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Inhalt 4/2018



CUSTOMBIKE 4-2018
INHALT


BIKES
Harley-Davidson-Bastard

V-Twin-Hybride im Starrrahmen

Suzuki Intruder
Umbau vom Nachwuchsschrauber

Harley-Davidson Softail
Was kostet ein Bolt-on-Bike?

PSS-Rau-Suzuki
GSX-R im Spezialfahrwerk

Yamaha XS 650
Periodisch korrekter Seventies-Chopper

BMW R nineT
Neues Design für den Dauerbrenner



YAMAHA SR 500-Special
SPECIAL
Intro
Von der ersten Idee zum Kultmotorrad

Custom
Die schönsten Eintöpfe 

Interview
Einblicke eines SR-Fans

Porträt
Lässiger Scrambler für alle Fälle



SZENE
Show me your Garage
Dreißig Jahre Sammelleidenschaft und Motorradfieber

History
Wie ein Motorrad die Gründung einer Firma beeinflusste


TECHNIK
Glanzleistung
Wir polieren Räder bis der Arzt kommt und stellen euch die besten Produkte vor 

Frau Reuter testet
Helles Licht und gutes Bier


HEIMAT
Editorial
Vom Schubladendenken

Motormoment
Ride Wedding

Anlasser
Der Futuromoteur

Recht und Info
Radabdeckungen

Termine
Messen, Shows und Partys

Detailverliebt
Krugger-Racer

CUSTOMBIKE-Wettbewerb
Mitmachen!

ABO
Custombike frei Haus

Schaufenster
Neue Moped-Produkte

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Kurz und fündig

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Der Blogger

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Infos rund ums Heft
 

Editorial 4/2018

Was ist ein Custombike? Ich glaube, die Wenigsten machen sich wirklich Gedanken, ob es überhaupt eine festgeschriebene Definition gibt. Mir ist jedenfalls noch keine begegnet, die ich hätte nachlesen können. Es ist wohl eher so, dass sich gewisse Stile im Laufe der Jahrzehnte entwickelt und etabliert haben.
Umso mehr wundert es mich, dass es in letzter Zeit bei der Vorstellung von Custombikes, egal ob in den Printmedien oder online, sofort Kommentare hagelt. Die meisten davon sachlich, kritisch und durchaus positiv. Doch es gibt auch welche, deren Verfasser sofort losschlagen, nach Fehlern suchen, den persönlichen Geschmack zum Nonplusultra erheben, um das Werk des Erbauers genüsslich zu versenken.

Mein Lieblingswort, bei dem ich zurzeit sofort erhöhten Puls bekomme, ist der Schrei nach »Fahrbarkeit«. Richtig gelesen, »Fahrbarkeit«. Da wird ein Custombike, egal wie gut es handwerklich umgesetzt sein mag, aufgrund einer vermeintlich fehlenden Fahrbarkeit, niedergemacht. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Vor ein paar Jahren hat sich niemand über so etwas Gedanken gemacht. Da konnten Custombikes gar nicht radikal genug sein. Was haben wir die wildesten Umbauten gefeiert und ihre Schöpfer vergöttert. Und heute? »Das ist ja gar nicht fahrbar.« Doch über welche Fahrbarkeit reden wir hier eigentlich? Geradeaus stabil, handlich und schnell in den Kurven, fit fürs Gelände oder die Alpen? Was denn nun? Und spielt das überhaupt eine Rolle?

Ich behaupte, dass es lediglich für den Erbauer oder Besitzer eine Rolle spielt. Er alleine entscheidet, was er haben möchte. Manchen ist die viel beschrieene Fahrbarkeit völlig egal, es hat einfach keine Priorität. Sie lassen sich nicht in Schubladen pressen und wollen sich weder gesetzlichen Normen und Regelungen unterwerfen noch denken sie in Kategorien. Auch legen sie keinen Wert auf Zulassungsfähigkeit. So werden auch mal Stile gemixt oder Symmetrien außer Acht gelassen. Das befeuert die Kreativität. Wirklich frei ist nur der, der sich keinen Zwängen unterwirft, aber auch damit lebt, dass sein Werk möglicherweise nicht jedem gefallen wird. 
Wir sollten uns loslösen von diesem Schubladendenken, dass etwas so oder so auszusehen hat, und aufhören etwas zu kritisieren, nur weil wir es vielleicht anders gemacht hätten. Was nicht bedeutet, dass wir unsere Meinung nicht frei äußern können. Wir müssen nicht alles gut finden, dafür sind die Geschmäcker zu verschieden. Doch es zeugt von Charakterstärke, das Wirken und die Leistung eines anderen anzuerkennen und ihm den Respekt entgegenzubringen, den wir für uns selbst einfordern. 

Für mich sind Custombikes ganz einfach besondere Motorräder. Entweder weil sie komplett individuell aufgebaut oder einfach nur gut umgebaut worden sind. Die Bandbreite dabei ist enorm und letzten Endes definiert jeder für sich, was er unter einem Custombike versteht.
Ihr legt Wert auf eine Straßenzulassung? Gut! Ihr wollt ein »fahrbares« Custombike und kein Kunstwerk für die Vitrine? Auch gut! Ihr wollt einfach bauen, worauf ihr Lust habt? Noch besser! Solange ihr nur baut. Aber bleibt fair und bewertet ein anderes Bike nicht ausschließlich nach eurem persönlichen Geschmack.


Auf ein baldiges Ende des Schubladendenkens hofft, 
Christian Heim im Namen des CUSTOMBIKE-Teams
Topseller im Shop
Stand:25 April 2018 18:09:57/heft-abo/ausgabenarchiv/content-26280_40-26278_60.html