Harley-Davidson Softail - White Liner

Text: Christian Heim  |   Bilder: Christian Heim
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Harley-Davidson Softail - White Liner
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Mit One Way Machine verfolgt Julian von Oheimb seine eigene Philosophie, wie ein Custombike auszusehen hat. In der Regel baut er ein Motorrad nur einmal. So bleibt jedes Bike ein Unikat, denn »One Way« kennt kein Zurück
Das Leben geht manchmal interessante Wege, die wenigsten davon tun sich durch Zufall auf. Der Aufbau des »White Liners« dagegen ist die Konsequenz aus einem anderen Umbau, den Julian von Oheimb vor rund zwei Jahren fertiggestellt hat. Damals zeigten wir den Ingenieur mit seinem schwarzen, ebenfalls schlanken Bobber im Heft und hatten ihn sogar auf dem Cover. Kurz nach Veröffentlichung des Bikes in den Medien, war es dann auch schnell verkauft. Seitdem hat es in Süddeutschland eine neue Heimat gefunden, obwohl Julian seine Bikes zum Großteil ins Ausland verkauft.

Die Arbeit an dem Bike muss aber nachhaltig beeindruckt haben, denn der Besitzer entschloss sich, diesmal ein Bike bei One Way Machine in Auftrag zu geben und seine Vorstellungen mit in den Aufbau einfließen zu lassen. Im Folgenden entwickelte sich ein reger Informationsaustausch zwischen dem Kunden und Julians Manufaktur. »Der Kunde war natürlich von Anfang an in das Projekt eingebunden. Wir haben viele Ideen besprochen und letztlich die besten davon umgesetzt«, so Julian.

»Der Kunde war natürlich von Anfang an in das Projekt eingebunden. Wir haben viele Ideen besprochen und letztlich die besten davon umgesetzt« so Julian von Oheimb

Als Basis nimmt er eine 2003er Harley-Davidson Night Train. »Ich bevorzuge Twin Cams aus den Baujahren 2000 bis 2006, die noch mit Vergaser ausgestattet sind und möglichst wenig Kilometer aufweisen. Außerdem kann ich bei diesen aufgrund der geringeren Höchstgeschwindigkeit auf ein anderes Reifenprofil zurückgreifen. Bei neueren Modellen geht das nicht mehr.« Vor dem Kauf lässt er sich zahlreiche Detailfotos vom Bike zukommen. Er kennt die Schwachstellen der Harleys, weiß worauf zu achten ist. Die Vorgaben seines Kunden indessen kommen der Philosphie von One Way Machine sehr entgegen. Das neue Bike soll schmal werden und noch mehr ins Detail gehen als das erste. »Wir haben uns langsam an Linie und Optik herangetastet, dabei ständig Fotos ausgetauscht. Doch im Endeffekt hatte ich freie Hand.«

Bei One Way Machine ist die Detailversessenheit Teil eines jeden Umbaus. Die Serienrockerboxen mussten gefälligeren Teilen von EMD weichen. Den Luftfilter spendierte Rough Crafts aus Taiwan

Wie alle Aufbauten beginnt auch dieser in Julians Werkstatt mit einem kompletten Strip-down. »Jedes Bike wird bis auf den Rahmen komplett zerlegt. Dann nehme ich die entsprechenden Modifikationen vor, erledige die Blecharbeiten und lasse den Rahmen pulverbeschichten.« Auch der Motor bekommt ein neues Farbkleid. Julian schleift den ursprünglich schwarzen Motor der Night Train und lackiert ihn in Harley-Silbergrau. Dazu montiert er neue Rockerboxen von EMD, lässt den Motor aber ansonsten unangetastet. Lediglich ein neuer Luftfilter sorgt nicht nur für eine verbesserte Optik, sondern auch für mehr Luft im Gemisch.

Was die Auswahl der Teile betrifft, so bindet Julian auch hier seinen Kunden mit ein, macht Vorschläge und sucht gemeinsam aus. So ziert nun eine schmale Sportstergabel, die Julian modifiziert und mit besseren Innereien versieht das Frontend. Die Gabel kann nun eingestellt werden und sorgt somit für ein deutlich besseres Ansprechverhalten. Am Heck montiert er eine selbstgebogene Mini-Sissybar, die gleichzeitg als Halterung für den Eigenbauheck-fender dient.

Die gelungene Kombination aus verschiedensten Parts ergibt schlussendlich das Gesamtbild

Ein Blickfang wird der Tank, der ursprünglich an einer alten Triumph verbaut war. Das Spritfass wird auf die Linie des Bikes angepasst und bekommt im Zuge der Lackierung eine kleine Besonderheit: Die Chromfläche ist tatsächlich lackiert. Ein spezielles Verfahren lässt anschließend die Oberfläche glänzen, als sei sie galvanisiert worden. In Kombination mit der weißen Farbe ein dezenter Kontrast. »Die weiße Lackierung war auch so ein Ding. Wir waren uns nicht  sicher, ob sie wirken würde. Zudem ist es eine BMW-Farbe, die an den alten 02er-Modellen verwendet wurde. Sie ist allerdings so selten, dass mein Lackierer sie nicht selbst mischen konnte, sondern bestellen musste.«

Ein Aufwand, der sich, wie alles am Bike, gelohnt hat und perfekt zum Stil passt. Schließlich ist Weiß das neue Schwarz.
 

Technische Daten
Harley-davidson Softail
Bj. 2003/2018
Erbauer: One Way Machine, Besitzer: Volker L.

Motor
V-Zweizylinder-Viertakt, ohv-Zweiventiler
1449 ccm (Bohrung/Hub 95,3 x 101,6 mm)

Vergaser: CV
Luftfilter: Rough Crafts
Auspuff: One Way Machine
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 63 PS bei 5300 /min
Drehmoment: 106 Nm bei 3200 /min

Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen,
modifiziertes Heck

Gabel: Sportster, modifiziert
Gabelbrücken: Sportster, modifiziert
Räder: vo. 1,85 x 21 Zoll, hi. 2,15 x 21 Zoll
Reifen: Avon Speedmaster MK II mit vorn 3,00 x 21 Zoll, hinten 4,00 x 18 Zoll
Bremsen: vorn Scheibe, hinten Ritzelbremse

Zubehör
Tank: Triumph, modifiziert
Lenker: One Way Machine
Lenkerhalter: Rough Crafts
Heckumbau: One Way Machine
Heckfender: One Way Machine
Instrument: Motogadget
Scheinwerfer: Factory
Rücklicht: Rizoma
Lackierung: BK-Lack GmbH

Metrie
Leergewicht: k. A.
Radstand: 1695 mm

Info
www.onewaymachine.com
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Stand:21 October 2018 03:29:34/bikes/harley-davidson+softail+-+white+liner_18514.html