Die Harley Softail Springer läutete einen Klassik-Trend bei Serienbikes ein. Den finalen Look geben Umbauten wie der von Sasse van Essen Custombikes
Eine Harley-Davidson Softail Springer schickt ihren Betrachter noch heute unweigerlich auf Zeitreise. Zu verdanken ist das einem schon fast genialen Schachzug der Company. 1988, also lange bevor Oldschool zum inflationären Begriff für eine weltweite Armada von Customizern, Pinstripern und sonstigen Szenegängern wurde, reaktivierten die Harley-Designer ein damals 41 Jahre altes Relikt aus der eigenen Asservatenkammer – die Springer-Gabel. Verbaut am zweiten großen Wurf, der Softail, ebnete sie für die Firma einen Erfolgsweg. Bis heute stellt die Springer Softail eines der erfolgreichsten Harley-Modelle aller Zeiten dar. Die Springer-Gabel ist dabei nicht nur optisch, sondern auch technisch ein Highlight. Zurück geht die Erfindung, bei der es sich eigentlich um eine geschobene Kurzhebelschwinge handelt, auf William Harley. Sie war bis 1949 an allen Harleys, an den W-Modellen sogar noch bis 1952 verbaut. Der Name „Springer“ stammt von den frei liegenden Schraubenfedern (englisch Springs),
„Ich hätte nie gedacht, dass das Mopped bei den Leuten so gut ankommt.
Ist ja eigentlich Low Budget“ TORSTEN SASSE
die für die Federung zuständig sind. Die Ingenieure bei Harley hatten dem Bauteil duch den Einsatz besserer Werkstoffe und der Einhaltung geringerer Fertigungstoleranzen ein zeitgemäßes Fahrverhalten verliehen und damit einen guten Kompromiss aus Komfort und Styling gefunden. 1999 neigt sich bei Harley dagegen die Ära der Evo-Motoren dem Ende zu, und beinahe wieder zehn Jahre später rottet in der Werkstatt von Torsten Sasse und Sven van Essen im saarländischen Fischbach eine Springer Evo genau diesen Baujahres ’99 vor sich hin.
Das Mopped stammt direkt aus dem Bonbonland über dem Teich, Verwendung hatten die rührigen Customizer dafür bis dato nicht. Doch es sollte sich ein Erlöser finden. Mit dem Wunsch nach einem Cross Bones Oldschool-Custom betrat Heiner Schmidt den Laden, mit der Überzeugung, die gammelige Springer sei die schönere Basis, verließ er ihn wieder. Um die Kosten des Umbaus so gering wie möglich zu halten, entschieden Sven und Torsten, möglichst viele Original-Teile zu verwenden …