Racing Bikes für Gras- und Brettbahnen gaben den Ausschlag zum Stylo-Umbau einer Heritage Softail. CUSTOMBIKE klärt, wie sich die Harley-Davidson abseits von Salzsee und Rundstrecke bewährt
Brooks-Ledersattel, gelochte Haltebleche, Startnummerntafel, fehlendes Frontschutzblech: So etwas muss doch einfach schwerfällig beschleunigen, mächtig rütteln, miserabel bremsen, hohe Bedienkräfte fordern. Sagt der Kopf. Doch nichts dergleichen. In Wahrheit fährt sich dieses Bike genau so leicht, kraftschonend, durchzugsstark und fahrstabil, wie es eine 2006er Einspritz-Softail eben tut.
Ist die anfängliche Verwirrung erst einmal überwunden, lässt es die Harley recht flott angehen. Der 1450er Twin Cam zieht ohne Murren aus niedrigsten Drehzahlen an. Interpretiert man Startnummern und sportliche Lochung nicht als Aufforderung zu fröhlicher Raserei, so genügen die gebotenen 64 PS für den normalen Straßenalltag allemal. Oldtimer-Fahrer empfinden das Augleichswellen beruhigte Vibrationsaufkommen jedoch möglicherweise gar als langweilig. Da durch die Umbaumaßnahmen das Gewicht der ehemaligen Heritage Softail deutlich reduziert wurde, erfreut das Bike mit ordentlichem Handling und einer ausreichenden (serienmäßigen Harley-) Einscheiben-Bremse mit Vierkolbenzange im Vorderrad. Lediglich die altertümlichen, knautschigen Avon Speedmaster/ Mk2-Reifen verhindern extreme Schräglagen. Allerdings sind die 19- und 16-Zoll großen Gummis elementar wichtig für den authentischen Look des Retro-Klassikers.
Was es mit dem modernen Oldschooler auf sich hat, erklären wir in CUSTOMBIKE 04/10 in einem ausführlichen Fahrtest