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Suzuki Katana 650 – Der Samurai

Text: Katharina Weber  |   Bilder: Benjamin Grna
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Suzuki Katana 650 – Der Samurai
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Ein wegweisender Ladenhüter war sie, die Suzuki Katana, damals Anfang der 80er Jahre. Trotzdem, auch aus ihr kann man was machen, einen richtig guten Cafe Racer zum Beispiel
Suzuki Deutschland war mutig, sehr mutig, als man einst die Firma »Target Design« um Hans A. Muth, Hans-Georg Kasten und Jan Olof Fellström beauftragte, ein Motorrad zu designen. Nach nur wenigen Monaten präsentierten die Männer ihr für damalige Verhältnisse wahnwitziges Konzept. Die Suzuki-Bosse waren begeistert, setzten die Ideen aus Deutschland um und zeigten 1981 die erste Katana. Es hätte damit alles gut sein können – war es aber nicht. Zwar ist die Grundform der Katana bis heute in vielen Motorradmodellen zu finden, Anfang der 80er veranlasste sie aber eher zu herzhaften Spötteleien am Mopedtreff. Und das, obwohl die Katana fahrwerks- und motorentechnisch eine ehrlich saubere Sache war. Trotz eiliger Preissenkungen und martialischer Werbung mit Samuraikämpfern auf dem Motorrad konnten die Verkaufszahlen nicht überzeugen. Und selbst heute, wo wir doch einiges gewohnt sind, muss man beim Anblick einer originalen Katana schwer schlucken. Das geht Christian Zacherl nicht anders.

Suzuki Katana 650 – Der Samurai

»Da gibt es keine Kompromisse. Entweder man liebt oder hasst das Ding«, ist sich der Privatschrauber sicher. Und beeilt sich zu erklären, dass er in die Kategorie derer gehört, die das Katana-Design maximal fragwürdig finden. Christian fährt einen selbst umgebauten BMW-Bobber, ist leidenschaftlicher Schrauber, Suzuki ist eigentlich nicht sein großes Thema. Aber als sein Schwager Peter ihn bittet, ihm bei dessen Cafe-Racer-Projekt zu helfen, ist er natürlich am Start. Und schluckt am Ende auch das scharfe Schwert Katana tapfer runter. Ein paar Skizzen und Zeichnungen, wie ein guter Cafe Racer in seiner Vorstellung auszusehen hatte – freies Rahmendreieck, flache Sitzbank, Stummellenker –, hatte Christian dem Schwager schon gezeigt, bevor das Basisbike feststand. Auch als Peter dann per Zufall an die günstige 650er Suzuki gerät, weicht Christian von seinen Prämissen nicht ab. Und so entwickelt sich der Samurai zum Familienprojekt.

Fußrasten nach hinten, alles andere lässt der Stil schlicht nicht zu

Der Vierzylinder-Reihenmotor braucht wenige, aber überzeugende Maßnahmen. Eine feingewuchtete Kurbelwelle, die Bearbeitung von Kolben und Zylindern, Vergaserüberholung und die offenen Filter gehören dazu. Ebenso wird das Gehäuse zerlegt und schwarz lackiert. Die Optik ist die größere Herausforderung, und die gehen Christian und der Schwager gemeinsam an. Letzterer kann zwar einen Reifen wechseln oder Öl, das reine Customizing spielte in Peters Leben aber bis dato keine Rolle. Doch er ist lernwillig und Christian ist stolz, »wie er immer mehr Arbeiten selbst ausführen konnte. Sogar das Schweißen hat er beim Aufbau gelernt.« Und Schweißarbeiten waren nötig. Die zwei Männer entscheiden, das Rahmenheck zu kürzen und einen Loop einzubauen. Normaler Vorgang bei Bikes, die unterm Sitz schön frei bleiben wollen. Anders als bei vielen Racern entscheidet sich Christian allerdings für einen Loop, der keinen Bogen beschreibt, sondern der nach hinten spitz zuläuft. Dazu müssen die Aufnahmen für Tank und die knappe Eigenbau-Sitzbank neu angfertigt werden. Kleines Highlight ist die ausgefräßte Platte im Rahmenheck. Sie zeigt einen Indianer, das Logo vom Motorradclub, in dem Peter aktiv ist. »Vom Samurai zum Tomahawk«, lachen die beiden.

