| Little Sister |
Als erster Bike Builder hat sich das Team von H&B über die neue Suzuki M 1500 Intruder hergemacht. CUSTOMBIKE hat am Kabel gezogen
Im Kopf hatten wir das Projekt schon fertig“. Ludwig von H&B Motorcycles beschreibt, wie das Team aus dem bayerischen Thannhausen die erste Suzuki M 1500 Intruder in ein Custombike verwandelt hat. „Wir konnten die neue Intruder bereits genauestens unter die Lupe nehmen und den ersten erhältlichen Vorführer ausgiebig probefahren. Mann will ja schließlich nicht die Katze im Sack.“ Offensichtlich ist der erste Kontakt positiv ausgefallen, denn bereits kurze Zeit später stand eine 1500er auf der Hebebühne der Bayern. Die H&Bler befreiten den Cruiser von allem unnötigen Ballast, entwickelten ein neues Heckteil, Prototypen von Fenderstruts, Sitzschale, Frontfender sowie einer speziellen Auspuffanlage mit Miller-Dämpfern, legten das Heck mittels selbstgefertigtem Umlenkhebel um vierzig Millimeter tiefer und tauschten den Original-Lenker gegen ein Exemplar von V-Team aus. Die Front beließen die Umbauer weitgehend original, inklusive der kleinen Halbschalenverkleidung und der stabilen Upside down-Gabel, die lediglich durch ein wenig Farbe aufgewertet wurde. „Die Maße der Schwinge sahen sehr gut aus, um was Größeres einzubauen“, freut sich Peter, das „B“ von H&B. „Nach dem Vermessen der Hinterradfelge haben wir sie schnell zu Georg Deget geschickt, der sie auf 9,5 Zoll umgeschweißt hat.“ So ließ sich ein 250/40-18 Dunlop Elite 3 in die originale Schwinge pfropfen. Schließlich sollten die Umbaukosten in einem erträglichen Rahmen bleiben. Ab 14.000,- Euro kann H&B eine komplette M 1500 mit Umbaukit anbieten, ein wahrlich preiswertes Vergnügen.
„Optisch wirkt der 250er Hinterreifen wie ein 280er, ist aber viel geiler zu fahren“
Wie groß das Vergnügen tatsächlich ist, wollten wir aber lieber selbst ausprobieren und haben die frisch umgebaute Intruder zum Tanz gebeten. Anders als bei der 125 PS starken M 1800 R, die der neuen M 1500 wie aus dem Gesicht geschnitten scheint, handelt es sich beim ebenfalls vierventiligen Motor der 1500er um ein langhubiges Aggregat. 96 Millimeter Bohrung und 101 Millimeter Hub stammen noch von der seligen VL 1500 ab. Das verspricht jede Menge Druck von unten. Aber reichen die gebotenen 80 PS für einen Power Cruiser wirklich aus? Keine Bange, mit einer Beschleunigung von null auf hundert in knapp 4,5 Sekunden gibt sich die Neue kaum eine halbe Sekunde langsamer als ihre dicke Schwester, die ja als Referenz in der Kraft-Klasse bekannt ist. Gelassen schwimmt die 1500er auf der großen Drehmomentwelle, hohe Revs werden beinahe nie abverlangt. Lediglich die sehr lange Endübersetzung des Kardanantriebs verlangt nach rechtzeitigem Runterschalten bei niedrigem Tempo. Die bislang noch nicht TÜV-fähige Auspuffanlage klingt betörend und bleibt auch beim Ausdrehen stets bassig und sonor …
… weiter geht’s in der CUSTOMBIKE 6/09
www.h-b-motorcycle.de
Text: Dirk Mangartz Bilder: Volker Rost
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