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23.06.2017  |  Text: Katharina Weber  |   Bilder: Teams
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BUILD DA FUKKER 2017


In drei Garagen rauchen die Köpfe und werden Schraubenschlüssel geschwungen. Es ist Fukker-Time, unser Volks-Build-Off geht in seine sechste Auflage. Seit 1. Juni ist die diesjährige Schrauberrunde eröffnet – dabei hatten zwei Teams zu diesem Zeitpunkt nochnicht mal ihre Basisbikes. Spannend wie immer …


In drei Garagen rauchen die Köpfe und werden Schraubenschlüssel geschwungen. Es ist Fukker-Time, unser Volks-Build-Off geht in seine sechste Auflage. Seit 1. Juni ist die diesjährige Schrauberrunde eröffnet– dabei hatten zwei Teams zu diesem Zeitpunkt nochnicht mal ihre Basisbikes. Spannend wie immer …

Es ist soweit, wir dürfen wieder Fukkerteams präsentieren. Eine der schönsten Aufgaben, die wir bei unserem Magazin so machen dürfen. Zum sechsten Mal hatten wir aufgerufen, sich bei uns zu bewerben, um in einem Zeitraum von fünf Monaten (1. Juni bis 31. Oktober 2017)  ein Motorrad zu bauen. Wie immer erwarten wir keine Zulassungsfähigkeit der Motorräder, wollen, dass ein Budgetrahmen von 5.000 Euro für den jeweiligen Umbau inklusive Basis eingehalten wird und alle Protagonisten einfach eine gute Zeit haben.


Die Basisbikes waren uns wie gewöhnlich egal, wobei sich bei unserer Auswahl der Finalteams schnell etwas herauskristallisierte. Unsere drei Teams werden jeweils auf Basis klein motorisierter Motorräder umbauen. Und das finden wir richtig gut. Denn groß und breit und fett ist Standard, aber die kleinen Kisten ans Licht zu zerren und damit individuelle Custombikes im Lowbudget-Rahmen zu bauen – doch, ja, wir glauben, dass auch euch das gefallen wird. Und so sagen wir Herzlich  Willkommen an unsere drei Teams, die allesamt aus Deutschland kommen.

Da wären zum einen Vater und Sohn, die sich einer alten Dame aus Nürnberg annehmen werden. Da wäre zum anderen der Braumeister, der als Einzelkämpfer einen rattigen Scrambler auf die Straße bringen will. Und last but not least, freuen wir uns auf unser Dreierteam, das vom Ritt über die endlose Weite träumt. Wir haben unsere Entscheidung über die Finalteilnehmer nach bestem Wissen und Gewissen gefällt. Allen, die es dieses Jahr nicht geschafft haben, wünschen wir trotzdem viel Freude an ihren Projekten. Wir hoffen natürlich, dass ihr sie trotz unserer Absage baut.
Unseren drei Teams dagegen wünschen wir viel Spaß und alle Kraft. Aus Erfahrung, die werdet ihr brauchen. Streitet euch nicht, baut geile Karren und genießt die nächsten fünf Monate in vollen Zügen, sie kommen nie mehr wieder.





Team Schälsick Custom. Marc und sein Sohn Sam bauen eine 125er Triumph zum Lowrider um
Team Schälsick Custom
Willkommen im Finale, Marc und Sam. Als Vater-Sohn-Team wollen der 40-jährige Feinwerkmechaniker und der 16-jährige Schüler aus Bonn zusammen einer Triumph BDG 125, Baujahr 1951 wieder auf die Sprünge helfen. »Schälsick Custom« nennen sie ihr Team, das bezieht sich auf die rechtsrheinische Seite des Flusses, an dem sie leben.

