Es war einmal: Fukker Finale 2015 – Team Familienbande: We are Family

Text: Katharina Weber  |   Bilder: Benjamin Grna
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Es war einmal: Fukker Finale 2015 – Team Familienbande: We are Family
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Aus einer Yamaha XJ entstand ein edler Cafe Racer in Schwarz und Gold – gebaut Hand in Hand von einem Vater und seinem Sohn
Vielleicht ist es nicht der ganz typische Fukker«, grübelt Andreas ein bisschen angesichts unseres Hinterhof-Wettkampfes. »Aber wir wollten halt zeigen, was mit wenigen Mitteln und periodisch korrekt möglich ist.« Vorab, das ist unserem Team »Familienbande« hervorragend gelungen. Aber abgesehen von der feinen Optik ihres Cafe Racers hat die Familie Scholz – Vater Andreas und Sohn Michael – noch was ganz anderes gezeigt. Nämlich wie eine Familie Hand in Hand ein Projekt stemmt, gemeinsam flucht, feiert und ein bisschen enger zusammenrückt. Genau das ist der Gedanke, der seinerzeit hinter unserer Fukker-Idee stand. 

Blinker, Spiegel, Federbeine, alles dran. Schließlich soll die Yamaha – im Unterschied zu den anderen Fukkern – volle Legalität erhalten

Und weil die beiden Jungs aus Ostfriesland das wunderbar zelebriert haben, ist auch ihr Yamaha-Umbau ein perfekter Fukker. Die Marschrichtung in Sachen Aufbau war klar, aus der 80er-Jahre-Yamaha soll ein 80er-Jahre-Umbau entstehen. Vater Michael muss dabei durchaus Zugeständnisse machen. Der Mann kommt aus der Fighterszene, hätte doch gerne einen 360er im Heck der Yammi gesehen oder vielleicht einen Starrrahmen. Sohn Michael bremst sanft, hält den ursprünglichen Gedanken aufrecht. Die Familie zieht an einem Strang, Vater und Sohn schrauben in den fünf Monaten Bauzeit an den Wochenenden an ihrem Bike.

Fukker-Finale 2015 – Team Familienbande

Das wird zunächst zerlegt, eine kurze Bestandsaufnahme und dann geht’s los. Verschleißteile am Motor werden ersetzt, dazu werden Gehäuse und Zylinderkopf schwarz lackiert. Die Krümmeranlage bleibt original, die neuen Endtöpfe steuert Tante Louis bei. Nächster Halt, der Rahmen. Die Modifikationen sind hier schon umfassender. Alle überflüssigen Halter werden abgeflext, ebenso der Hauptstständer, das Rahmenheck wird gekürzt und zugeschweißt. Vorn kommt der Racer 35 mm tiefer, hinten sind es 55 mm. Auch der Tank muss tiefergesetzt werden, damit die Optik stimmig bleibt. Um die Kosten niedrig zu halten, ist Handarbeit nötig. »Wir haben zum Beispiel alle Rahmenbleche per Hand gedengelt«, erzählt Michael. Die Knotenbleche dienen der Verstärkung des Rahmens, zu sehen sind sie nur beim genauen Blick.

»Alles so verstecken, dass es der TÜV nicht sieht, das lernt man in der Fighterszene«, schmunzelt Michael, der Wert darauf legt, dass der Umbau eine Optik bekommt, die er so auch schon in den 80ern ab Werk hätte haben können. Als eines der wenigen verbauten Neuteile gibt er die Sitzbank an. Die kommt freilich auch nur als Rohling von »Böhse Moppetz«, der Rest wird in  der Familiengarage selbst fertiggebaut und mit schwarzem Leder und goldenem Kederband gepolstert. 

Familie Scholz hatte sich für den Umbau ein enges Budget gesteckt, mehr als 4000 Euro wollten sie nicht ausgeben. Am Ende blieben sie gar noch einen guten Tausender drunter

»Grandiose Papa-Sohn-Erfahrung«
Überhaupt Schwarz und Gold. Die La-ckierung im John-Player-Design stand von Anfang an fest, alle Lackierarbeiten führten Vater und Sohn selbst aus. Neben den schon erwähnten Motorbauteilen wurde auch die Gabel schwarz gelackt, Rahmen, Sitzhöcker und weitere Details sowieso. Die goldenen Embleme brachten die Jungs mittels klassischer Airbrushtechnik auf, überzogen das Ergebnis anschließend mit drei Schichten Klarlack.

Das Ergebnis der gewählten La-ckierung überzeugt und gibt dem Racer sein würdiges Finish. »Es war eine grandiose Erfahrung, dieses Projekt mit meinem Sohn zusammen zu bauen«, erzählt uns Andreas am Schluss. Und widmet sich nun den zwei Bikes, die noch in der Garage auf Vollendung warten. Da darf er dann auch wieder voll zuschlagen, »eine Mischung aus Racer, Fighter und Chopper, das wärs.«
Technik

Yamaha XJ 550 | Bj. 1983
Erbauer: Andreas UND Michael Scholz

Motor
Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 
529 ccm (Bohrung/Hub 57 x 51,8 mm)

Modifikationen: ASC Racing
Gehäuse: lackiert
Vergaser: Yamaha FZ 600
Auspuff: original mit Louis-Sport-Endtöpfen
Getriebe: Sechsgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 50 PS bei 9000 /min
Drehmoment: 41,9 Nm bei 7500 /min
Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h

Fahrwerk
Yamaha-Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, modifiziert

Rahmenheck: gekürzt
Räder: vorn 1,85 x 18, hinten 2,15 x 19
Reifen: vorn und hinten Avon Roadrider
Bremsen: vorn Doppelscheibe, hinten Trommel

Zubehör
Tank: Yamaha, tiefergelegt
Sitzbank:»Böse Moppetz« Caferacer
Lenker: Fehling M
Drehzahlmesser: Yamaha XT 600
Lampe: Louis Klarglas
Rücklicht: Zubehör Oldstyle
Fußrasten: Honda NSR/Yamaha FZ
Lackierung: Schwarz/John Player Design

Metrie
Leergewicht: 177 kg
Radstand: 1430 mm
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Stand:23 June 2018 04:37:40/bikes/es+war+einmal+fukker+finale+2015+-+team+familienbande+we+are+family_18213.html