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Suzuki DR 650 aus dem Diamond Atelier

Text: Jens Kratschmar  |   Bilder: Benjamin Grna
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Suzuki DR 650 aus dem Diamond Atelier
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Das Diamond Atelier in München steht für urbane Inspiration mit urtümlicher Handwerkskunst – eine Entwicklung in der Customszene, hier demonstriert an Suzukis DR 650
Ich hasse Veränderungen und lehne Fortschritt ab; ich meine den Fortschritt in der besonderen Lesart eines Schrittes fort von etwas Gutem oder Gutgewordenem. Insbesondere wenn dieser Schritt fortführt von einer höchst willkommenen Schaffenshaltung im Customizing: Ein Moped muss nicht nur geil aussehen, sondern auch richtig geil ums Eck gehen.

Früher hatten wir Zeiten, in den Umbauten aller Couleur sich vom schönen Schwan auf dem Seitenständer in einen Haufen Scheiße auf der Straße verwandelten, sobald auch nur der erste Zentimeter zurückgelegt worden war – von Fahren konnte da keine Rede sein. Doch Zeiten ändern sich: Heute werden wieder und mehr Custombikes für das Fahren konzipiert und der kommerzielle Erfolg in der Szene gibt den Erbauern recht. Die rollenden Bastelbuden werden zu ergreifenden Fahrmaschinen.

Leider erhöht das Federbein nicht die Fahrdynamik, sondern senkt das Fahrwerk zu deutlich in Richtung Straße. Trotz der abgelehnten  Fahrbarkeit ist die Da#5 ein wegweisendes Custombike für 2016

Und nun das: Wir entscheiden uns diese endgeile Suzuki DR 650 des Diamond Ateliers ins Heft zu nehmen und ich denke mir schon beim Betrachten der Bilder skeptisch, dass die Geometrie des Fahrwerks gewagt ist. Bei der Recherche fällt mir das Interview der Macher in einem Magazin für Motorradkultur ein und interessiert lese ich mir die Antworten der beiden Jungs aus München durch, intuitiv wissend, dass sie verstehen, was sie tun.

Doch bringen mich ihre verbalen Ergüsse auf die Palme, da reden die beiden Schrauber davon, dass ihre Motorräder nicht gut fahren müssen – nur gut aussehen an der Eisdiele und der Uni. Ganz schöner Hipsterdampf ist das und dann ist die komplette Außendarstellung der Bajuwaren auch noch in bloody english gehalten. Dem nicht genug steht da außerdem noch etwas über: »Nix Lauwarmes machen – entweder ganz oder gar nicht«. Sorry, ich muss nochmal draufhauen: So was kann ein Chopperschrauber aus den 80ern von sich geben, dem schon bei drei Grad Schräglage die Unterhose braun wird und der glaubt, das Motorrad neu erfunden zu haben. Aber doch bitte niemand, der mit einer solch gewaltigen Formkraft Motorräder bauen kann. Wer was schönes Stehendes bauen will, der soll für die Schi-ckeria Lampen aus Parkuhren schnitzen, aber keine Fahrzeuge. Bussi Bussi.



Das Problem ist einfach zu erklären: Tom und Pablo sind Mitte 20 und wohl noch nie über den Bavariaring per Zweirad hinaus gekommen. Nach eigener Aussage tut ihnen nach 60 Kilometern auf einem ihrer Bikes schon alles weh. Trotzdem setzen sie mit ihren Umbauten starke Vorstellungen zu noch stärkeren Mopeds um, was auch den Hype um die Burschen erklärt. Zu Recht, ihre DA#5 auf Basis der beliebten Fahrschulenduro von 1992 ist ein wirkliches Schmuckstück. Sie verkörpert den wahren Sinn von Eintöpfen für die Straße. Klein, schlank, leicht und bissig. Und dann diese bestechende Form- und Farbgebung, einfach ein Hosenverenger.

Da dengeln die beiden, offensichtlich vom Fahren keinen Schimmer, aus Metall solche organischen Rundungen und pinseln die Sache in einem grau-türkis Tarnlook – geiler geht’s leider nicht mehr. Auch der Rest der Anpassungen für den Heckrahmen oder der Seventies-Style-Tank sprechen dafür, dass Tom und Pablo es draufhaben, richtig feinen Stoff auf die Reifen zu stellen. Die Zeit für den Nachwuchs ist definitiv gekommen und dringend nötig. Jetzt müssen diese beiden Rohdiamanten in Sachen Fahrwerk nur noch zu dem geschliffen werden, was ihr Design schon ist: brillant.

Nerdbekenntnis: Sieht die Frontmaske nicht aus wie ein Gegner aus dem Mass-Effect-Universum? Das Alter der Erbauer spricht für eine Zockervergangenheit. Für alle anderen ist die Frontmaske aufwendig und futuristisch gestaltet

Technische Daten
Suzuki DR 650
Bj. 1992
Erbauer: Diamond Atelier München

Motor
Viertakt-Einzylindermotor, ohc-Vierventiler, 641 ccm (Bohrung/Hub 95,0 x 90,4 mm)

Auspuff: Supertrapp an Eigenbaukrümmer
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 45 PS bei 6800 /min
Drehmoment: 57 Nm bei 5000 /min
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h

Fahrwerk
Stahlprofilrahmen, modifiziert, 

Heckrahmen: Eigenbau
Gabel: Serie modifiziert, obere Gabelbrücke als Sonderanfertigung
Schwinge: Serie
Federbein: Wilbers, angepasst
Räder: vo. und hi. 17-Zoll-Speichenräder mit eloxierten Serien-Naben
Reifen: vo. und hi. Metzeler-Racetec-RR-Slicks
Bremsen: vo. und hi. Scheibe 

Zubehör
Tank: Diamond Atelier
Heckrahmen: Diamond Atelier
Höcker: Diamond Atelier
Sitzbank: Diamond Atelier
Lenker: ABM Multiclip-Stummel
Tacho: motogadget motoscope-Mini
Fußrasten: ABM
Paintjob: Diamond Atelier

Info
www.diamond-atelier.com
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Stand:19 July 2019 10:07:55/bikes/kopie+harley-davidson+fxst_163.html Warning: fopen(cache/0b8fd6b58426533f1d3fcb4f73e0c6e5.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163