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Harley-Davidson Panhead – Twiggy

Text: Katharina Weber  |   Bilder: Riders Eyes
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Harley-Davidson Panhead – Twiggy
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70er-Jahre-Magermodels sind nur was für den Laufsteg? Mitnichten, denn sie taugen auch zur Fahrt durch Mannheimer Industrielandschaften. Aber sie zu bauen, ist nicht so einfach, wie man auf den ersten Blick denkt
Nur dreihundert Meter Luftlinie wohnen Markus und Patrick auseinander, beide haben einen engen Bezug zum Thema Harley-Davidson und beide haben sich bis vor ein paar Jahren noch nie gesehen. Dabei ist die Mannheimer Motorradszene eng miteinander verbunden und Markus’ »Werk Mannheim« einer der Hotspots der ansässigen Customverrückten. 2014 stellten wir die Werkstatt vor, damals noch Markus’ Privatvergnügen, heute anerkannter Custombetrieb, spezialisiert auf alles rund um Harley-Davidson. Patrick liest den damaligen Bericht und nimmt über unsere Redaktion Kontakt zu Markus auf, seine Custom-Shovel braucht seinerzeit Hilfe – und Markus hilft immer, wenn er kann. Es ist in der Folge nur logisch, dass er auch Patricks nächstes Projekt bauen soll, einen Chopper, von Grund auf.

Um die superschmale Gabel und das 21-Zoll-Rad zu verbinden, musste die vordere Radnabe geschmälert werden. Gebremst wird per Scheibe, was auch den TÜV zufriedenstellt

»Der Hipster hatte das Projekt schon drei Jahre in seinem Kopf und ziemlich genaue Vorstellungen«, erinnert sich Markus. Hipster? »Na ja«, sagt der Customizer, »so nenne ich den Patrick, und ich meine das sehr liebevoll.« Okay, der Hipster will also einen Chopper haben, klingt soweit passend. Auch das Basisbike ist vorhanden, oder besser, es gibt einen Panhead-Motor, einen Rahmen und ein Getriebe. »Sonst war da nichts«, erklärt Markus, »außer eben der eindeutigen Vorgabe. Schmal soll es werden, sehr schmal.« Nun denken wohl einige, so ein Chopper ist eine klare Sache: Ganz viel abschrauben, ganz wenig dranschrauben, lange Gabel, Sissybar, fertig. Ein absoluter Irrtum, denn ein Motorrad so schmal zu bauen, wie es in diesem Fall gewünscht ist, erfordert Hirnschmalz, und davon reichlich.

Beginnen wir mit dem Motor, denn das Thema ist schnell abgehandelt. Der Panhead war schon generalüberholt, was blindes Vertrauen in ihn zur Folge hat und weiterführende Arbeiten am Aggregat unnötig machen. Sehr viel schwieriger ist da die Sache mit dem Getriebe … und erst die Auspuffanlage und die Fußrasten … aber der Reihe nach. Unter dem Motor ist von Haus aus nicht viel Platz, wer zusätzlich schmälern will, muss Lösungen finden. Normalerweise wird das Getriebe über ein Gestänge geschaltet. Weil damit die Schaltwege zu weit für die schmale Bauweise sind, verwendete Markus Fahrradritzel und -kette für die Schaltung, eine Lösung die naheliegend scheint, wir aber so noch nicht oft gesehen haben. Auch der Kickerhebel muss umgeschweißt werden, er hätte sonst zuweit hervorgestanden. Eine chopperlike Fußkupplung und Handschaltung wurde im ersten Schritt ebenfalls verbaut, erweist sich im Fahrbetrieb aber als zu schwierig und wird wieder verworfen. Ein wenigstens etwas entspannteres Fahren mit einem Bike, das eh schon viel Arbeit für den Fahrer erfordert, ist die Folge.



