Cafighteria – Dragster Starre

Text: Jens Dille  |   Bilder: Benjamin Grna
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Cafighteria – Dragster Starre
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Die StarrWars am Glemseck bilden inzwischen eine eigene Kategeorie und sind schon legendär. Marco Eckardt trat einst mit seinem Dragster bei dem Starrrahmen­rennen an. Und den wiederum hat er im absoluten Lowbudget-Modus geschraubt
Marco gehört zu den buntesten Hunden unserer Szene. Unter seinem Label »Cafighteria Handmade Psycho Motorcylez« entstehen in seiner Werkstatt im thüringischen Kannawurf die abgefahrensten Bikes. Komplett ohne wirtschaftlichen Druck, rein als Freizeitbeschäftigung und immer nach der alten Ostdevise »aus dem Mangel an vorhandenem Material das Beste zu machen«. Nicht immer sind die Bikes komplett streetlegal, dafür aber mit interessanten Ideen und reichlich Spaß aufgebaut. Vor einigen Jahren konnte Marco mit dieser Einstellung unseren Fukker-Wettbewerb für sich entscheiden, der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Nimm, was du hast, und mach das Beste draus

Als Besucher beim Glemseck 101 verspricht Marco dem StarrWars-Gründer Rolf Reick, 2016 mit einem starren Japaner am Rennen teilzunehmen. Auch wenn diese Entscheidung in angetrunkenem Zustand gefällt wird, beginnt Marco bereits kurz nach seiner Rückkehr ins heimische Thüringen mit der Umsetzung des Projekts. Er schlachtet seinen VT-Dragster, um an Räder und Gabel zu kommen. Was gar nicht nötig gewesen wäre, schließlich bekommt er kurz darauf die wunderschöne USD-Gabel einer TL 1000 günstig angeboten – aber wir wissen, der Mann ist flexibel.

Cafighteria – Dragster

Für ebenso kleines Geld findet sich ein neues Vorderrad inklusive Armaturen für Kupplung und Bremse vom Fahrzeugverwerter des Vertrauens. Von einem Kumpel wird ein GSX-R1100-Motor eingekauft, natürlich ebenfalls für wenig Kohle. Nun fehlt noch ein starrer Rahmen, hier ist wieder Eigenarbeit angesagt. Als Grundlage dient der Doppelschleifenrahmen einer kardan­getriebenen Suzuki GS 850, der schon lange an der Decke der Garage hängt. Vom Stahlrohrgewirr bleibt allerdings nur der Lenkkopf übrig, den Rest biegt und schweißt Marco selbst zurecht. Da er im realen Leben mit eben diesen Tätigkeiten seinen Lebensunterhalt verdient, weiß er genau, was da zu tun ist. Damit steht das Gefährt schon mal aus eigener Kraft auf der Werkbank und das Feintuning kann beginnen. 

Erste Tests verliefen schon erfolgreich, und Gummi kann man bei jeder Gelegenheit verbrennen

Die Vergaserbatterie einer 750er GSX-R wird den Erfordernissen angepasst und schnüffelt durch Luftfilter, die Marco zum schmalen Kurs im Internetauktionshaus erbeutet. Der Verkäufer hatte sich mit seiner Beschreibung keine rechte Mühe gegeben, selbst schuld. Die Maske liefert ein Totalschaden, der für ein anderes Projekt gedacht ist, und den geteilten Tank, der ursprünglich mal von einer Sportster stammte, sowie das ehemalige Hinterrad einer GSX-R kommen vom eingangs geschlachteten VT-Dragster. Die vormals dort verbaute Sitzbank wird ebenfalls weiter benutzt.

Kumpel Polster-Ben hat sie vor Jahren aus Marcos alter Jeans und Krokodilleder gefertigt, als Keder dienen alte Lautsprecherkabel. Das Heck wird den Maßen der Sitzbank angepasst. Was sonst noch fehlt und sich nicht im Fundus befindet, fertigt der talentierte Metallbauer selbst. Als Kettenspanner kommt zum Beispiel eine Skateboardachse zum Einsatz. Auch die Lackierung ist eine Eigenproduktion und entsteht unter Mithilfe von Dosenlack sowie Gardinenstoff und Schablonen von Marcos siebenjähriger Tochter. Für weitere Akzente sorgen Aufkleber von befreundeten Schraubern und Supportern. Klarlack schützt sie vor Abrieb. 

Cafighteria – Dragster

Bei unserem Fototermin fehlen noch Kennzeichenträger und Rücklicht, seine Tauglichkeit hat das Bike aber schon bei Testfahrten mit handgestoppten 11,9 Sekunden über die Viertelmeile und versehentlichen Sprints über die Straße unter Beweis gestellt. Das Glemseck kann kommen, viel Erfolg.

Am Gasgriff
Das Bike ist gnadenlos für den Dragstrip gebaut und somit müssen beim Komfort, bedingt durch den starren Rahmen, Kompromisse eingegangen werden. Da Marco noch jung ist, kann er das kompensieren

Technik
Cafighteria Dragster | Bj. 2015
Erbauer: Marco Eckardt

Motor
luft-/ölgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, dohc-Vierventiler, 
1052 ccm (Bohrung/Hub 76 x 58 mm)

Luftfilter: Vance & Hines
Vergaser: GSX-R 750
Auspuff: Vance und Hines, 4-in-1
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: k.A.
Höchstgeschwindigkeit: ca. 231 km/h

Fahrwerk
Eigenbau-Starrrahmen

Gabel: Suzuki TL 1000
Rad: vorn S-Rad, hinten GSX-R
Reifen: vorn Michelin, hinten Pirelli
Bremsen: vorn und hinten Scheibe

Zubehör
Tank: Sportster, stark modifiziert, links Sprit, rechts Elektrik
Sitz: Polster-Ben
Lenker: Superbike
Armaturen: GPZ1100
Griffe: Kramkiste, Aftermarket
Fender: Eigenbau
Paintjob: Marco

Metrie
Gewicht fahrfertig mit fünf Liter Sprit: 183,8 kg 
Radstand: 1560 mm

Info
www.facebook.com/Cafighteria
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Stand:17 December 2018 20:07:09/bikes/cafighteria+-+dragster+starre_171113.html