Ein Gelände, das Motorradtradition atmet. Bikes, die Rennfeeling hautnah bieten. CUSTOMBIKE war beim Glemseck101 dabei
Sinnet ihr aus Stuttgart?“ „Ha noi, mir sinnet aus Mannheim.“, nach zwei Tagen sitzt der schwäbische Dialekt bei uns schon ganz gut. Wir befinden uns auf dem traditionsreichen Gelände der ehemaligen Rennstrecke Solitude in Leonberg. Zusammen mit unseren Kollegen vom Dynamite! Magazine und unseren Schrauber-Freunden vom Espresso Team Aalen haben wir unseren Stand aufgebaut. Und wenn Sabine, eines der weiblichen Member des lustigen Cafe Racer-Haufens ihre Guzzi anwirft, wird es immer ganz schnell voll vor unserer kleinen Hütte. Dann hauen wir kostenlose Hefte im Sekundentakt raus und fachsimpeln fröhlich über Moppeds, Musik und Tattoos.
Offen gestanden, wir waren skeptisch, als wir unser Auto beladen haben, um nach Süden zu fahren. Und ganz ehrlich, die Veranstaltung hatten wir bislang nicht besucht. Ein 0815-Moppedtreffen halt, irgendwo zwischen grüner Wiese und einem altem Start-Ziel-Turm, der einmal so geschichtsträchtig Motorradrenner und Formel1-Boliden vorbeirasen sah – das war unsere voreilige Meinung.
Rock‘n’Roll im Schwabenland: Das Glemseck hat gute Chancen, einer der deutschen Race-Hot Spots zu werden
Heute sind die Abschnitte der Solitude normale Bundesstraßen, die – und das war das erste Oha bei unserer Ankunft – extra für die Stände, Bikes und Races an diesem Wochenende gesperrt waren. Als wir mit Jörg Litzenburger, einem der Veranstalter des Glemseck101, die Strecke ablaufen, ist da das erste Mal das Gefühl, da könnte was gehen. Auch, weil wir wissen, dass es genau hier in den nächsten Tagen richtig laut werden wird – vor allem bei den geplanten Cafe Racer-Sprints. Und so schicken wir unser Espresso Team in Person von Markus und Rainer am Samstagmittag mit vielen guten Wünschen auf die Strecke. Auf Honda XL und Guzzi V65 wollen sie sich mit den anderen messen. Wunderschöne oldracige Bikes blitzen in der Sonne dem Start entgegen: BMWs, Yamaha TR1, Kawa W650s, Bonnies, Harleys – und als einziges Manko eine Triumph Daytona neueren Baujahres, die dem Rennorga-Team um die Stuttgarter Cafe Racer-Clique „Surfazz“ und die Kollegen vom Magazin MO irgendwie durchgerutscht ist. Dass sie am Ende das Final-Rennen gegen eine alte Bonneville gewinnen wird, tut dem Riesenspaß, den die Sprints versprühen, keinen Abbruch. Die moralischen Sieger auf der Strecke sind andere, sind die Schrauber, sind die TonUp-Boys. Und Markus berichtet zurück am Stand immerhin stolz, dass er wenigstens seinen ersten Lauf gewinnen konnte