Honda CB Sevenfifty – Kaspeed Family

Text: Katharina Weber  |   Bilder: Jimmy Dressel
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Honda CB Sevenfifty – Kaspeed Family
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Ein Vater, zwei Söhne, der Sachsenring einen Steinwurf entfernt, Rennsportaffinität ein Familiending. Fast logisch, dass diese Voraussetzungen perfekt sind, um einen Betrieb zu gründen, der klassische Racer baut. Noch bemerkenswerter aber, dass die Kleinserienfertigung von feinen Hondas komplett im Nebenerwerb geleistet wird
KA kommt von Karsten, Speed erklärt sich von selbst. Der Vorname des Vaters und die Leidenschaft für Rennmaschinen, im Erbgut der Zwillingssöhne Jimmy und Mick fest verankert, führten vor drei Jahren zur Gründung von »Kaspeed« im sächsischen Glauchau. Der Vater ein Schrauber vor dem Herrn, aus wenig alles machen, wie viele der DDR-Jungs in frühen Jahren auf MZ und Co. gepolt. Nach der Wende eine Ducati, die mit der Geburt der Söhne verkauft wurde. Andere Dinge waren nun wichtiger, das Geld für die Familie zusammenhalten, die Jungs großziehen. Allerdings nicht, ohne das Motorradgen weiterzugeben, die Leidenschaft zu schüren und dabei den Rennsport nie aus dem Blick zu verlieren. Die Jungs machten was draus, der eine wird Diplom-Ingenieur und Renntechniker, der andere Modellierer in der Automobilindustrie. Feste Jobs, feste Kohle und am Abend und an den Wochenenden schrauben sie, machen aus gewöhnlichen Motorrädern piekfeine Custombikes. Nach der Restaurierung diverser DDR-Klassiker wurde die Sache ernst, der Traum vom Familienbetrieb manifestierte sich, Kaspeed wurde gegründet.



Aus ihrer Liebe zu europäischen und alten japanischen Bikes entstehen bei Kaspeed Cafe Racer, Bratstyler oder Scrambler. Bis heute ist die gemeinsame Sache eine, die neben den Hauptjobs ausgeübt wird. »Wir wissen um die Schwierigkeiten, die Customizer haben, die nur vom Umbauen leben möchten. Auch um die von Kalkulationen und Papierkram«, erklärt Jimmy. Und mit demselben Bedacht, mit dem sie ihre Firma gründen, bauen die drei auch ihre Motorräder. »Maximal sechs pro Jahr schaffen wir«, sagen sie. Beachtlich, wenn man bedenkt, mit welcher Liebe zum Detail sie ihre in Kleinserie gefertigten Racer auf Basis der Honda CB Seven Fifty nicht nur konstruieren und bauen, sondern auch beschichten und lackieren. Alles aus drei Händen, und das zu einem durchaus erschwinglichen Preis für ein individuell gefertigtes Motorrad. Nummer eins rollte im Herbst letzten Jahres aus der kleinen Manufaktur und erregte bereits reichlich Aufsehen. Die hier gezeigten Hondas sind Nummer zwei und drei aus dem Familienbetrieb.



»Heritage« nennen die Kaspeed-Jungs ihren Basisumbau, der für 16.900 Euro zu haben ist. Für 2.000 Euro Aufschlag bekommt man die hier gezeigte Racer-Version. Dank USD-Gabel, Öhlins-Dämpfern im Heck und deutlich besserer Bremsanlage ist dieser Aufschlag völlig gerechtfertigt und immer noch mehr als angemessen. Knapp achtzehn Kilo verliert die gutbürgliche Honda in den Fingern der Custom-­Family. Maßgeblichen Anteil daran hat das komplett ­entschlackte Heck mit leergeräumtem Dreieck. An Stelle der umfassenden ­Plaste der Serie setzt Kaspeed einen selbst­laminierten Höcker ein, der auch die Elektronik beheimatet. Der Serienluftfilter wird gegen Einzelfilter von DNA ersetzt, die Vergaser werden neu abgestimmt. Der original belassene, aber überholte 750er darf über Serienkrümmer in schlanke Endtöpfe von LeoVince grummeln. Dazu ist der Reihenvierer in Schwarz und Silbermatt neu lackiert.

