Neuer Look für Rasten und Griffe durch O-Ringe

27.05.2016  |  Text: Horst Heiler  |   Bilder: Horst Heiler
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Neuer Look für Rasten und Griffe durch O-Ringe
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Customizing muss nicht immer extrem aufwendig sein. So können wir zum Beispiel alten O-Ring-Rasten- und Griffen mit ein paar Handgriffen neues Leben einhauchen
Seit Mitte der Siebzigerjahre waren an manchen US-Custombikes sogenannte Lundberg-Style-Pegs angebaut. Das waren metallene Fußrasten und Kickerpedale, die damals unter anderem von der amerikanischen Edelschmiede Smith Bros & Fetrow vertrieben wurden. Diese Rasten waren gerändelt, zusätzlich jedoch mit drei im Umfang eingedrehten Nuten versehen, in denen O-Ringe eingesetzt waren. Die verchromten Rasten wurden einerseits durch das Rändeln trittfest und zusätzlich durch die Gummiringe rutschfest gemacht. Für jeden Dreher war es eine Kleinigkeit ähnlich aussehende Teile für ein Motorrad herzustellen, und somit für den kleinen Unterschied zu sorgen, den wir auch Individualität nennen.

Auch Harley-Davidson rüstete einst Bikes mit O-Ring-Rasten aus

Fast zur gleichen Zeit wie die grazilen Pegs von Lundberg auf dem Markt waren, zeigten vereinzelt Edelbastler verchromte Fußrasten, Kickerpedale und Handgriffe aus hochglanzpoliertem Stahl. Es gab runde, viereckige und sechseckige Versionen und manche waren mit O-Ringen versehen. Es dauerte nicht lange, dann waren die Sundance-Rasten auf dem Markt. Das waren verhältnismäßig preiswerte, hochglanzverchromte Anbauteile, die gewissermaßen über Nacht das Bikervolk zu Customizern machte. Sundance läutete bei uns den Siegeszug der »Bolt-on«-Parts ein: Kein Chopper durfte ohne sein. Sundance-Fußrasten konnten an Harleys auch als Kickerpedale eingebaut werden. Und schließlich gab es auch passende Schalthebel und Handgriffe von Sundance. Selbst die Billet-Griffe und -Rasten des ausgehenden Jahrtausends konnten die Sundance-Teile, die als bezahlbare Alternative ja noch heute in fast jedem Katalog zu finden sind, nicht vom Markt fegen. Sie sind schön günstig, hochglänzend verchromt und werden mit vielen schwarzen O-Ringen bestückt geliefert.

Dummerweise haben die serienmäßigen Sundance-Gummiringe keine lange Lebensdauer. Manchmal bröckeln an den uralten Klassikern schon beim Auspacken die O-Ringe auseinander. Eine untaugliche Materialmischung, lange Lagerung und eventuell auch eine falsche Verpackung, deren Ausdünstungen die Ringe angreifen, könnten Gründe hierfür sein.

Eine selbstgedrehte Einfädelhilfe erleichtert das aufschieben am Griff. Achtung: O-Ringe sollten nicht über 6 % des Innendurchmessers geweitet werden!

Aber manchmal ist auch die schlampige Verarbeitung der Sundance-Teile der Grund für ein vorzeitiges Verabschieden der Ringe. Die gegossenen Griffe und Rasten zeigen nämlich oft – in den für den Sitz der Ringe vorgesehenen Nuten – messerscharfe Gussgratreste. Das sind prak-tisch Sollschnittstellen für O-Ringe. Diese Grate lassen sich, ohne den restlichen Chrom anzugreifen, mit einer runden Schlüsselfeile vom Baumarkt wegfeilen. Danach sind für neu aufgezogene O-Ringen mit ausreichender Härte und der richtigen Materialmischung die nötigen Bedingungen geschaffen. Die in unseren Beispielen gezeigten grün kodierten Ringe sind ozon- und witterungsbeständig, sowie resistent gegen Mineralöle, Kraftstoffe und synthetische Hydraulikflüssigkeiten. Und das ist gerade in diesem Falle wichtig für ein langes O-Ring-Leben.
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Stand:23 November 2017 08:33:32/technik/neuer+look+fuer+rasten+und+griffe_165.html