Show Me Your Garage – Dennis Werkstatt

19.10.2017  |  Text: Katharina Weber  |   Bilder: Benjamin Grna
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Show Me Your Garage – Dennis Werkstatt
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Wenn die Kinder im Bett sind, gehe ich in die Werkstatt – Dennis und sein Traum vom eigenen Custombetrieb
Eigentlich ist alles gut: Frau, Haus, zwei Kinder und der Job als KfZ-Sachverständiger. Dennis Kieback kann sich nicht beschweren, Normalbürger in Deutschland, alles im Lot. Trotzdem, der Mann aus Kiel hadert ein bisschen mit einer schnelllebigen Welt, manchmal zu schnell. »Ich bin nicht der, der sich gern mit vielen Leuten umgibt, ich arbeite gern ruhig, die Massenabfertigung beim Begutachten von Fahrzeugen ist nicht das, was ich eigentlich will. Und ich möchte meinen Kindern ein anderes Denken vermitteln. Sie sollen lernen, dass man Dinge, die kaputt sind, reparieren kann und nicht wegwerfen muss.«

Das kleine Häuschen war eigentlich mal als Wohnraum vorgesehen, dient aber nun als Werkstatt. Im Winter wird es etwas kalt, hier und da tropft es mal durchs Dach. Egal, wenn Dennis arbeitet, stört ihn sowas kaum

Der Schlüssel zu Dennis’ Überlegungen ist seine Arbeit, die er nach dem eigentlichen Hauptjob macht. Die findet in einem kleinen Häuschen auf seinem Grundstück statt. Eigentlich sollte die Hütte irgendwann mal – bevor Dennis sein Haus kaufte – als Wohnbereich dienen, ein altes Ding, an dem der Zahn der Zeit genagt hatte. Hier und da regnet es rein, bewohnbar ist es schon lange nicht mehr. Aber es reicht für Dennis’ Zwecke einer Werkstatt. Eine Heizung gibt es nur theoretisch. Wenn es im Winter kalt wird, muss ein Ölofen reichen, »und beim Arbeiten wird mir sowieso warm«, sagt Dennis. Einen der kleinen Räume hat er schalldicht gemacht und mit Teppich ausgelegt, die Nachbarn müssen nicht zu viel abbekommen von Hammerschlägen und einer surrenden Nähmaschine. Hier ist Dennis für sich, hier lebt er seinen Traum, doch der Reihe nach.

Show Me Your Garage – Dennis Werkstatt

Erst 2008 hat der heute 35-Jährige seinen Führerschein gemacht und sich eine Suzuki GSX-R gekauft, sie zum Fighter umgebaut. Dabei hat er Blut geleckt, fängt an, weitere Motorräder umzubauen. Ein Hobby eben, wie bei so vielen. Er beschäftigt sich mit dem Bau von GFK-Teilen, »aber irgendwie gefiel mir dieses Material nicht wirklich«, denkt er zurück. Vielmehr fängt Blech an, ihn zu faszinieren. »Was man aus einem Blech alles machen kann, ist einfach der Wahnsinn. Schon vorher im Kopf die Idee und dann das Material so lange bearbeiten, bis es die gewünschte Form hat.«

Fast ein bisschen wie eine Meditation klingt es, als Dennis uns von seiner Faszination erzählt. Dennis schafft sich alte, kaputte Motorräder für kleines Geld an. Leichen, die sonst keiner mehr will. Zwei Kurse bei Dinosaurier in Hamburg besucht er, um sich mit den Grundsätzen der Blechbearbeitung vertraut zu machen, den Rest bringt er sich selbst bei.

»Ich muss am Ball bleiben, immer weitermachen«, ist er überzeugt. Nach und nach schafft er sich die nötigen Werkzeuge an, formt Sitzbänke, Tanks und mehr. Aus einem bloßen Hobby wird eine wahre Leidenschaft. Als er seinem Sohn ein Dreirad aus Holz baut, fertigt er dafür auch die Sitzplatte an. Er überzieht sie mit Leder und fängt an, zu punzieren. Ein neues Material ist in den Fokus gerückt.

Neben dem Metall hat Dennis Leder als Material für sich entdeckt. Das begann, als er einen Sitz für das Dreirad seines Sohnes baute. Nähen und Punzieren ist mittlerweile fester Bestandteil seiner Arbeit

»Leder und Metall, das ist, was ich in Zukunft brauchen werde«, Dennis ist nun klar, was er möchte. Irgendwann raus aus dem normalen Job und selbstständig sein, Teile mit den eigenen Händen erschaffen. Nicht der großen Kohle wegen, sondern aus vollster Überzeugung. Seine kleine Manufaktur nennt er »Kustomkraft«. Mit der Zeit werden Leute auf ihn aufmerksam, die ersten Aufträge kommen, Dennis hat gut zu tun. Wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, sind aber zunächst die Kids dran. Erst wenn sie schlafen, geht er in die Werkstatt. Manchmal bis weit in die Nacht, »weil ich dann einfach nicht aufhören kann.«

Moderne Werkzeuge besitzt der Kieler nicht. »Viele meiner Maschinen sind 70 Jahre alt, das Modernste, was ich besitze, ist ein WIG-Schweißgerät.« Benutzen tut er es nicht so gern. »Ich schweiße lieber autogen, es ist für mich traditioneller. Überhaupt, mich fasziniert es total, ohne Strom zu arbeiten. Das können sich viele wohl gar nicht vorstellen.«

Show Me Your Garage – Dennis Werkstatt

Weil die Anfragen an Dennis steigen, rückt seine Selbstständigkeit immer näher. Seinen Anspruch an seinen späteren Betrieb hat er für sich klar definiert. »Ich möchte kein Teileverkäufer sein, keine Dinge bauen, die sowieso nicht halten, wie viele dieser Chinasachen. Ich möchte Sachen bauen, die benutzt werden und nicht kaputt gehen.« Wenn Dennis zum Beispiel einen Sitz fertiggestellt hat, schaut er ihn sich noch tagelang an, geht immer wieder zu dem Werkstück, streicht darüber, freut sich über seine eigene Arbeit. »Was anderes möchte ich nicht mehr machen«, sagt er uns zum Abschied. Wir sind uns sicher, er wird es irgendwann nicht mehr müssen.

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Stand:23 November 2017 08:26:40/szene/show+me+your+garage+-+dennis+werkstatt_171005.html