Genügend Erfahrung im Bau von Custombikes bringt der Vater mit, der das Hobby an seinen Sohn vererbt hat. Für ihr gemeinsames Projekt haben sie eine klare Vorstellung. Das Fahrwerk für den alten Nürnberger Motor soll eine 125er Yamaha liefern. Motorseitig denken die beiden über einen Flachschieber und eine angepasste Auspuffanlage nach, ein bisschen mehr Leistung kann ja nicht schaden. »Rein optisch tendieren wir in Richtung Lowrider und Dragbike, also flach, leicht und stimmig«, erklärt Marc.


»Wir wollen den Leuten unbedingt zeigen, was im Lowbudget-Bereich alles möglich ist. Und das können wir im Rahmen des Fukker-Contests prima tun«

Für das Basisbike wurden 500 Euro fällig, das Fahrwerk schlägt mit 250 zu Buche. Für Teile wollen sie maximal 200 Euro investieren, ebenso für diverse Kleinigkeiten und Lackarbeiten. »Den Pinstripe-Job wird ein guter Freund übernehmen, dafür werden wohl ein, zwei Kisten Bier fällig«, grinst Marc. Alle benötigten Teile wie Platten, Halter, Gabelbrücken, Auspuff, Sitzbank und mehr wollen Vater und Sohn in Handarbeit fertigen. Dafür steht der Werkstatt-Keller zur Verfügung. Erleichtert wird die Arbeit durch einen komplett vorhandenen Maschinenpark. Drehen, Fräsen, Bohren, Sägen, Feilen – alles ist hier möglich. Eine TÜV-Zulassung des fertigen Motorrades streben die beiden außerdem an, » … soll schließlich gefahren werden«, versichert Sam. War noch was? Ach ja, Ehenfrau und Mutter Yvonne steht wie ein Fels hinter der Entscheidung ihrer Jungs, die nächsten vier Monate hauptsächlich in der Werkstatt zu verbringen. Tolles Projekt, viel Erfolg unserem
»Team Schälsick«!






Johannes »Joe« Miller wird in seiner kleinen Traunsteiner Garage als Einzelkämpfer gegen die anderen Teams antreten. Ein fukkeriger Scrambler mit blauem Tank soll es werden, voll legal und straßentauglich
Team Braumeister
Joe, der Braumeister stellt sich vor. Eigentlich heißt er Johannes, kommt aus dem bayerischen Traunstein und tritt als EInzelkämpfer an. Joe ist gelernter Bierbrauer, was erstens den Namen seines Teams erklärt und zweitens irgendwie furchtbar sympathisch ist.

Schon lange hat er vor, einen Scrambler zu bauen, unser Volks-Build-Off ist der richtige Anlass, seinen Plan einer abgefuckten Scrambler-Ratte in die Tat umzusetzen. Das Basismotorrad stand zum Zeitpunkt von Joes Bewerbung noch nicht fest, »geht aber in Richtung CB 400 oder sowas.« Joe setzt getreu dem Motto unseres Wettbewerbs weder auf Chrom oder perfekten Lack, sondern auf Charme und Patina. Im Mittelpunkt seines Aufbaus wird ein 60 Jahre alter himmelblaurostiger Miele-Tank eines K-50-Mofas stehen, das einzige Teil, das der Traunsteiner schon besitzt.
Das vordere Schutzblech soll gekürzt werden, ein Alu-Crosslenker wird Akzente setzen, die Hebeleien bekommen goldene Eloxierungen, Speichenräder und Stollenreifen sind gesetzt – so zumindest der Plan. Auch Joes Bike soll legal und mit TÜV-Stempel auf die Straße kommen, für den Solisten ein ganz wichtiger Punkt.

»Eigentlich ist alles klar, das fertige Bike steht – zumindest auf dem Papier. Fehlt nur noch ein Basisbike.«

Als Referenz hatte uns Joe übrigens die Fotos seines ersten Umbaus geschickt. Eine MZ TS 125, die er als Unfallfahrzeug fast zum Nulltarif bekommen hatte. Einzige Vorgabe an sich selbst, die Krümmer müssen mit Hitzeband umwickelt sein. Das wiederum soll natürlich auch beim Fukker-Bike verarbeitet werden, »ein ganz wichtiger Punkt«, sagt der Braumeister.

