Custom Chrome Europe feiert 40-jähriges. Die Umbauszene gratuliert – und zeigt nebenbei die besten Bikes Europas
Jedes Jahr das gleiche Bild auf der Europameisterschaft der Umbauer in Mainz: Auf den vier eng beieinander liegenden Show-Flächen kriechen Europas Top-Customizer unter den ausgestellten Moppeds rum, um noch die letzten Blicke auf Details zu erhaschen oder mit heranrobbenden Kollegen über das Für und Wieder einer Karre zu diskutieren. Schließlich entscheiden sie am Ende über die Sieger und Verlierer in der wichtigsten, der Freestyle-Klasse. Und auch, wenn wir nix zu entscheiden haben, bilden wir uns doch unsere eigene Meinung über die Anwärter auf Europas Custom-Krone.
Was sehen wir? Nun, zum einen die deutliche Übermacht der Harleys. Gerade mal zwei Handvoll Nicht-Milwaukees haben sich in die Phalanx der V-Twins geschummelt. Trotzdem reisen Norton und Awo-Umbauten am Schluss mit Top Platzierungen nach Hause, wir machen uns also keine Sorgen um die Metrics.
Die CCE-Dealer Days und die Custom-Europameisterschaft laufen als gemeinsames Event
Zum zweiten fällt auf, dass sich die deutschen Profi-Umbauer zurückhalten. Die meisten ihrer präsentierten Moppeds sind Insidern eh schon bekannt, wahrlich neue aufregende Designs oder technische Rafinessen überlassen wir den europäischen Nachbarn. So holen sich schließlich zwei italienische Manufakturen die ersten Plätze, der Japaner Kenji Nagai sichert sich mit Platz drei ebenso noch ein Ticket zur WM nach Sturgis. Auch die osteuropäischen Umbauer landen auf vorderen Plätzen, der beste Deutsche rangiert immerhin noch auf dem Zehnten. Aber am Samstagabend ist das letztlich irgendwie auch wurscht, da ist Party angesagt. Custom Chrome feiert 40sten und begießt das mit einer AfterShow-Fete im 70s Style. Happy Birthday!
Überraschung: Eine 60er Jahre-Simson AWO erreicht in Mainz einen sensationellen sechsten Platz in der Freestyle-Wertung. Das komplette Portrait des Design-Stücks gibts in CUSTOMBIKE 03/10