Erstmals gewinnt ein Amerikaner die Weltmeisterschaft der Customizer. Und trotzdem bleibt Europa allgegenwärtig.
Stolz steckt sich Dave Cook den schweren Siegelring an den Finger. Für den Sieg bei der WM in Sturgis gibt es nämlich traditionell neben einem fetten Pokal das eigens designte Winner-Schmuckstück. Dave hat sich soeben gegen 82 Mitstreiter aus 16 verschiedenen Ländern durchgesetzt, seine Konkurrenten wählen schließlich ihn zum besten unter ihnen. Stellan Egeland aus Schweden grinst, er kennt das gute Gefühl, auch er hat den Ring schonmal getragen, vor zwei Jahren für sein Meisterwerk „Hulster“. Für dieses Jahr hat er seine abgefahrene BMW-Kreation (siehe CB 03/09) am Start, für die es immerhin einen achtbaren vierten Platz gibt. Aber auch Sieger Dave, der den Titel im dritten Anlauf endlich klar machen konnte, hat für seine „Rambler“ ins Boxer-Regal gegriffen und einen BMW-Kardan in seinem Siegerbike verbaut. Für den zweiten Platz lässt sich Youngster Kris Krome feiern, er setzt auf Triumph-Antrieb …
wohl eine richtige Wahl in Zeiten, in denen sich die Company im Mutterland schwer tut. Immerhin eine Harley schafft es doch unter die Top Drei. Der Belgier Freddy Bertrand macht mit seiner deutlich racigen Overmile den Bronzeplatz klar.
Dave Cook von Cook Custom Choppers holte zum ersten Mal seit Beginn der AMD World Championship 2004 die Krone in die USA
Auf den hinteren Rängen tummeln sich daneben weitere europäische Customizer mit Harley-Umbauten und amerikanische Customizer mit Nicht-V2-Ungetümen, siehe als Beispiel den famosen Triumph-Tracker von LC Fabrications auf Platz sechs. Und last not least schafft es auch ein Deutscher weit nach vorne. Tobias Guckel von TGS Motorcycles sichert sich mit seiner „Seppster3“ den neunten Platz. Unser Fazit der WM 2009 fällt dementsprechend positiv aus. Die Custom-Welt ist zusammengerückt, Europäer und Amis werkeln in friedlicher Koexistenz von Aggregaten und Umbaustilen ... gut so!