AME Y6 / Yamaha XS 650 Chopper-Umbau

Text: Kustomizerkurt  |   Bilder: Nathalie Gartler
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AME Y6 / Yamaha XS 650 Chopper-Umbau
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Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass die Firma AME aus dem hessischen Schauenburg DER Vorreiter im deutschen Chopperbau gewesen ist. Christophs Motorrad ist eine Hommage an diese Pioniere
1973 gegründet, begann AME, verlängerte Standrohre mit TÜV-Gutachten für Hondas anzubieten – ein Novum in der deutschen Motorradgeschichte, in der ein Chopper bisher nur als gefährdender Schrott wahrgenommen wurde, der auf keinen Fall auf deutschen Straßen unterwegs sein sollte.

Den Weg zur Umsetzung neuer Projekte hatte AME damit gegen alle Widerstände beschritten, es folgten Fußrasten, Tanks, Sitzbänke, Auspuffanlagen. Immer unter den gestrengen Augen des Gesetzgebers wurde 1977 die neue Motorradmarke »AME – Chopper Made in Germany» realisiert, bis heute ist die Firma im Chopperbau aktiv. Und ein 2012 im Internet ersteigerter AME-Rahmen für Yamahas XS 650 legt auch den Grundstein für Christophs Projekt. Der restaurationsbedürftige Motor ist ebenfalls schnell gefunden.

Sieht aus wie ein Harley-Öltank, ist aber die Elektrobox, in der sich M-unit und Batterie verstecken. Auf der Box findet sich das Logo der Österreicher Kumma-Crew, jener Schraubergemeinschaft, die sich dem Bauen und dem Fahren verschrieben hat

Die XS ist nicht Christophs erstes Motorrad, aber sowohl sein erster eigener Umbau als auch die Erfüllung eines lang gehegten Traumes – einen Chopper in Eigenregie zu bauen. In kürzester Zeit nimmt das Projekt Gestalt an. Neue Teile werden aus dem Internet zusammengetragen, bestehende Teile überarbeitet und auf Vordermann gebracht. Der geglättete Rahmen und einiges mehr wird pulverbeschichtet. So auch die Felgen, 18 Zoll hinten, 21 vorn, beide bestückt mit VA-Speichen. Die verlängerte Schwinge entdeckt Chrisi an einem Stand auf der Kustom Kulture 2014.

Ihm ist es wichtig, hier und da Details auszutüfteln und auf eigene Art umzusetzen, »nur so bringe ich eine persönliche Note ans Bike«, ist er sicher. Den gewünschten cleanen Look unterstützen die Instrumente von motogadget, sie sorgen für eine einfache Elektronik und den sauber aufgeräumten Look des Lenkers. Die runde Elektrobox in der Optik eines Harley-Öltanks versteckt Batterie und M-Unit in sich. Nebenbei schmückt das Logo der Kumma-Crew die seitliche Abdeckung der Box. 2011 hatte Chris die Schraubergemeinschaft zusammen mit vier Freunden gegründet. Seitdem wird zusammen gebaut und gefahren. Regelmäßig fahren die mittlerweile vierzehn Mitglieder mit ihren alten Bikes längere Strecken, auch bis in den Ruhrpott oder nach Amsterdam – wohlgemerkt von Vorarlberg in Österreich aus. Doch zurück zur XS.

Der schmale Lenker glänzt durch aufgeräumten Look. Mittels der Hightech-Instrumente von motogadget wird eine saubere Elektronik erreicht, die nicht viel Platz kostet

Christian mag besonders die Bikes des ehemaligen Pro-Skaters und Bikebuilders Max Schaaf. Dieser setzt gern besonders schmale Akzente an seinen Bikes. So wird auch der Lenker auf der AME extrem schmal. Lowbrow Customs liefert das hintere Schutzblech, der schmale Tank stammt von Cycle Standard. Der blaue Lack wird vom Erbauer selbst gepainted!

Aus Zauneisen, erhältlich in jedem Baumarkt, entsteht die stabile Sissybar – unverzichtbar, um auf den diversen Trips den Seesack anzugurten. Neben den Eigenleistungen, die Christian erbringt, sind im Laufe des Projektes die Hände seiner helfenden »Crew« immer zur Stelle. Bei den Schweißarbeiten, Elektronik, Motorinstandsetzung und Beschichtung greift Chrisi auf den Input von den Fachmännern Hanno, Flick, Forelli und Hirtzi zurück. Auf diesem Weg bedankt er sich nochmal herzlich bei den Jungs.

Wer sich die AME-Chopper der 80er Jahre anschaut, wird oft von überladener, grellbunter Optik erschlagen. Christophs Krad ist dagegen wohltuend schlicht und sauber

Die Typisierung, so heißt der TÜV in Österreich, scheint die letzte kleine Hürde zu sein. Die Regeln unserer Nachbarn bieten wie bei uns auch viel Spielraum für Interpretationen, sowohl in Richtung »geht« als auch in Richtung »geht gar nicht«. So blickt der Vorarlberger auf rund sechs Monate zurück, die es dauert, bis die Zulassung im Kasten ist.

Eine der ersten Reisen mit der AME führt nach Holland. Das Erfolgserlebnis, es mit den alten Bikes ans Meer geschafft zu haben, wird auf Video festgehalten und erzeugt auch heute noch bei allen Beteiligten eine fette Gänsehaut. Zeit für allzu große Gefühlsduselei wird aber nicht bleiben. Immerhin steht das nächste Projekt in der Garage und wartet auf Umbau. Unschwer zu erraten, es wird ein Chopper.
 

TECHNISCHE DATEN

AME Y6/Yamaha XS 650, Bj. 1983
Erbauer: Christoph Amann

MOTOR
Zweizylinder-Viertakt, ohc-Zweiventiler, 653 ccm (Bohrung/Hub 74 x 75 mm)
Ventile: Yamaha Performance
Zündung: Boyer
Vergaser: Mikuni BS 34
Getriebe: XS 650
Auspuff: AME Trumpet
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 50 PS bei 6800 /min
Drehmoment: 54 Nm bei 4200 /min
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h

FAHRWERK
AME-Yamaha-Doppelschleifen-Rohrrahmen, modifiziert
Gabel: AME, Standrohre verlängert, 
Tauchrohre: Yamaha
Gabelbrücke: AME
Stoßdämpfer: Hagon Classic 3
Schwinge: Yamaha, verlängert 
Räder: vo. 1,5x21, hi. 2,5x18
Reifen: vo. Avon Speedmaster, hi. Avon Safety Milage
Bremsen: vo. Scheibe, hi. Trommel

ZUBEHÖR
Tank: Cycle Standard, tiefer Tunnel
Sitzbank: Eigenbau Norman
Lenker: Pangea Speed Zephyr
Instrumente: motogadget
Lampe: Cycle Standard
Rücklicht: Kellermann
Fußrasten: AME
Schutzbleche: Lowbrow Customs
Elektrik: Smooth Taster, Minimalelektrik in Eigenbau-Box
Paintjob: Christoph Amann

METRIE
Leergewicht: 230 kg
Radstand: 1580 mm

AM GASGRIFF
Die Zeitzeugen von AME sind heute mehr denn je eine super Basis für sämtliche Chopperprojekte. Dass diese nicht nur gut aussehen, sondern auch vor langen Strecken nicht kapitulieren, beweist Christians Umbau
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Stand:22 September 2018 13:19:22/bikes/ame+y6++yamaha+xs+650_1612.html