Fukker Finale 2015 – Team Staufen Edel: Bad Ass

Text: Katharina Weber  |   Bilder: Benjamin Grna
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Fukker Finale 2015 – Team Staufen Edel: Bad Ass
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Kaum jemand würde ein Custombike aus einer Suzuki V-Strom bauen – nur echte Fukker sind hart genug für sowas und ziehen das Ding gnadenlos durch
Schweifen wir zurück ins Jahr 2015, es war der 8. Mai, als uns Post von Uwe, Ralf und Ramon in die Redaktion flatterte. Die Jungs wollten einen Fukker bauen und hatten eine amtliche Bewerbung gebastelt. Zwei Dinge gefielen uns daran sofort. Zum einen sollte das Basisbike eine Suzuki V-Strom, also ein biederer Reisetourer, sein. Zum anderen wollten die Herren ihr Team nach einer Biermarke benennen. Und da man uns mit solch kleinen Verrücktheiten echt bekommt, standen die Chancen für das Team Staufen Edel direkt ziemlich gut. Bier und Motorräder waren schon immer eine unschlagbare Kombi, ganz klar.

Fukker Finale 2015 – Team Staufen Edel: Bad Ass

»So viel haben wir an sich gar nicht getrunken«, erzählt Uwe kurz nach Fertigstellung des Fukkers, »man muss schon weitestgehend nüchtern sein, um sowas ordentlich zu bauen.« Außerdem mussten die Freunde aus dem Raum Göppingen einen klaren Kopf behalten, denn sie kämpften mit unvorhergesehenen Problemen bei ihrem Projekt. Recht schnell dezimierte sich nämlich die Anzahl der Teammember von drei auf zwei, Ramon stieg schon kurz nach dem Startschuss aus. Trotzdem ließ man im Süden der Republik die Sache ruhig angehen, »man könnte auch sagen, wir haben etwas spät angefangen. Der Druck war am Ende echt groß und uns ist einfach die Zeit weggelaufen«, erklärt Uwe. Urlaube, kaputte Autos und andere Zwischenfälle taten ihr Übriges für einen holprigen Volks-Build-Off. Trotzdem, Anfang November vermeldete Team Staufen Edel schließlich »Fukker fertig« – und wir könnten nicht stolzer auf das Ergebnis sein.

Starres Heckteil, selbst gebaut
Von dem langweiligen Tourer Suzuki DL 1000 ist nichts übrig geblieben, außer Motor und Rahmen. Am Motor war nichts zu tun, der lief von Anfang an einwandfrei. Und auch der Rahmen war zumindest teilweise gut zu gebrauchen. Zunächst war es vorgesehen, den Rahmen komplett zu erhalten, allerdings sollte der Federweg mit drei Zentimetern extrem kurz werden. Aufgrund der vorgesehenen Gabel vorn ließ sich dieser Wunsch einfach nicht umsetzen. Da aber die V-Strom im Original über ein angeschraubtes Rahmenheck verfügt, kann man dieses sowieso locker abnehmen und in die Tonne treten. Also Planänderung, Ralf und Uwe entschieden sich nun für ein starres Heckteil, das selbst gebaut wurde. Dadurch und durch die kurze Gabel einer Suzuki TL 1000 kommt die Fuhre ein ganzes Stück nach unten. Die weit nach hinten verlegte Fußrastenanlage trägt ihren Teil dazu bei, um das Bike geistig schon auf einer Rennstrecke zu sehen. Bis zu diesem Punkt stimmte der Fukker mit der Zeichnung überein, mit der sich Team Staufen Edel seinerzeit bei uns beworben hatte. Auch eine Lampenmaske war von vornherein vorgesehen, sie entstand wie die Lufthutzen an den Seiten aus Kupfer, in reiner Handarbeit. Nur eines hatte die Zeichnung nicht gesagt, nämlich wie die Tank-Sitzbank-Kombination aussehen würde. Uwe, der für das Design der Suzuki verantwortlich war, grübelte lange über der Aufgabe. Erst als er sich irgendwann entschied »wir nehmen Holz als Grundmaterial«, lief die Sache. Aus Holzblöcken, die vom Schreiner gehobelt, geschliffen und verleimt wurden, schnitt er mit der Flex in vielen Stunden die entsprechenden Formen. So wurde zum einen ein Sitzhöcker gebaut, der am Ende lediglich mit einer Aluplatte abgedeckt wurde. Dazu entstanden zwei Seitenverblendungen, in die der handgefertigte Alutank einfach eingeschoben wurde. Lederriemen über Tank und Sitzbank sind Reminiszenzen an die Cafe Racer-Kultur. Perfektionist Ralf durfte sich in der Zwischenzeit an der Auspuffanlage austoben, baute ein sehr harmonisches Rohrgewirr, dessen Öffnungen zum einen unter dem Heck, zum anderen oben parallel zur Sitzbank den Ton angeben.

Wir sind schmerzfrei, dann geht das
Nur eines schafften die Jungs am Schluss aufgrund des Zeitmangels nicht mehr. Eigentlich sollten Rahmen und Räder mattschwarz gepulvert werden. »Dazu hätten wir das Bike nochmal komplett auseinander bauen müssen, die Zeit hatten wir nicht«, erklärt Ralf. Ganz ehrlich, wir finden das gut so, denn die Farbkombination von Silber, Kupfer und Braun ist schon ziemlich sexy. Ob sie sich so eine Nummer nochmal antun würden, fragen wir am Schluss. »Es gab schon Phasen, da haben wir uns gefragt, was wir hier eigentlich machen. Aber letztlich sind wir relativ schmerzfrei und haben kein Problem damit, mal ’ne Nacht durchzuarbeiten«, erklärt Uwe. »Von daher, ja, wir würden die Nummer nochmal machen.« Lohnt sich ja auch, wenn eine solch krasse Bude dabei rauskommt.

Im Detail
Die Aufnahmen zu diesem Bikeporträt entstanden in der Kaiser-Brauerei in Geislingen. Der Bezug ist schnell hergestellt. Unser Fukkerteam huldigt dem Bier Staufen Edel, das ursprünglich bei »Staufen-Bräu« in Göppingen gebraut wurde. Nach der Pleite von Staufen-Bräu wird es nun bei Kaiser in Geislingen hergestellt. Unter dem Slogan »Das Bier für hier« braut und vertreibt die Kaiser-Brauerei neben Staufen Edel auch andere regionale Bierspezialitäten wie »Achalm« oder »Alois«
Technik
Suzuki V-Strom DL 1000 | Bj. 2002
Erbauer: Uwe Harsch, Ralf Stütz

Motor
Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, 
dohc-Vierventiler, 996 ccm (Bohrung/Hub 98 x 66 mm)

Luftfilter: ohne, Metallnetz
Auspuff: Eigenbau
Getriebe: Sechsgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 98 PS bei 7600 /min
Drehmoment: 101 Nm bei 6400 /min
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen, starres Rahmenheck

Gabel: Suzuki TL 1000
Räder: Suzuki TL 1000, vorn 3,5 x 17, hinten 6,0 x 17
Bremsen: vorn Doppelscheibe, hinten Scheibe

Zubehör
Tank: Eigenbau
Sitzbank: Eigenbau
Verkleidung: Eigenbau
Lenker: Stummel
Lampe: Oldtimer
Rücklicht: Polo Motorrad LED
Schutzblech: Eigenbau
Fußrasten: Suzuki TL 1000

Metrie
Leergewicht: 200 kg
Radstand: 1650 mm
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Stand:23 June 2018 04:40:11/bikes/fukker+finale+2015+-+team+staufen+edel+bad+ass_18129.html