| Ich schraube, also bin ich |
Wer schraubt, der kann die Welt besser verstehen. Ein schraubender Philosoph hat darüber ein ganzes Buch geschrieben
Wenn Philosophen über Motorräder schreiben, kann das in die Hosen gehen. Sie konfrontieren zwei Welten, deren Bewohner einander selten verstehen. Dabei geht es doch beiden darum, wiederum die Welt zu verstehen. Die einen versuchen’s mit dem Kopf, die anderen mit den Händen. Und dabei ist der Motorradschrauber genau genommen sogar im Vorteil: Um sein Motorrad zu verstehen, braucht er nicht nur die Hände, sondern auch seinen Kopf. Aber versteht er, wenn er endlich sein Motorrad versteht, auch die Welt?
Matthew B. Crawford versucht, uns genau das zu erklären. Und zumindest weiß er, wovon er redet, denn er selbst war ein Wanderer zwischen den Welten. Er kennt nicht nur die Welten der Philosophie und der Motorradschrauber, seine Biographie verzeichnet auch Stationen in der Welt des Wirtschaftsmanagements. Dort wollte Crawford aber nicht lange mitmachen, weshalb er in die Welt der Schrauber flüchtete – wo er sein Heil fand.
Ich schraube, also bin ich. Vom Glück, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen,
304 Seiten, Ullstein Verlag, 16,95 Euro
Text: Michael Ahldorf Bilder: Archiv
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