| Generation Rock |
Eine frische Brise erfasste das größte Motorradtreffen der Welt. In Daytona blies der Wind aus Fernost, und begrub traditionelle Bikeshows unter sich
Vergesst Rat’s Hole und Boardwalk, auf zum Limp Nickie Lot – die Erkenntnis der 69. Bike Week in Daytona war eine, die uns nicht gänzlich unberührt ließ, aber der Reihe nach. Dass die diesjährige Bike Week in Daytona wohl als eine der schlecht besuchtesten in die Geschichte eingehen würde, deutete sich schon im Vorfeld an. Die Krise in den USA schüttelte auch die dortige Umbauszene gehörig durcheinander. Nachrichten über Insolvenzen, Probleme und Pleiten hatten sich in den letzten Monaten derart gehäuft, dass der Ausnahmezustand rund um Daytona in diesem Jahr die Ausnahme bleiben sollte. Lediglich am Bike Week-Samstag wurde es etwas voller. Die Tage zuvor wähnten sich einige angesichts der diesmal moderaten Hotelpreise und den unverstopften Straßen nicht gerade auf dem größten Event der Szene. Hinzu kam ein unübliches Wetter mit eiskaltem Wind, doch sonnig genug, um euch zumindest schöne Bilder zu präsentieren.
Eine Viertel Million Besucher sind immer noch genug
Nun haben Krisen aber immer zwei Seiten. Die Kehrseite der Medaille traf die traditionellen Shows mit aller Wucht. Die berühmtesten unter ihnen, Rat’s Hole und Boardwalk, stehen am Scheideweg. Beide fanden in schlechten Locations statt, beide konnten nicht mit überragenden Umbauten punkten. Und trotz dem gibt es eben auch eine zweite Seite der Krise. Die Umbauer gehen zurück zu ihren Ursprüngen, und das mit Siebenmeilenstiefeln. Am Skaterpark Limp Nickie und auf Willi’s Oldschool-Show fanden wir dann nämlich doch noch richtig gutes Eisen. Eine verdammt coole Mischung aus Skate-, Punk-, Hip Hop-, Hot Rod- und Biker-Kultur vereinte sich an diesen Hot Spots mit günstigen und coolen Moppeds, die den überladenen Trash-Kisten den Rang ablaufen. Der Einfluss ist dabei unverkennbar japanisch. Nach Vorbild der dort angesagten Bratstyles entstehen die kühlen Karren, die plötzlich schwer im Trend sind. Und dieser Stil funktioniert nicht nur mit Harley. Alte und hubraumschwache Triumphs, Yamahas, Kawas, gerne auch mal ’ne BMW oder Norton … hier war alles erlaubt, was Spaß macht. Und nicht nur die Jungs am Skaterpark trugen dazu bei, dass die 2010er Bike Week am Ende ziemlich bunt und frisch daherkam.
Bunte Bilder aus Daytona? Selber angucken in der aktuellen CUSTOMBIKE!
Text: Carsten Heil Bilder: Carsten Heil
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