Nach der Arbeit an der Schaltung ist die Verlegung der Auspuffrohre dran. Dass dabei ein Rohr innerhalb des Rahmens verlegt wird, ist nicht selten. Um das aber mit beiden Rohre zu schaffen, muss vorm Schrauben wieder Kopfarbeit sein. »Gerade die Verschraubungen der Rohre am Heckrahmen waren Millimeterarbeit«, erinnert sich Markus, der die Rohre von innen verschraubt, um keinen Platz zu brauchen, der ja sowieso nicht da ist. Und weil der Hipster ein Styler ist, besteht er auf Mid Controls, deren Halter der Customizer von innen verzapft, um außen zu sparen.

Eine Springergabel ist gesetzt, aber auch hier muss an dem alten Relikt nachgearbeitet werden. Die Nabe des 21-Zoll-Vorderrades muss ebenfalls geschmälert werden. Die Gabelbrücken kommen ebenso aus dem Mannheimer Werk wie der Lenker, »Dreßig Zentimeter hat der von Mitte zu Mitte«, grinst Markus. Und weil ein Chopper ohne Sissybar keiner ist, wird auch die natürlich selbst gebaut. An ihr findet auch das Rücklicht im selbstgedrehten Gehäuse Platz. Aber wo sind die Kabel? »Im Polster der Sitzbank«, erklärt uns der Customizer die Unsichtbarkeit.

Ein Rahmen, ein Motor, ein Getriebe, sonst war da nichts. Und weil die Vorgabe ein extrem schmaler Chopper war, muss man doch erst mal einiges an Hirnschmalz investieren

Sauber, auch das ein Attribut der Panhead. Und so ist am Ende extrem viel selbstgemacht und nur wenig zugekauft. Selbst der Lack ist ein Eigenwerk, wenn auch kein hundertprozentig Perfektes. »Normalerweise baue ich ein Motorrad einmal roh und unlackiert auf und fahre es, um alles zu testen«, erzählt Markus, »aber der Patrick hat auf Farbe bestanden. Der Kompromiss war die Spraydose mit dem schönen Blau.«
»Ich würde euch gern noch mehr zum Bike erzählen«, erklärt Markus uns zum Abschluss, »aber bei einem Chopper geht das nicht so, da ist halt nicht viel.« Außer pure Coolness … und das reicht doch schon.
 

Technische Daten
Harley-Davidson Panhead
Bj. 1955
Erbauer: Werk Mannheim

Motor
V-Zweizylinder-Viertaktmotor, ohv-Zweiventiler, 1207 ccm (Bohrung/Hub 87,3 x 100,8 mm)

Vergaser: S&S
Luftfilter: Aftermarket
Auspuffanlag: Werk Mannheim
Getriebe: Viergang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 55 PS bei 5500  min
Drehmoment: 90 Nm bei 3600 /min
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h

Fahrwerk
Doppelschleifen-Straightleg-Stahlrohrrahmen

Gabel: Werk Mannheim Springer
Gabelbrücken: Werk Mannheim
Räder: vorne 21, hinten 18 Zoll
Reifen: vorne Avon 3,0 x 21, hinten Firestone 4,5 x 18
Bremsen: vorne Scheibe, hinten Ritzel

Zubehör
Tank: Motorcycle Storehouse »Egg«
Öltank: MB Cycles
Sitzbank: Werk Mannheim
Lenker: Werk Mannheim
Armaturen: Motorcycle Storehouse
Instrumente: Analogtacho
Scheinwerfer: Aftermarket 4 Zoll
Rücklicht: Werk Mannheim
Sissybar: Werk Mannheim
Fußrasten: Werk Mannheim Mid Controls
Lackierung: Spraydose

Metrie
Leergewicht: 210 kg
Radstand: 1550 mm

Info
Facebook: @Werk Mannheim
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Stand:19 July 2019 09:58:12/bikes/harley-davidson+panhead+-+twiggy_19405.html Warning: fopen(cache/24e25acb2088cc5c466725f8247e4caf.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163