Honda XL 500 – Der Vize-Crosser

30.04.2018  |  Text: Katharina Weber  |   Bilder: Volker Rost
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Honda XL 500 – Der Vize-Crosser
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Mit der kleinen Honda im Sparmodus zum zweiten Platz in Europas größtem Umbauwettbewerb: Carsten Bender hat mit seiner XL 500 einen Nerv getroffen
Eine kleine japanische Basis, kaum mehr als 1000 Euro Budget, Stollenreifen – unser zweiter Sieger des CUSTOMBIKE-Wettbewerbs 2015 erklärte ziemlich gut, was wir schon etwas länger beobachten. Es gibt seit geraumer Zeit einen Trend, der räudige Spaßmopeds in den Mittelpunkt stellt, die Flut an gut gebauten Scramblern hat den Weg geebnet. Und schließlich will nicht jeder gleich die Kohle für eine Boxer-BMW oder Honda CB rausdrücken, so bieten sich als Basis Nischenbikes wie eben Crossmaschinen vom Schlage einer Honda XL geradezu an.



Sie sind günstig zu haben, vergleichsweise leicht umzubauen, sehen einfach nach Spaß aus. Carsten Bender aus dem nordrhein-westfälischen Hagen ist lässig auf den Zug aufgesprungen, immerhin hatten wir den Privatschrauber schon einmal mit einem Lowbudget-Umbau im Heft.

Im Hauptberuf ist Carsten Schlagzeuglehrer, hobbymäßig baut er dazu Mopeds um, immer günstig, aber trotzdem mit einem guten Gespür für die Optik, »eine schöne Linie hat doch nichts mit dem Preis zu tun«, erklärt er. Dabei lässt sich Carsten bei der Suche nach einer neuen Basis immer von dem inspirieren, was er gerade günstig findet. In diesem Fall war es eben jene Honda XL 500, über die er bei eBay-Kleinanzeigen stolpert.



Sie ist ein bisschen auf Chopper umgebaut, was sich bei der langen Endurogabel durchaus anbietet, ansonsten in einem gammeligen Zustand. Der Verkäufer versichert, dass zumindest der Motor läuft. Alles andere wird Carsten sowieso ändern, also kauft er. Er findet die Chopperidee für den Crosser an sich nicht schlecht, »aber der Stil ist am Ende einfach nicht meins, ich mag es sportlicher«, der Hagener weiß, was er will.

Der Motor wird der üblichen Revision unterzogen, er klackert ein bisschen. Neu eingestellte Ventile beheben das. Dazu setzt Carsten auf einen offenen Luftfilter und montiert einen neuen Auspuff. Den Krümmer baut er aus Stahlrohr selbst, der Endtopf entsteht aus aus zwei Kawa-Töpfen und einer selbst eingesetzten Schalldämpfer-Flöte. Das genügt, um dem Honda-Eintopf eine deutlich bessere Atmung als dem Original zu attestieren.

Carsten kann das beurteilen, er hat exakt dasselbe Bike noch mal als Originalversion in der Werkstatt. Für die optische Veränderung macht sich Carsten zunächst auf die Suche nach einem passenden Tank, findet den einer Suzuki GN 250 für läppische 20 Euro. Das Gefäß passt perfekt, bildet mit seiner Unterkante eine schöne Flucht mit dem oberen Rahmenrohr. Lediglich der Lenkanschlag muss für die Montage des Tanks geändert werden.



Die Gabel schiebt Carsten durch, bis die gewünschte parallel zum Boden verlaufende Linie des Bikes erreicht ist. Das Heck des alten Crossers wird maßgeblich verändert, ein Bogen eingeschweißt, die Querstreben für die Sitzbank ebenfalls geschweißt. Als das Fahrwerk so weit fertig ist, gehts zum Sandstrahlen, anschließend wird der Rahmen grundiert. In einem Sprayerladen besorgt sich Carsten für wenige Euros ein paar Dosen Lack, Farbe »Grünspan«, eine passende Farbwahl für den Crosser.

Nach dem Zusammenbau zeigt die Gabel eine leichte Schieflage, also wieder auseinanderreißen und neue Gabelbrücken bauen. Außerdem ist die Vergaserhalterung im Weg, so muss Carsten am schon lackierten Rahmen nochmal flexen und eine einseitige Halterung bauen. Nächstes Thema, die Sitzbank. Drei Löcher sollten eigentlich in den Sitz integriert werden, die Lochbohrungen am Bike optisch aufgreifen. Carsten, der alles selber näht, scheitert  am dreifachen Aufwand. »Es ist nämlich gar nicht so einfach, diesen Übergang sauber hinzubekommen. Deshalb habe ich mich letztlich für ein großes Loch entschieden, durch das ich als kleinen Gimmick auch an die Elektrobox unterm Sitz drankomme«, erzählt der Schrauber, der seine Sitzbank zudem rundrum mit Ziernägeln beschlägt.



Es folgen noch viele Kleinigkeiten wie das Anfertigungen von Halterungen und Kleinteilen, bevor sich Carsten für unseren Wettbewerb anmeldet, mit der Startnummer 26 ins Rennen geht und vier Wochen später mit 553 Punkten auf dem zweiten Platz steht. Zahlreiche Leser hatten der Honda vor allem ihre Zweit- und Drittstimmen gegeben. Und weil Kleinvieh auch Mist macht, hat sich das am Ende zum tollen Treppchenplatz summiert. Wir gratulieren herzlich und wünschen dem Carsten viel Glück bei der letzten Hürde. Die Straßenzulassung für seine Honda steht nämlich noch aus.

Technik
Honda XL 500s | Bj. 1980

Motor
luftgekühlter Einzylinder-Viertakt, 
dohc-Vierventiler, 
497 ccm (Bohrung/Hub 89 x 80 mm)

Vergaser: Mikuni
Luftfilter: offener Sportluftfilter
Zündung: C.D.I
Auspuff: Eigenbau
Getriebe: Fünfgang, Kickstarter
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 34 PS bei 6250/min
Drehmoment: 40,6 Nm bei 5000/min
Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h

Fahrwerk
Honda-Brückenrahmen, Heck gekürzt 

Gabel: Tele
Schwinge: gecleant
Räder: Speichenräder, vorn 3,00 x 23, hinten 4,00 x 18
Bremsen: vorn und hinten Trommel

Zubehör
Tank: Suzuki GN250
Sitzbank: Eigenbau
Lenker: LSL, umgedreht montiert
Armaturen: Honda
Instrumente: Honda-Tacho
Blinker: Ochsenaugen
Scheinwerfer: Rechteck, Zubehör
Rücklicht: Bates-Style
Fußrasten: Cross-Zubehör
Fender: Eigenbau, mitschwingend
Lackierung: Eigenleistung

Metrie
Leergewicht: 120 kg
Radstand: 1402 mm
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