Technik | ÖLWECHSEL

28.10.2016  |  Text: Lothar Steinmetz  |   Bilder: Lothar Steinmetz
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Technik | ÖLWECHSEL
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Für die Langlebigkeit eines Motors ist der Ölwechsel sehr wichtig. Wir klären, was zu beachten ist, und zeigen, wie es geht
Bei den meisten Gebrauchtkäufen stellt sich die Frage, ob das Moped auch regelmäßig gewartet wurde. Nicht selten kommt dann die Antwort, dass es scheckheftgepflegt sei. Guckt man in selbiges stellt man fest, dass das Scheckheft wohl das einzige war, was da gepflegt wurde. Obwohl laut Verkäufer doch alles drin steht: Übergabeinspektion 2006, 1. Inspektion im gleichen Jahr und dann … nichts mehr. Aber die Karre ist doch erst 5000 Kilometer gelaufen und die nächste Inspektion steht doch erst bei 6000 Kilometer an. Ein Trugschluss, denn einige Wartungsangaben sollten nach einer bestimmten Laufleistung oder nach einem bestimmten Zeitintervall durchgeführt werden – je nachdem, was zuerst erreicht wird. Dazu gehört auch der Ölwechsel.

Alterserscheinung
Auf den ersten Blick mag das für den Laien bei der heutigen Ölqualität nicht nachvollziehbar erscheinen. Entgegen dem ersten Eindruck ist der Motor aber nicht hermetisch dicht. Allein durch die Kurbelwellenentlüftung dringt Feuchtigkeit ein, die den Alterungsprozess des Öles beschleunigt. Durch öfteres Kaltstarten kann es außerdem zu einer Verdünnung durch Benzinreste kommen und die Verbrennungsrückstände verschmutzen den Schmierstoff. Die beigemengten Additive, die die Eigenschaften des Öls verbessern, sind auch nicht ewig haltbar und reagieren gerne mit Wasser. Die Hersteller empfehlen, ungeöffnete Gebinde spätestens nach fünf Jahren zu verarbeiten, geöffnete nach einem halben Jahr.
Bei vielen Motorrädern sitzt das Getriebe mit im Motorblock, woraus sich ein gemeinsamer Ölkreislauf ergibt. Das sind zusätzliche Anforderungen an das Öl, da es zum Beispiel dem Druck an den Zahnflanken im Getriebe standhalten muss, oder auch der Kurbelwelle ihren harmonischen Rundlauf ermöglichen. Um die verschiedenen Aufgaben zu bewältigen, werden herstellerseitig dafür spezielle Additive zugefügt. Ein weiterer Knackpunkt ist eine Nasskupplung, die auch im selben Ölbad mitläuft. Wird die zu viel geschmiert, kann sie ihrer Bestimmung nicht mehr nachkommen und rutscht durch. Deshalb darf man nicht einfach mal ein Auto-Motoröl verwenden, diese Öle haben nämlich wesentlich mehr Schmieradditive drin. Erkennen kann man die Kupplungsverträglichkeit an der JASO-Klassifizierung.

Chemie oder nicht?
Grundsätzlich wird zwischen mineralischen, teilsynthetischen und vollsynthetischen Ölen unterschieden. Von Natur aus sind natürlich nicht alle Moleküle gleich, das heißt, beim Mineralöl herrscht molekulare Vielfalt. Bei der Synthetik werden die Molekülketten von den Wissenschaftlern so zusammengesetzt, wie sie es spezifisch brauchen. Somit ist das künstliche eigentlich das beste Öl, aber eben nicht jedes für jeden Motor. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass zum Beispiel ein langhubiger Chopper andere Bedürfnisse hat als ein hochdrehender Supersportler. Auch nach hohen Laufleistungen ist der Wechsel nicht unbedingt ratsam. Auf jeden Fall sollte man die Herstellerangaben zum eigenen Bike beachten oder beim Schrauber seines Vertrauens nachfragen. 
Auch die Viskosität spielt eine wichtige Rolle, sie gibt an, bei welchen Außentemperaturen das Öl dünnflüssig genug ist, um alle zu schmierenden Teile zu erreichen. Man unterscheidet Einbereichsöle und Mehrbereichsöle. Bei neueren Modellen kommen nur noch Mehrbereichsöle zum Einsatz, die über einen fest definierten Temperaturbereich möglichst gleichmäßig funktionieren müssen. Bis in die 70er Jahre wurden Einbereichsöle verwendet, die nur einen kleinen Viskositätsbereich haben. 

Vorbereitung
Genug der Theorie, jetzt geht’s in die Praxis. Zunächst muss der Motor auf Betriebstemperatur gebracht werden. Also entweder eine Runde fahren oder die Karre im Stand etwa zehn Minuten laufen lassen. Das dient hauptsächlich dazu, die auf dem Boden abgelagerten Schwebeteilchen wieder in den Ölumlauf zu bringen. Ansonsten würde diese Verunreinigung nämlich im Motor verbleiben, ähnlich wie das Fruchtfleisch in einer Orangensaftflasche, wenn die vorher nicht geschüttelt wird. 
Unter das Bike solltet ihr zunächst eine Pappe legen, denn irgendwas geht immer daneben. Dann platziert ihr einen Auffangbehälter unter dem Motor. Hier kann man eine einfach Wanne nehmen oder ein Ölwechsel-Kanister. Letzter hat den Vorteil, dass man das alte Öl leichter abtransportieren kann, deshalb benutzen wir so ein Teil. Vergesst nicht, die zweite Schraube zu öffnen, damit die Luft entweichen kann. Auch sollte das Teil nicht genau mittig unter der Ablassschraube stehen, da das Öl
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