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Inhalt 12/2017

CUSTOMBIKE 12-2017

BIKES
Harley Sportster Ironhead: Der Chopper vom Bauernhof
BMW Sportsman: Starrrahmen-Boxer in Kleinserie
Indian Chief: Der Häuptling unter den Sprintern
Honda CBX 550: Vom Sporttourer zum Cafe Racer
Yamaha XS 650: Anders als die anderen
Honda Shadow: Nach 25 Jahren zum Wunschmotorrad
Harley-Davidson Shovel: Schwedenchopper nach Maß

TECHNIK
Aufbau Harley 2018, Teil 2: Wie die neuesten Parts an die Softail Breakout finden
Plagiate: Wenn Kopien gefährlich werden
Frau Reuter testet: Martin in vorweihnachtlicher Bestlaune über
Univeralstecker, Wein und Schreibstifte


SZENE
Show Me Your Garage: Die Designschmiede von Mark van der Kwaak
Zombie Chopper Run: Mit den Kumpeln an die Küste Spaniens


HEIMAT
Editorial: Copyshop Customszene
Motormoment: Keine Ausreden
Anlasser: Gefahren – Indian Scout Bobber
Recht und Info: Rücksicht nehmen
Termine: Messen, Shows und Partys
Detailverliebt: The Machine
ABO: Custombike frei Haus
Schaufenster: Neue Moped-Produkte
Kleinanzeigen: Gesucht-gefunden
Anzeigenindex: Kurz und fündig
Motormensch: A Merci Tout
Vorschau | Impressum: Infos rund ums Heft

Editorial 12/2017

Seitdem ich diesen Job machen – immerhin schon über 20 Jahren – gibt es sie immer wieder: Die Vorwürfe, wer wessen Bike wann kopiert hat. Da streitet sich unsere Szene bis heute am Lagerfeuer gern mal, wer eigentlich den Dragstyle erfunden hat oder lässt verlauten, dass dieser oder jener Laden doch sowieso nur mit Moped-Kopien erfolgreich geworden ist. Dass Erfolgskonzepte kopiert werden, ist heutzutage normal. Und ich verstehe, dass das für betroffene Firmen, die mit einzigartigen Umbauten ihr Geld verdienen, ein echtes Ärgernis ist. Auf der anderen Seite ist aber eine Kopie auch einmal mehr ein Nachweis für die grandiose Arbeit an einem Original. Allein, wenn ich die zahllosen BMW-Umbauten der letzten Jahre betrachte oder die inflationäre Verwendung von AMF-Lackierungen auf Oldschool-Choppern wird mir schwindelig. Würden wir als Magazin da immer nur eine Originalarbeit als die einzig echte und wahre werten und alle anderen mit Nichtachtung strafen, um wie viel ärmer wäre unser Heft?

Anders sieht die Sache mit billigen Kopien hochwertiger Customparts aus. Wer schon einmal auf einer der großen europäischen Motorradmessen unterwegs war, der weiß, wie viele chinesische »Szenebeobachter« dort mit der Kamera im Anschlag umherstreifen und Fotos von Hebeln, Bremsen und Armaturen machen. Kurz darauf überflutet Fernost uns dann mit Teile-Kopien und in einer von Geiz ist geil beseelten Mentalität greift der deutsche Schrauber gern zu. Dass das unter Umständen lebensgefährlich sein kann, beleuchten wir in unserem Artikel über Plagiate ab Seite 70 in dieser Ausgabe.

Übrigens funktioniert diese Story auch andersrum. Was wäre, wenn eine deutsche Teilemanufaktur ein hübsches, schlecht zusammengeschustertes Teil, zum Beispiel aus den USA, zwar optisch kopiert, aber sehr viel hochwertiger, sicherer und mit allen nötigen E-Prüfnummern produziert? Ist dann eine Kopie nicht das besssere Original? Ihr seht, die Geschichte mit den Fälschungen hat viele Facetten und bietet noch jede Menge Raum für Gespräche und Diskussionen.

Bleibt mir noch, euch alle zu unserer diesjährigen CUSTOMBIKE-SHOW einzuladen. Vom 1. bis 3. Dezember richten wir den vorweihnachtlichen Plätzchenteller in Bad Salzuflen – mit hunderten von umgebauten Motorrädern und den neuesten Trends, Tipps und Tricks in Sachen Customizing. Besonders stolz sind wir auf unsere diesjährige Sonderausstellung »The Art of Racing«. Dort zeigen wir euch neben wilden Umbauten auch Originale aus 100 Jahren Motorrad-Renngeschichte – oft kopiert, aber nie erreicht.

Einen wunderbaren Schrauberwinter wünscht,
Katharina Weber im Namen des
CUSTOMBIKE-Teams
Stand:16 December 2017 11:50:37/heft-abo/ausgabenarchiv/content-25354_40-25353_60.html