz: Brooks Fahrrad-Ledersattel, Blattfederung
Schutzbleche: hinten Eigenbau Aluminium
Blinker: Kellermann LED-Blinker

Metrie
Leergewicht: 280 kg
Radstand: 1620 mm

Info
www.kdm-arnsberg.de
www.shaw-speed-custom.de
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Stand:21 March 2019 02:45:01/bikes/salt+flat+special_174.html