Deutz Diesel | DER DEUTZ-ROCKER

28.10.2016  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Benjamin Grna
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Deutz Diesel | DER DEUTZ-ROCKER
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Dieselmotoren in Custombikes sind so ungewöhnlich wie selten. Erst recht, wenn um einen sogenannten »Stationärmotor« ein komplettes Motorrad herumkonstruiert wird
Zugegeben, die Liebe zu Dieselmotoren hält sich bei den meisten von uns in Grenzen und bezieht sich, wenn überhaupt, dann doch mehr auf den vierrädrigen Untersatz. In einem Bike wollen wir den schlagenden Selbstzünder besser nicht wissen. Vielleicht lag gerade darin der Reiz für Gerhard Wingen. Der gelernte Werkzeugmacher hat Spaß an der Konstruktion und wollte schon immer etwas Besonderes bauen. 

Sein Vater war Konstrukteur beim traditionsreichen Kölner Motorenhersteller Deutz und hält einige Patente. Was lag da näher, als einen »Stationärmotor« zu verwenden. Schließlich sind diese Einzylinderdiesel in der von Gerhard bevorzugten Ausführung mehr als 75000 Mal gebaut worden. Zwar lag ihr Einsatzgebiet nicht darin Fahrzeuge anzutreiben, sondern vielmehr Generatoren, Maschinen und Aggregate aller Art, dennoch sollten sie mit einigen Modifikationen auch für den Vortrieb von Zweirädern taugen. Mit schlappen sechs PS Leistung sind keine Geschwindigkeitsrekorde zu erwarten, dafür verfügen die hochverdichteten Einzylinder über ein enormes Drehmoment. Außerdem ist Gerhard ein Fan von Oldtimern, fasziniert von einfacher Technik und ein völlig elektrikfreies Motorrad zu erschaffen hatte für ihn einen ganz besonderen Reiz. Doch dazu später mehr.

Er macht sich auf die Suche nach einem einigermaßen gut erhaltenen Stationärmotor. Bei einem Internetauktionshaus wird er fündig. Der Motor ist überholt, kostet knapp siebenhundert Euro und liegt in Köln abholbereit. Zurück in der bayerischen Heimat beginnt der Aufbau, der insgesamt fast zwei Jahre dauern soll. Einen fertigen Rahmen für den Klotz von Motor, der alleine schon 185 Kilogramm wiegt, gibt es nirgends zu kaufen. Gerhard muss selbst einen konstruieren. Er fertigt technische Zeichnungen an, verwirft sie wieder, um neue anzufertigen. Erst als er mit Form und Linienführung zufrieden ist, begibt er sich auf die Suche nach einer Rohrbiege-Firma und lässt die Rahmenteile nach seinen Angaben in Form bringen. In seiner beengten Garage schweißt er das Rahmenkonstrukt zu einer funktionierenden Einheit zusammen und verheiratet es mit dem betagten Deutz-Diesel. Um die Vibrationen des Langhubers einigermaßen abzufangen, wird er auf Gummiblöcken gelagert. Obwohl die beiden Schwungscheiben rechts und links des Motors mit ihren Kreiselkräften möglichen Schräglagen entgegenwirken,
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Stand:23 November 2017 08:19:42/magazin/deutz+diesel+deutz-rocker_1610.html