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Honda VT 600 - Cruiser im Dragstyle

Text: Christian Heim  |   Bilder: Christian Heim
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Honda VT 600 - Cruiser im Dragstyle
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Manche Dinge dauern einfach etwas länger, dabei wollte Jens eigentlich nur einen größeren Tank für seine VT600. Doch was heißt hier eigentlich? Am Ende wurde ein Custombike aus der kleinen Honda
VT600-Treiber kennen das Problem. Honda hat dem kleinen Chopper einen kleinen Tank mitgegeben, dessen Kapazitäten einen ziemlich schnell entnervt die nächste Tanke suchen lassen. So erging es auch Jens, der mit der Shadow durchaus zufrieden war. Bis auf dieses kleine Problem eben. Auf seiner Hausstrecke hieß das immer: auf dem Rückweg tanken nicht vergessen. Doch wie dieses Problem abstellen?

Der Zubehörmarkt bietet zwar allerlei Spritfässer an, doch passen die nicht ohne Weiteres auf die kleine Honda. Bei seiner Suche im Netz stößt Jens mit dem Suchbegriff »Stretchtank« auf die Seite von Tom, der sich seit Jahren mit der Vergrößerung und dem Stretchen von Tanks befasst. Dass er auch Motorräder komplett umbaut, ist Jens zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst. Er will einfach nur länger fahren, mehr Kilometer machen, ohne auf das Stottern und Spucken eines verdurstenden Motors zu warten.

Auch am Tank sind die Veränderungen sichtbar: Stretch und Pop-up-Deckel sind Pflicht

Ein Besuch in Toms kleiner Customschmiede »Ironwerk« soll Klarheit bringen, weckt aber tatsächlich nur Begehrlichkeiten und lässt die Suche nach einer Lösung für das Problem mit der Honda in einen richtig fetten Umbau ausarten. Denn was der Orthopäde und Unfallchirurg in der Werkstatt entdeckt, sind kunstvoll umgebaute Bikes – hauptsächlich VT600, wie Jens schnell feststellt.

In vielen Gesprächen wächst der Wunsch nach einem Custom-Umbau. Zwar schlägt Tom einen mitschwingenden Heckfender und Federsattel vor, die ziemlich angesagt sind, doch der Knochendoktor steht mehr auf den Dragstyle. Blöd nur, dass es nichts Passendes von der Stange zu kaufen gibt. Gemeinsam wird gehirnt, bis die Synapsen rauchen, dann bekommt Tom das „Go“, alles individuell aus Blech herzustellen, inklusive eines größeren Tanks. Tom entscheidet sich für den Benzinbehälter einer Honda Black Widow, der mit knapp 13,5 Litern über etwas mehr Kapazität verfügt. Zur Anpassung an die 600er Shadow müssen Tunnel und Halterung geändert werden, der anschließende Stretch gehört zum Pflichtprogramm und sieht einfach besser aus. 

Honda VT 600 Shadow im Dragstyle

Dann geht es ans Heck. Unter dem Fender sitzt ein fest verschweißter Hilfsrahmen, dessen Dasein Tom mit der Flex beendet. Die Blecharbeiten für den neuen Heckfender inklusive Struts und Öffnungen ziehen sich. Für alles müssen Schablonen gezeichnet und die Bleche zugeschnitten werden. Das Schweißgerät glüht, die Flex auch. Dazu entwirft Tom neue Seitendeckel und Wangenverkleidungen. Auch ein neuer Sitz wird fällig, denn von den Originalteilen passt so gut wie nichts mehr. 

Auch das Fahrwerk muss Veränderungen über sich ergehen lassen. Ein gekürztes Federbein senkt das Heck ab, eine Gabelbrücke mit 6-Grad-Reckung und eingeschraubten 10-Zentimeter-Verlängerungen ergeben eine bessere Optik, auch dank der selbst gedrehten Gabelcover. Der Einfluss aufs Fahrverhalten bleibt vernachlässigbar, schließlich dreht sich in der Front noch das originale 19-Zoll-Rad mit der Serienbereifung. Nur hinten wächst die Felge auf sechs Zoll in der Breite und 17 Zoll in der Höhe an. Der 200er von Metzeler braucht etwas Platz. Eine M-Unit von Motogadget übernimmt die Steuerung der Elektrik, denn am LSL-Widebar wollte Jens neue Taster haben. Auch der Serienscheinwerfer fliegt in die Tonne. Ein 7-Zoll-Gehäuse leuchtet ab sofort die Fahrbahn aus. 

