KTM 1290 Super Duke R – Glamrock

Text: Christian Heim  |   Bilder: Volker Rost
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KTM 1290 Super Duke R – Glamrock
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Seit ein paar Jahren zeigen Pressechef Kay Blanke und die LouisSchrauberCrew, dass auch in Hamburg waschechte Custombikes gebaut werden. Mit ihrem sechsten Umbau hat sich die Mannschaft eine KTM 1290 Super Duke R zur Brust genommen und ein Sprintbiest daraus gemacht
Angefangen hat alles vor rund zehn Jahren mit einer Honda CB 750. »Es war einfach die Idee, ein Motorrad als Teileträger für unsere Produkte zu nutzen, damit sich die Kunden ein besseres Bild machen konnten, wie das am Bike wirkt«, so Pressechef Kay Blanke, der für das Design der Louis-Bikes verantwortlich zeichnet. »In Abstimmung mit unserem Einkauf haben wir das Bike mit entsprechenden Teilen umgesetzt. Die mehr als positive Resonanz unserer Kunden und vor allem der Presse hat uns überrascht.« Und so entstanden mittlerweile sechs feine Custombikes auf unterschiedlicher Basis bei Louis.

KTM 1290 Super Duke R – Glamrock

Für dieses Jahr entschied man sich für eine KTM 1290 Super Duke R, ein sogenanntes Super-Naked-Bike, das von Haus  aus vor Kraft kaum laufen kann, das aber auch durch sein ungewöhnliches Design derart polarisiert, dass es nur zwei Meinungen darüber gibt: geil oder scheiße. Für Kay Blanke also genau die richtige Basis: »Wir wollten keine Ducati, BMW oder etwas, das jeder umbaut. Deshalb musste die KTM herhalten.« Um das Budget im Zaum zu halten, durfte es sogar ein älteres Baujahr sein. Das 2016er-Modell verfügt nicht über eine Wheelie-Control und hat weniger elektronische Assistenzsysteme an Bord als das aktuelle Modell. Dafür gab es dann aber auch einen netten Preisabschlag für das Neufahrzeug.

Vor jedem Umbau wird bei Louis das Design besprochen. »Wir fangen mit einer Zeichnung an, dann wird im Team besprochen, ob, was und wie wir alles umsetzen. Das geht bei uns sehr demokratisch zu.« Anschließend wird die Kiste »zerfleischt«, wie Kay grinsend zugibt. Sprich, das Bike wird bis auf den Rahmen gestrippt, bevor es transformiert wird. Obwohl die LouisSchrauberCrew, wie sie sich nennt, fast alles selbst erledigt, werden bestimmte Arbeiten an Spezialisten außer Haus vergeben. So auch die Blecharbeiten und der neue Heckrahmen. Da das Heck an der KTM geschraubt ist, muss zum Glück nicht geschnitten oder geflext werden. Stattdessen konstruiert Blechkünstler Michael Naumann nach einer Zeichnung ein neues, ebenso den Tank und die Lampenmaske. Ein Problem bringen die Änderungen am Scheinwerfer allerdings mit sich. Wie bei fast allen CAN-Bus-Systemen verlaufen auch bei der KTM Elektronik und Sensorik über das Zentralinstrument. »Wenn du das Instrument entfernst, fangen die Probleme an. Darum haben wir uns entschieden, das Ding hinter der Lampenmaske zu platzieren. Es bleibt voll funktionsfähig und lässt sich im Handumdrehen herausziehen und wieder auf der Gabelbrücke platzieren. Eine Straßenzulassung wäre ebenfalls wieder möglich.«

Der grobe Metalflake ist eine Reminiszenz an den Glamrock der siebziger Jahre und Teil von Catys Namen

Auch beim Fahrwerk gibt sich das Team nicht mit der Serienausstattung zufrieden. Spezialist Wilbers konstruiert neue Gabelholme und ein individuell angepasstes Zentralfederbein. »Die Zusammenarbeit mit Wilbers war unglaublich. Ich habe Donnerstagabends die Maße durchgegeben und schon am nächsten Tag die Benachrichtigung bekommen, dass alles in den Versand gegeben wurde«, zeigt sich Kay noch immer erstaunt, angesichts der superschnellen Lieferung.

