Gannet Moto Guzzi V9 Racer

Text: Katharina Weber  |   Bilder: Fuhrer Moto, Arnaud Mouriamé
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Gannet Moto Guzzi V9 Racer
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Eine Designschmiede und ein Motorenspezialist, beide aus der Schweiz, tun sich zusammen und schaffen ihre eigene Vorstellung vom perfekten Cafe Racer auf Basis einer Moto Guzzi V9 – eine gelungene Rhapsody in Blue
Eigentlich ist die Moto Guzzi V9 in der »Roamer«-Version ein Bike mit entspannter Cruiser-Konfiguration … eigentlich. Denn unter den Händen von Ulfert Janssens Designstudio »Gannet« und dem Team des Rennmechanikers Stefan Fuhrer wurde aus unaufgeregtem Dolce Vita ein böses Mamma Mia. Ein reiner Racer steht vor uns, auf ein Minimum reduziert, ein bisschen retro und mit feinstem Rennpotpourri bestückt, heiliger Bimbam aber auch.

Eine Designschmiede und ein Motorenspezialist tun sich zusammen und schaffen ihre eigene Vorstellung vom perfekten Cafe Racer

Die Arbeitsplätze von Ulfert und Stefan trennen nur knapp hundert Kilometer, eine reibungslose und schnelle Interaktion war jederzeit möglich. Nur ein Grund, warum Gannet Design und Fuhrer Moto den Weg zur perfekten Rennmaschine gemeinsam beschritten. Das Projekt »Rhapsody in Blue« begann mit ein paar losen Skizzen, notwendig, um die Roamer-Proportionen erst mal bildlich in einen vorgeneigten Racerlook zu verwandeln. Ulfert erklärt seinen Denkprozess genau: »Zuerst arbeitete ich an der Linienführung und änderte den Rahmenwinkel. Ich räumte die Architektur auf und machte eine große Diät alle unnötigen Teile betreffend. Ich entwarf ein neues starkes Retro-Racing-Heck und eine neue Auspuffanlage als Signatur, die mit einem Schwung an der Seite des Motorrades entlang führt.« Nachdem die Richtung feststeht , erstellt er ein detailliertes Designrendering als Grundlage für den späteren Bauprozess. Das neue Heckteil für die Guzzi modelliert er zunächst aus Hartschaum, um die richtigen Proportionen zu finden. Erst als er zufrieden ist, geht die finale Form als Vorlage an die Metallbearbeitung. Das gesamte Heckteil ist aus Aluminium und wurde per Hand von Spezialist Bruno Bertschy geformt und gehämmert. Unterkonstruktion und Rahmen werden auf die erhöhte Position des Hecks angepasst.

Der untere Teil des Hauptrahmens wurde neu angefertigt, aufgeräumt und an die neue Rennergonomie der Fußraste angepasst. Die Fußrastenanlage ist von CNC Racing. Das vordere Schutzblech wurde gekürzt und mit einer neuen Verankerung für die Öhlins-Gabel ausgestattet. Die Racing-Gabelbrücke und der Stummellenker geben das Front-Finish. Das 18-Zoll-Speichenrad wurde von Kineo speziell für den neuen Gabelabstand von 210 Millimetern entwickelt. Das Hinterrad ist ebenfalls ein 18-Zoll-Kineo-Speichenrad mit speziellen Aluminium-Abdeckplatten. Es wird von zwei Öhlins-Blackline-Federbeinen gestützt. »Die Anfertigung sämtlicher Hardware-Bauteile war teilweise sehr komplex, aber immer greifbar, wie zum Beispiel bei der Rahmenkonstruktion oder der Anpassung der Fußrastenanlage und der Anfertigung von diversen Spezialteilen«, erklärt Stefan Fuhrer, der neben dem reinen Bau des Motorrades noch einen kniffligen Part zu bewältigen hatte.

Von der biederen Roamer zum waschechten Sprinter: eine Punktlandung

Eine der größten Herausforderungen war nämlich der Umbau von Einspritzer auf Vergaser. Neben der Anpassung des Geberrades mussten nämlich auch die Elektronik, Zündung und speziell der Sensor angepasst werden. Jetzt atmet der V2 durch zwei Keihins, die »dem Bike den nötigen Schub bei den geplanten Sprintrennen geben und gleichzeitig schön nostalgisch sind«, erklärt Stefan. Auch die Kupplungsanlage wurde modifiziert, um mit dem Guzzi-Schaltsystem zu harmonieren.

Bevor die Guzzi zum ersten Sprint des Jahres in Monza antreten darf, verlangte sie aber noch nach passender Farbe. Mit einer Mischung aus abgeschrubbelt sowie Hochglanz mit einer dicken Schicht Klarlack lässt Lackierer Walter Oberli die Wahrnehmung zwischen ranzig und Hightech verschwimmen, passend für das Schaf im Wolfspelz. Heck und Details sind außerdem in einer sanften Blauabstufung lackiert, die Zylinderköpfe erhielten in Kombination mit einem Aluminium-Schutzbügel ebenfalls einen blauen Anstrich. Design und Handwerk passen, für den Gannet-Racer kann es damit nur eine Richtung geben: geradeaus!
 

Technische Daten
Gannet Moto Guzzi V9 Racer
Bj. 2018
Erbauer: Gannet Racing/ Fuhrer Moto

Motor
Luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, dohc-Zweiventiler,
853 ccm (Bohrung/Hub 84 x 77 mm)

Vergaser: Keihin
Auspuff: Gannet, Fuhrer, Leo-Vince-Endtöpfe
Getriebe: Sechsgang
Sekundärtrieb: Kardan
Leistung: 60 bei 6250 /min
Drehmoment: 62 Nm bei 3000 /min
Höchstgeschwindigkeit: k. A.

Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen, mod.

Gabel: Öhlins
Gabelbrücke: IMA
Federbeine: Öhlins
Räder: vo. und hi. Kineo-18-Zoll
Bremsen: vo. Doppelscheibe, hi. Scheibe
Reifen: vo. und hi. Metzeler

Zubehör
Heck-Sitzbank: Gannet/Bertschy
Lenker: ABM
Armaturen: ABM
Instrumente: Daytona
Lampe: Highsider
Griffe: Biltwell
Elektronik: motogadget m-lock
Fußrasten: CNC Racing
Lackierung: Walter Oberli

Metrie
Leergewicht: 170 kg
Radstand: 1450 mm

Info
gannetdesign.com
thal-garage.ch/moto
 
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Stand:22 November 2018 11:33:13/bikes/gannet+moto+guzzi+v9+racer_18820.html