Harley-Davidson Sportster – Die Frau, die sich traut

Text: Customizerkurt  |   Bilder: Volker Rost
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Harley-Davidson Sportster – Die Frau, die sich traut
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Harleys Sportster gilt gemeinhin als Frauenmotorrad. Aber seit wann ist das eigentlich so, und warum überhaupt?
Wenn wir in die Harley-Davidson-History eintauchen, so werden wir über dieses Sportster-Frauen-Ding nichts finden. Die Sportster  wurde einfach als sportliches, leichtes Bike konzipiert, als sie 1957, hervorgegangen aus dem K-Modell, das Licht der Welt erblickte. Damals sollte sie eigentlich nur den immer mehr in die USA importierten, schnellen Triumphs Paroli bieten. Ab den 80ern fuhren auch in den USA immer mehr Frauen Motorrad, und die wählten gern Harleys Kleine als Bike, erst recht nach Einführung der Evolution-Motoren. Und zack war der Ruf als Frauenmotorrad geboren – er sollte sich hartnäckig halten.

Harley-Davidson Sportster – Die Frau, die sich traut

Bei unserer hier vorgestellten Ironhead – so genannt aufgrund ihrer gusseisernen Zylinder und Zylinderköpfe – war das in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts wohl noch nicht so ausgeprägt, was aber nicht heißen soll, dass Ironheads nicht gern von Ladys bewegt werden. Diese hier wird es jedenfalls von Zeit zu Zeit. Christoph aus Vorarlberg sah das Bike for Sale im Internet und hatte schon klare Umbau­visionen im Kopf. Leider war der Kommentar seiner Partnerin dazu: »Ein grauenhaftes Motorrad, nur die Farbe gefällt.« Doch das schreckte Christoph nicht ab, der 1000-Kubik-Motor inklusive Getriebe war soweit in Ordnung und brauchte nur den üblichen Service.

Der Rahmen wurde zunächst gestrippt, ein starres Heckteil angebaut, die Schutzbleche geändert und der markante Puch-Cobra-Tank angepasst. Die originalen Scheibenbremsen mit den Schwimm-Klapper-Sätteln wurden überholt und beibehalten. Das hielt die Kosten niedrig. Alle außenliegenden Gummi-Ölschläuche wurden durch feste Kupferleitungen ersetzt – eine Technik die Christoph, wenn möglich, für alle seine Custombikes anwendet. Außerdem unterstrich er den sportlichen Look, indem er alle möglichen Halter sowie Kettenschutz und Seitendeckel lochte und drillte. Zugegeben, das ist nicht neu, aber kommt immer wieder gut!

Harley-Davidson Sportster – Die Frau, die sich traut

Die 16- und 19-Zoll-Speichenräder mussten nur mal richtig aufpoliert werden, dann wurden sie mit Conti-Reifen bestückt. Den 5.00x16-Hinterreifen konnte man zwar über Jahre wirklich nicht mehr sehen, war er doch standardmäßig auf nahezu jeder Shovel montiert, aber mittlerweile gefällt er doch wieder ganz gut! Ein Zeichen dafür, dass sich wohl der Geschmack doch von Zeit zu Zeit mal ändert.

Für die Harten darf das Bike zum Starten gekickt werden, das ist aber dank des vorhandenen E-Starters kein Muss. Zum Abschluss wurde die ganze Fuhre von Christophs Kumpel Stefan in ein Lackkleid aus Candy-Orange getaucht. Der Kommentar von Christophs Freundin nach Fertigstellung war ernüchternd: »Wow, super Motorrad … aber die Lackierung gefällt mitr überhaupt nicht.« Am Ende konnte sie sich aber doch irgendwie damit anfreunden und schrammt jetzt des Öfteren durch Österreichs Kurven. Sportster sind Frauenmopeds? Ja, manchmal.

Am Gasgriff
Dank Einführung attraktiver Modelle seitens der Company ist das Ende der Sporties noch in weiter Ferne. Zum Glück, denn auch in umgebauter Form ist eine Sportster ein absolutes Spaßbike und zu Unrecht als typisches Frauenmotorrad abgestempelt.

Technik
H-D Ironhead Sportster | BJ 1972

Motor
V-Zweizylinder Viertaktmotor, ohv-Zweiventiler,
998 ccm, Bohrung/Hub (81x 96,8 mm)

Zylinderköpfe: original, mit geteilten Ventildeckeln
Vergaser: S&S
Luftfilter: 70er-Style gelocht
Zündung: Dyna Dual Fire
Auspuff: Eigenbau mit Supertrapp-Endtopf
Getriebe: Viergang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 70 PS bei 6200 /min
Drehmoment: 85 Nm bei 4700 /min
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
 
Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Hardtail

Gabel: original Harley-Davidson XL 35mm
Gabelbrücken: Harley-Davidson
Bremsen: vorn und hinten original Harley-Davidson Schwimmsättel
Räder: vorn 2,75 x 19-Felge, hinten 3.00 x 16-Felge
Reifen: vorn Continental 3.00-19, hinten Continental 5.00 x 16

Zubehör
Tank: Puch Cobra, modifiziert
Öltank: Eigenbau
Sitzbank: Eigenbau
Fußrasten: Eigenbau
Schutzbleche: Eigenbau
Lampe: Bates
Rücklicht: Eigenbau

Metrie
Leergewicht: 220 kg
Radstand: 1560 mm
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Stand:21 October 2018 03:30:20/bikes/harley-davidson+sportster+-+die+frau+die+sich+traut_18103.html