Da das Bike für Sprintrennen vorgesehen ist, stellt sich die Frage nach der Leistung, von der die Super Duke eigentlich mehr als genug hat. Die Werksangabe liegt bei 173 PS. »Den Motor haben wir daher weitgehend unangetastet gelassen. Er wurde lediglich geschwärzt und mit silbernen Schrauben versehen.« Dennoch nimmt sich Motorenguru Ulf Penner der Elektronik an und stimmt den brutalen V2 mit einem neuen Mapping ab. Denn ohne Wheelie-Control bleibt die Super Duke ein wildes Biest, das bei den Sprintrennen am Glemseck zeigt, welch ungezähmte Kraft in ihm steckt. Louis-Stammfahrerin Mai-Lin Senf muss kämpfen, damit das Vorderrad am Boden bleibt und sich die Duke nicht nach hinten überschlägt. Für Ulf Grund, noch mal nachzulegen. Er konstruiert eine elektronisch-mechanische Wheelie-Control und zähmt die ungestüme Maschine.

Da die KTM 1290 Superduke R von Haus aus genügend Power mitbringt, beließ man es bei einem dezenten Motortuning

Zum glanzvollen Auftritt gehört auch eine entsprechende Lackierung. »Der Rahmen sieht zwar aus, als wäre er verchromt, doch es ist ein neues, lackähnliches Verfahren, das andere Möglichkeiten bietet. So konnten wir den Rotverlauf an den Knotenpunkten des Rahmens realisieren.« Die Lackierung von Tank, Heck und Lampenmaske übernimmt Danny Schramm, der die Louis-Farben mit einem groben Metalflake kombiniert.

Und was bedeutet Caty M. Glam eigentlich? »Na, jedes Kind braucht doch einen Namen«, erzählt Kay. »Es ist einfach nur die Schreibweise, wie es im Englischen ausgesprochen wird. Kähj-Ti-Em, also KTM oder Caty M., wie wir sie nennen. Und Glam bezieht sich auf den Glamrock der siebziger Jahre – glitzernd und glamourös eben. Deshalb auch der Metalflake in der Lackierung.« Logisch, hätte man ja auch selbst drauf kommen können.
 

Technische Daten
KTM 1290 SUPER DUKE R
Bj. 2016
Erbauer: LouisSchrauberCrew & FRIENDS

Motor
Zweizylinder-Viertaktmotor, dohc-Vierventiler,
1301 ccm (Bohrung/Hub 108 x 71 mm)

Motortuning: Ulf Penner
Steuergerät: Dynojet-Powercommander und Autotune
Wheelie-Control: elektronisch-mechanisch
Intake: offen
Auspuff: Shark-Endschalldämpfer
Krümmeranlage: STParts
Leistung: 175 PS bei 9500 /min
Drehmoment: 143 Nm bei 7400 /min

Fahrwerk
Stahlgitterrohrrahmen, modifiziertes Heck

Gabel: Wilbers
Zentralfederbein: Wilbers
Räder: Kineo-Speichenräder
Reifen: vo. 120/70-17, hi. 190/55-17
Bremsen: vo. Doppelscheibe, hi. Scheibe

Zubehör
Tank: Michael Naumann
Lampenmaske: Michael Naumann
Sitz: Michael Naumann
Lenker: Gilles Tooling
Griffe: Gazzini
Scheinwerfer: LED, Koso
Rücklicht/Blinker hinten: Louis-Kombi
Blinker vorn: Gazzini
Lackierung: Schrammwerk

Metrie
Leergewicht: 179 kg
Radstand: 1482 mm
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Stand:17 December 2018 20:12:41/bikes/ktm+1290+super+duke+r+-+glamrock_181030.html