Zurück zur MZ: Das Band hat sie bekommen und obendrauf einen coolen Look. »Ich habe an diesem Bike einiges probiert, hab sehr viel falsch und somit doppelt gemacht, aber dadurch eben auch viel gelernt.« Joe ist sicher, die Erfahrung wird ihm über den Sommer helfen, wenn er allein dem Druck ausgesetzt ist, ein Bike vor den Augen von euch Lesern zu bauen.Joes Schrauberhöhle ist eine kleine Garage, die auch noch eine Suzuki DR 650 beherbergt. »Irgendwas Zuverlässiges zumFahren braucht man ja auch.« Viel Erfolg beim »Motorradbrauen«, wir sind gespannt!






Angetreten, um zu rocken: Matthias, Andreas Bahle und Andreas Köder (von links nach rechts) werden nicht nur einen Fukker bauen, sie wollen mit ihrer 250er-Yamaha auch den Weltrekord in ihrer Klasse in Bonneville angreifen
Team Saltflat
Eine Bewerbung, in der der Frau Chefredakteurin zwei Worte ganz besonders hervorstachen: »leidenschaftlicher Liebhaber«, dazu ein Wort, dass die männlichen Kollegen faszinierte: »Biertrinker« – und natürlich außerdem – wir sind ja unbestechlich – ein Projekt, dass wir unbedingt fertig sehen wollen. Hinter den Liebhabern, Biertrinkern und Schraubern verstecken sich Andreas K., gelernter Zweiradmechaniker und aktuell Master-Student, Matthias, gelernter Stukateur und selbsternannter Schweißergott, sowie Andreas B., Student und amtlich anerkannter Prüfer beim TÜV Süd. Wobei letzter Punkt beim Projekt der drei Jungs aus Aalen keine Rolle spielt, denn eine Zulassungsfähigkeit streben sie nicht an.

Basis ihrers Fukkers ist ein 250er-Kawasaki-Motor aus einer Ninja 250 R. Die Höchstgeschwindigkeit der 33-PS-Maschine liegt bei 160 km/h, »toll für jeden Schlaglochbremser«, sagen die Jungs. Deshalb ihre irre Idee: »Wir nehmen den Motor, bauen einen Rahmen drumrum und wollen den aktuellen Geschwindigkeitsrekord in Bonneville übertreffen«, eine Ansage, die sitzt. Immerhin muss das Bike dafür am Ende über 217 km/h Höchstgeschwindigkeit bringen.

»Wir haben Bock auf dieses »Bro-jekt«, sowohl auf Build da Fukker, als auch auf einen Salzsee-Racer. Stay Fuck as Fukker!«

Dass für das ehrgeizige Ziel Motortuning und Änderung der Übersetzung nicht reichen werden, ist dem »Team Saltflat« bewusst. »Wir werden eine Aufladung mit energetischem Sauerstoff brauchen«, kratzen sich die Männer am Kopf. Eine programmierbare Motorelektronik ist ebenfalls geplant, um das Ziel Power, Power, noch mehr Power, zu erreichen.

Anschließend soll das Aggregat in einen selbstgebauten Gitterrohrrahmen verpflanzt und eine leicht abnehmbare Vollverkleidung hergestellt werden. Erfahrung im Motorentuning für Cross- und Straßenrennmotorräder bringt Andreas K. (der leidenschaftliche Liebhaber) mit, aber auch Chopper und Bobber sind bei den Aalener Jungs schon entstanden. »Wir wollen nicht Fukker des Jahres werden, sondern auf den legendären Salzseen fliegen und den Rekordversuch wagen.« Hals- und Beinbruch für unser »Team Saltflat«.





 

Text: Katharina Weber
Bilder: Teams

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Ausgabe 11/17 erscheint am 27. Oktober

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Stand:18 October 2017 07:54:05/technik/build+da+fukker+2017_176.html