Honda VT 600 Shadow im Dragstyle

Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der Jens schon mit dem Kauf eines zweiten Bikes liebäugelte, damit er wenigstens etwas zum Fahren hätte, sind Toms Arbeiten abgeschlossen. Bleibt die Frage nach dem Lack. »Tom hat irgendwas Kackbraunes vorgeschlagen«, erinnert sich Jens kopfschüttelnd. »Ich wollte aber lieber beim originalen, blauen Lack bleiben, der mir schon immer gut gefallen hatte.« Um dem Umbau den endgültigen Schliff zu verpassen, wenden sich die beiden an Michael Schönen aka Lackmuss. Der Profi soll’s richten.

Nach mehreren Besuchen in der Bammentaler Werkstatt, in der Michael das Bike fotografiert, nimmt er die Teile mit und verschwindet für fast ein halbes Jahr. Der Mann ist halt gut gebucht und gut Ding will Weile haben, oder wie die Amis sagen: »The paintjob can make it, or break it.«

Das Heck  wurde zum größten Bauabschnitt. Heckrahmen und Heckfender wurden durch individuelle Parts ersetzt, der neue Fender mit Öffnungen versehen. On Top gab‘s eine fette Lackierung samt Knochenklempner mit seinen Werkzeugen

Für Jens standen sowieso nur drei Dinge auf der Prioritätenliste in Sachen Lackierung. Erstens Blau, zweitens ein Totenkopf, vorzugsweise das Logo des Punishers, was ja zu einem Knochenklempner ganz gut passt, und drittens eine Figur, die seine Arbeit verkörpert. Lackmuss liefert ab, und wie. Der Paintjob reißt’s raus. Erst recht die roten Akzentuierungen, die einen perfekten Kontrast bilden.

Auf dem Tank schimmert das Symbol des Punishers dezent durch, je nach Lichteinfall mal mehr oder weniger. Und vom Heck grinst der Knochendoktor und Unfallchirurg, der zwar auch schrauben kann, nur an anderer Materie eben. Selbst Jens’ Helm hat Michael ins passende Farbkleid gesteckt. Damit endet der lange Umweg, der von einem Tankumbau zum Custombike führte. Operation gelungen, Patient erfreut sich bester Gesundheit.

Am Gasgriff
Gelungene Evolution einer unscheinbaren VT600 zum ausgewachsenen Custombike. Dank individueller Blecharbeiten und der knalligen Lackierung kein Projekt von der Stange. Trotzdem sorgt Serientechnik für Zuverlässigkeit und ein ordentliches Handling. Den Besitzer freut’s. Nicht ein einziges Problem ist bisher aufgetreten

Technische Daten
Motor
Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, ohc-Dreiventiler,
583 ccm (Bohrung x Hub 75 x 66 mm)

Luftfilter: Hypercharger-Klon ohne Klappen
Auspuff: Ironwerk-Eigenbaukrümmer mit Miller Uni-Endtopf
Getriebe: Viergang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 39 PS bei 6500 /min
Drehmoment: 51 Nm bei 6500 /min
Höchstgeschwindigkeit k.A.

Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen
Gabel: 39-mm-Telegabel, verlängert, hi. gekürztes Zentralfederbein
Räder: vorn 2.15 x 19 Zoll, hinten 6 x 17 ZolI
Reifen: vorn 100/90-19, hinten 200/50-17
Bremsen: vorn 296-mm-Einscheibenbremse, hinten Trommelbremse

Zubehör
Gabelbrücke: 6-Grad-Rake
Gabelcover: Ironwerk
Tank: Honda Black Widow
Tank-Stretch: Ironwerk
Elektrik: Motogadget M-Unit
Heckfender: Ironwerk
Sitz: Ironwerk
Blecharbeiten: Ironwerk
Kühlerverkleidung: Ironwerk

Metrie
Radstand: 1600 mm
Gewicht vollgetankt ca. 216 kg

Info
www.ironwerk.de
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Stand:20 June 2019 01:25:51/bikes/honda+vt+600+-+cruiser+im+dragstyle_171113.html