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BSA B33-Racer

Text: Christian Heim  |   Bilder: Benjamin Grna
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BSA B33-Racer
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Mit 823 Punkten sicherte sich Thomas Knoblauch den zweiten Platz in unserem letztjährigen Leserwettbewerb. Seine ungewöhnliche, zum Racer im Bobber-Look umgebaute BSA überzeugte auf Anhieb, denn an dem britischen Eisen wurde verdammt viel geändert
Unverhofft kommt oft? Nicht immer, aber in den meisten Fällen völlig ungeplant. Bei Thomas und der BSA war es sogar so, dass das Motorrad ihn gefunden hat und nicht umgekehrt. Ein Nachbar handelt mit Motorrädern und hin und wieder nimmt er den Saalfelder als technischen Berater in Anspruch, wenn es um die Beurteilung des Zustandes geht. So auch bei der BSA, die einst von einem Piloten der US-Army aus Panama nach Deutschland gebracht wurde und nun in einem denkbar schlechten Zustand, noch dazu in Teilen zerlegt, ein trauriges Dasein führte. Für einen Händler somit nicht mehr verkäuflich.

Für Thomas kein Grund, die BSA nicht zu kaufen. Schon lange schwebt ihm ein Sprint-Racer für die Achtelmeile vor, da kommt das Stück Motorradgeschichte gerade recht, um wiederbelebt und einer neuen Bestimmung zugeführt zu werden.

»Metallbearbeitung ist einfach meine Leidenschaft. In meiner Werkstatt habe ich alle Maschinen, um meine Vorstellungen umzusetzen.«

Da sowieso ein Neuaufbau geplant ist, macht sich Thomas als Erstes über Rahmen und Fahrwerk her. Für einen, der Metallbearbeitung in jeglicher Form als seine Leidenschaft angibt und dessen Maschinenpark jeder Fachwerkstatt zur Ehre gereichen würde, eine leichte Übung. Er baut sich eine Rahmenlehre und fertigt aus Chrom-Molybdän-Rohr einen komplett neuen Heckrahmen, der den Radstand um gut sechs Zentimeter verlängert. Nicht unwichtig, wenn man eine Maschine für Sprintrennen im Sinn hat und die Kraft optimal auf den Asphalt bringen will.

Fürs Frontend langt Thomas ins Kawasaki-Regal und kürzt die Standrohre einer Z 650 um elf Zentimeter. Auch bei den Rädern kommen Fremdteile zum Einsatz. Für das Hinterrad muss eine WLA-Felge herhalten für die Thomas eine passende Bremstrommel aus Stahl dreht. Vorn übernimmt die Verzögerung die Duplex-Bremse einer Honda aus den 1970er Jahren, die mit selbst gefertigten Speichen in einer Alufelge zentriert wird. Der Lenker ist ebenfalls ein Eigenbau, bei dem Züge und Kabel innenverlegt werden. Sitz und Heckfender komplettieren das Chassis. Die Vorlage für Trittbretter mit dem BSA-Logo lässt Thomas mittels 3D-Druck anfertigen, bevor sie in Aluminium gegossen werden.

Eine technische Besonderheit ist der Umbau von Fußschaltung und Fußbremse, denn im Original wird rechts geschaltet und links gebremst. Für Thomas ein Zustand, der in jedem Fall geändert werden muss und so dreht er beides um, damit er sich für die Rennen nicht umgewöhnen muss.

Die Trittbretter sind ein Computerentwurf, der am 3D-Drucker umgesetzt und anschließend in Aluminium gegossen wurde

Anschließend ist der Einzylindermotor dran, der nun tiefgreifende Veränderungen erfährt, auch um mehr Leistung herauszu-kitzeln. Thomas erweitert die Kanäle im Zylinderkopf, setzt Ventile einer Yamaha SR 500 ein, die gekürzt werden und ab sofort in Ventilführungen aus einem speziellen Messing laufen. Im Kurbelwellengehäuse kommt eine Eigenbaukurbelwelle zum Einsatz, die Pleuel dagegen bleiben original. Nur die Pleuellager stammen von einer 600er KTM.

Ein größeres Problem bereitet dagegen die Kupplung. BSA verbaute Korkscheiben, die für Sprintrennen völlig ungeeignet sind. Doch auch hier greift Thomas zu einer eigenen Lösung, baut einen neuen Kupplungskorb aus Aluminium und setzt Scheiben und Druckplatte einer Ducati ein. Als ob das nicht genug wäre, ändert er auch gleich noch den Primärtrieb von Kette auf Zahnriemen und konstruiert einen neuen Öltank.

Die BSA hat einen weiten Weg hinter sich. Ein Pilot der US-Army schaffte sie von Panama nach Deutschland. In Teilen zerlegt wartete die Britin bei einem Händler auf ihre Wiedererweckung

Insgesamt schraubt Thomas mehrere Monate an seinem BSA-Sprintracer, bevor er im Sommer 2017 das erste Mal an den Start geht. Dort folgt die Ernüchterung. Die BSA ist trotz ihrer geringen Masse zu langsam. Eine neue Nockenwelle von Newman aus England soll zusammen mit Rennkolben und einer angehobenen Verdichtung in Zukunft für mehr Leistung und bessere Ergebnisse sorgen. »Dabei fahre ich einfach nur aus Spaß«, betont Thomas. Doch der Ehrgeiz, den er an den Tag legt, spricht eine andere Sprache. Wir werden bestimmt noch von einer schnellen BSA bei den kommenden Sprintrennen hören, denn bis zum Saisonstart ist noch genug Zeit zum Schrauben.

Technische Daten
BSA B33
Bj. 1948
Besitzer und Erbauer: Thomas Knoblauch

Motor
Einzylinder-Viertaktmotor, ohv-Zweiventiler
500 ccm (Bohrung/Hub 85 x 88 mm)

Zylinderkopf: Kanäle erweitert
Ventile: Yamaha SR500, gekürzt
Zündung: kontaktlos
Vergaser: Amal 30 mm
Luftfilter: Venturidüse
Auspuff: Eigenbaukrümmer mit Dock66-Dämpfer
Getriebe: Viergang
Primärtrieb: auf Zahnriemen umgebaut
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: k. A.

Fahrwerk
Stahlrohrrahmen, modifiziertes Eigenbauheck aus Chrom-Molybdän, sechs Zentimeter länger

Gabel: Kawasaki Z 650, Standrohre gekürzt
Gabelbrücke: gecleant
Räder: vo. 4,00 x 18 Zoll m. Firestone-Reifen Alufelge m. selbst gefertigten Speichen, hi. 5,00 x 16 Zoll mit Firestone-Reifen WLA-Felge m. Eigenbau-Aluminiumnabe
Bremsen: vo. Honda Duplex aus den 70er Jahren, hi. Eigenbau-Trommel mit Kühlrippen Original-Ankerplatte

Zubehör
Tank: Original, entlackt
Kupplung: Eigenbau
Öltank: Eigenbau
Lenker: Eigenbau mit Kabelinnenverlegung
Instrumente: Smits-Tacho
Lampe: Bates Dock66
Rücklicht: von einem alten Holzwagen
Sitz: Eigenbau
Trittbretter: Eigenbau, Aluminiumguss mit BSA-Logo
Heckfender: Aluminium
Fußschaltung: Eigenbau auf die linke Seite verlegt
Lackierung: Rahmen in Spraydosen-Schwarz der Rest blankes Metall

Metrie
Leergewicht: 131 Kilogramm
Radstand: k. A.
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Stand:20 June 2019 00:56:11/bikes/bsa+b33-racer_18117.html