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02.06.2017  |   Bilder: Pixabay
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Garage und Motorrad auf Hochglanz bringen


Damit der Motorradausflug auch ein schönes Erlebnis wird und nicht im Graben endet, muss das Bike immer in Top-Form sein. Putzen allein reicht da allerdings nicht aus. Ohne regelmäßigen Checkup sollten Mensch und Maschine daher besser nicht auf die Straße.


Wie wichtig der Checkup ist, zeigt auch die Dekra-Statistik zu entdeckten Mängeln bei Hauptuntersuchungen. Ihr zufolge sind auf unseren Straßen jede Menge Motorradfahrer mit abgefahrenen Reifen, einer lockeren oder verschlissenen Kette, zu dünnen Bremsbelägen und nicht funktionierendem Rücklicht unterwegs. Das stellt eine Gefahr für den Biker und den gesamten Straßenverkehr dar. Deshalb sollten vor allem die am häufigsten beanstandeten Bauteile die ganze Saison über immer wieder einem prüfenden Blick unterzogen werden. Und wo lässt sich das besser durchführen, als in der eigenen Garage? Genau! Und deshalb sollte diese dafür auch immer ihre Ordnung und Sauberkeit beibehalten.

Eine saubere und ordentliche Garage erleichtert die Arbeit

Das Genie mag das Chaos zwar beherrschen, aber ganz ehrlich, es nervt schon, wenn man stundenlang erst das passende Werkzeug suchen muss, bevor die Arbeit dann so richtig beginnen kann. Oder gar erst noch ausreichend Platz zum Arbeiten schaffen muss. Nicht selten schwindet mit der Zeit dann auch schon wieder die Lust oder das Zeitfenster lässt einfach nicht mehr genügend Spielraum.
Aus diesem Grund ist es nur von Vorteil, in einer ordentlich aufgeräumten Garage zu werkeln. Dabei bringt es nichts, einfach nur das gesamte Werkzeug in einer Kiste zu verstauen, im Gegenteil. Das Motorrad-Zubehör sollte möglichst getrennt von den Hilfsmitteln für Haus und Garten aufbewahrt werden. In der Garage muss einfach alles seinen Platz haben. Nicht nur das Werkzeug, auch die Putzmittel und sonstige Utensilien sollten immer an derselben Stelle wiederzufinden sein.
Auch der Dreck, der sich beim Arbeiten in der Garage ansammelt, sollte unbedingt in Schach gehalten werden. Mit dem Besen zwar schnell erledigt, doch wirbelt der bloß den ganzen Staub und Dreck oftmals nur wieder auf. Dieser verteilt sich dann wieder auf dem bereits geputzten Bike, und so weiter, und so weiter: Ein Teufelskreislauf. Abhilfe schaffen angesichts derartiger Nebenwirkungen Akkustaubsauger, mit denen sich - kabelloser Technik sei Dank - auch die letzte Ecke in der Garage problemlos erreichen lässt. Das ist besonders praktisch, wenn der Unterstellplatz fürs Bike über keinen eigenen Stromanschluss verfügen sollte (Quelle: http://www.staubsauger.net/akku/).


Quelle: Pixabay


Auf dass die Maschine wieder glänzt

Vom vielen Fahren stark beansprucht, muss die Maschine nicht nur hin und wieder von Dreck befreit, sondern auch gewartet werden. Da ist die Motorradpflege auch gleich eine der sichersten Diagnosesysteme, denn beim Putzen schaut man meist schon mal etwas genauer hin. So werden sich anbahnende Defekte wie gelöste Schrauben oder gerissene Halter oft schon entdeckt, bevor sie ernste Probleme verursachen können.

Eine erste gründliche Dusche löst den Dreck schon mal an, der schließlich dank Reiniger und einer großflächigen weichen Bürste entfernt werden kann. Für verwinkelte Partien sollte auch eine besonders dünne Bürste vorhanden sein. Dabei auch die Unter- und Innenseiten der einzelnen Bauteile nicht vergessen. Ja, das verlangt viel Körpereinsatz, Sorgfalt und Geduld, aber es lohnt sich! Achtung bei Reinigern mit einer kurzen Einwirkzeit: Hier das Bike bitte nur segmentweise einsprühen, abbürsten und abspülen. Am besten mit einem weich sprühenden Wasserstrahl und besonderer Vorsicht bei Rad-, Schwingen- und Lenkkopflagern sowie Steckverbindungen. Beim Trocknen helfen schließlich das klassische Leder für die Lackflächen, Druckluft, Wärme und Zeit.
Bestimmte Bauteile benötigen allerdings eine besondere Pflege, so wie die stark beanspruchte Kette.