Suzuki Katana 650 – Der Samurai

Die Gabel wird um gute fünf Zentimeter gekürzt, die Gabelbrücke gecleant, verschweißt und gepulvert. Außerdem dreht Christian für die Gabel eigene Konusse, sie ist nun besser einstellbar. Die originale Lenkeraufnahme kann weg, Stummel sind die erste Wahl. Der Tank ist ein Benelli-Nachbau und tatsächlich das einzige Teil, mit dem der Schrauber nicht ganz so zufrieden ist. »Wir haben die Unterseite des Tanks rausgeschnitten, Peter hat sie dann neu eingeschweißt. Aber mir gefällt die Linie nicht hundertprozentig, der Tank liegt in meinen Augen optisch nicht ganz gelungenen auf dem Rahmen«, erklärt er. Dem Schwager aber gefällt es, also darf es so bleiben. Außerdem werden diverse Schrauben in Edelstahl oder schwarz eloxiert verbaut. Dazu werden Lampenring, Befestigungsmuttern oder Staubkappen von einem Freund handgedreht. Peter fertigt am Ende sogar den Tachohalter nach Schablonen, die Christian ihm vorlegt, selbst an. »Das war ja einfach das Schöne«, erinnert sich Christian, »dass wir das zusammen gemacht haben und mein Schwager immer mehr Dinge selbst machen konnte. Und wenn ich mal nicht da war, haben seine Freunde Bert, Andi und Josef geholfen. Die muss man unbedingt auch erwähnen, denn am Ende war das wirklich alles ein super Gemeinschaftsprojekt.«

Technische Daten
Suzuki Katana 650  |  Bj. 1982
Erbauer: Christian Zacherl, Peter Dworak

Originalbike
Konventionelle Technik, futuristische Optik – schon bei ihrer Premiere 1981 spaltete die Katana die Motorradwelt. Das deutsche Design schaffte den Durchbruch nicht, die Verkaufszahlen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück 

Motor
luftgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, dohc-Zweiventiler, 673 ccm (Bohrung/Hub 55,8 x 62 mm)

Vergaser: original, überholt
Luftfilter: K&N offen
Kurbelwelle: original, gewuchtet
Auspuff: 4-in-1 modfiziert, Zubehör-Endtopf
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kardan
Leistung: 73 PS bei 9500 /min
Drehmoment: 57,2 Nm bei 8000 /min
Höchstgeschwindigkeit: 199 km/h

Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Heckrahmen gekürzt, Loop eingeschweißt

Gabel: Tele, gekürzt
Federbeine: YSS
Räder: Alufelgen, vo. 3,25 x 19, hi. 2,5 x 17
Reifen: vorn und hinten Heidenau
Bremsen: vorn Doppelscheibe, hinten Scheibe

Zubehör
Tank: Benelli-Nachbau
Tankembleme: Carsten Estermann
Sitzbank: Eigenbau
Lenker: Stummel
Armaturen: Eigenbau-Taster
Instrumente: Motogadget
Elektrik: Motogadget, Eigenbau
Lampe: Kickstartershop LED
Rücklicht: Highsider LED
Fußrasten: Tarozzi
Lack: Anthrazit matt

Metrie
Leergewicht: 160 kg
Radstand: 1470 mm
  Teilen
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Stand:19 July 2019 10:29:56/bikes/der+samurai_19213.html Warning: fopen(cache/458148cac2d090bad3d57f3d35683562.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163