Edel, edel: Bei den gewählten Anbauteilen wird sich auf bestes Material von Öhlins, Kellermann, oder LSL verlassen. Der Sitzhöcker dagegen ist ein eigenes Bauteil, das Rahmendreieck bleibt racertypisch wunderbar frei

Der Höcker entstand aus Kevlar und Carbon in der eigenen Werkstatt, die Teileliste des Umbaus liest sich außerdem wie das Who is who des internationalen Custommarktes. ­Daytona-Tacho, schlüsselloses Zündschloss von Motogadget, Stummel, Rasten und Hebel von LSL, Koso-LED-Scheinwerfer ohne Gehäuse und Kellermann-Atto-­Kombiblinker. Eine einfarbige Lackierung und die Pulverbeschichtung von Rahmen, Schwinge und anderen Komponenten ist im Preis außerdem mit drin. Mehr geht natürlich auch, die silberne Honda auf diesen Seiten ist inspiriert von Rothmans-Racing-Lackierungen der 80er und 90er Jahre, modernisiert mit Silber, Bronze und Blau metallic. Die andere setzt auf tiefes Türkisblau metallic in Kombi mit Feuerrot und weißem Pinstripe.
Die Seven Fiftys von Kaspeed sind zurückhaltende, stilvolle Motorräder und, das können wir guten Gewissens unterstellen, eine Herzensangelegenheit. »Wir wollen schöne, funktionale, aber eben auch bezahlbare Motorräder bauen«, sagen sie uns in Sachsen. Und das gelingt der Familienbande in der Tat vortrefflich.



Technische Daten
Honda CB Seven Fifty  |  Bj. 1996 und 2000
Erbauer: Karsten, Jimmy und Mick Dressel

Motor
luftgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, dohc-Vierventiler,
747 ccm (Bohrung/Hub 67 x 53 mm)

Vergaser: Keihin VE 66H
Auspuff: Vier-in-Eins, Schalldämpfer Leo Vince Classic Racer
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 73 PS bei 8500 /min
Drehmoment: 62 Nm bei 7500 /min
Höchstgeschwindigkeit: 207 km/h


Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen,
Heck gekürzt

Gabel: USD einstellbar
Federbeine: Öhlins
Räder: vo. und hi. 17 Zoll
Reifen: Metzeler Roadtec, vo. 120/70-17, hi. 150/70-17
Bremsen: vo. Doppelscheibe, hi. Scheibe


Zubehör
Tank: original, mod.
Höcker: Kaspeed
Lenker: LSL Sport Match Stummel
Scheinwerfer: Koso Thunderbolt LED
Rücklicht: Kellermann Atto
Blinker: Kellermann
Instrumente: Daytona
Fußrasten: LSL Racing


Metrie
Leergewicht: 217 kg
Radstand: 1495 mm


Info
kaspeed-moto.com
 

Die Gutbürgerliche




Die Preise für Hondas CB-Modelle sind, ähnlich wie bei anderen japanischen Youngtimern, in den letzten zwei, drei Jahren massiv in die Höhe geschossen. Anders bei der Seven Fifty, die gebraucht noch im Preisrahmen liegt – ein Grund, warum die Kaspeed-Mannen sie als Basis ihrer Kleinserie gewählt haben.

Wer nett ist, beschreibt das Modell als klassischen Naked-Racer … weniger nett würden wir sagen, sie ist eher Kartoffelstampf als Trüffelpüree. Bieder und bodenständig, aber mit solider Technik und wenigen Problemen mit Wartung oder Laufleistung. Über 100000 Kilometer sind da locker drin. Und immerhin, ein klassischer japanischer Four mit Luftkühlung ist schon eine Nummer.

Fahrwerksschwächen offenbart das Originalbike vor allem dann, wenn es sportlicher wird. Die Gabel ist zu weich, die Federbeine kommen zu früh in die Progression, das macht nur bedingt Spaß und bietet Raum für Verbesserungen. Wenn dann allerdings Jungs wie die von Kaspeed in die Bresche springen, kann die gutbürgerliche Liebe zum ewigen Feuer werden.
 
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Stand:17 November 2019 08:02:29/bikes/honda+cb+sevenfifty+-+kaspeed+family_19813.html Warning: fopen(cache/7faf89c380e57a116f81a5552602886d.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163