Quelle: Pixabay

Jetzt nur noch die Technik überprüfen

Nun geht es an die Details: Immer gecheckt werden sollten auf jeden Fall Fahrwerk, Bremsen und Reifen, denn deren einwandfreie Funktion ist für den Biker lebenswichtig. Gegebenenfalls also erstmal die Bremsflüssigkeit nachfüllen und die Leitungen auf Undichtigkeiten überprüfen und sich die folgenden Fragen stellen:

Sind die Bremsbeläge abgefahren?
Sind die Bremskolben leicht gängig?
Ist die Bremsscheibe riefig, angelaufen oder an der Verschleißgrenze angelangt?
(Hinweis: die Mindestdicke steht auf der Scheibe. Bremsstaub an Scheibe und Kolben lassen sich mit Bremsreiniger entfernen.)
Stimmt der Bremsdruck?
(Hinweis: Die Bremsen sollen hart und ordentlich zupacken!)

Rost an der Bremsscheibe lässt sich hingegen ganz einfach vermeiden, indem man auf ein besonderes Edelstahlmaterial mit den gleichen hervorragenden Bremseigenschaften wie beim Gusseisen zurückgreift.
Bei den Reifen ist es ratsam, regelmäßig den Luftdruck zu kontrollieren. Zudem sollten die Reifen möglichst nicht abgefahren sein. Sie müssen immer noch eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern aufweisen. Aus Sicherheitsgründen sollte man sich aber besser an einer Mindesttiefe von 2 Millimetern orientieren. Darüber hinaus dürfen die Reifen keinerlei Beschädigungen zeigen. Zur Kontrolle die Maschine dafür am besten einfach kurz aufbocken. So lassen sich die Räder langsam drehen und besser auf Risse, Dellen oder poröse Stellen untersuchen. Haben die Reifen das Alter von sechs Jahren überschritten, müssen sie umgehend ausgetauscht werden. Vorsicht auch bei neuen Reifen: Diese sollten vorsichtig eingefahren werden, da sich immer noch Trennmittel und Öle aus der Herstellung auf der Reifenoberfläche befinden und erst nach einigen Kilometern verschwinden.
Abschließend gibt es von uns eine Checkliste zum Abhaken für alles, was vor allem vor der Wiederinbetriebnahme nach längerem Stehen überprüft werden sollte:
 

Checkliste

Armaturen

□ Stimmen die Einstellung der Hebel noch, sind sie leichtgängig?
□ Züge (falls vorhanden) schmieren

Batterie

□ Aufladen am Ladegerät
□ Flüssigkeitsstand (wenn nachfüllbar) kontrollieren, gegebenenfalls mit destilliertem Wasser nachfüllen
□ Aufladen am Ladegerät

Bremsen

□ Flüssigkeitsstand checken und gegebenenfalls Bremsflüssigkeit nachfüllen
□ Bremsleitungen auf Undichtigkeiten checken
□ Bremsbeläge checken
□ Sind die Bremskolben leichtgängig?
□ Bremsscheibe prüfen (riefig, angelaufen, Mindestdicke vorhanden?)
□ Bremsstaub mit Bremsreiniger entfernen
□ Bremsdruck checken (Bremsen sollen hart und ordentlich zupacken!)

Elektrik

□ Funktionieren Stand-, Fern-, Abblend-, Rücklicht und Blinker?


Konnte die Checkliste erfolgreich abgehakt werden, steht dem Fahrvergnügen nichts im Weg!

Bilder: Pixabay

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Ausgabe 9/17 erscheint am 25. August

Im Huber-Verlag erscheinen auch:


Stand:25 July 2017 20:28:23/technik/garage+und+motorrad+auf+hochglanz+bringen_176.html